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Stromsteuer: Erhöhung wäre ein skandalöser Vertrauensbruch bei der Energiewende

Berlin – Eine mögliche Erhöhung der Stromsteuer sorgt für Kritik in der Wohnungswirtschaft. Nach Medienberichten will sich das Bundesfinanzministerium auf europäischer Ebene offenbar die Möglichkeit offenhalten, die Stromsteuer künftig wieder anzuheben. Für die Wohnungswirtschaft stellt sich damit die Frage, wie verlässlich die politischen Rahmenbedingungen für die weitere Dekarbonisierung des Gebäudebestands sind.

20. August 2026
GWG PV-Anlage Am Mühlwerder
Foto: GWG

Die sozial orientierten Wohnungsunternehmen investieren Milliarden in Wärmepumpen, Photovoltaik, Mieterstrom und andere strombasierte Lösungen. Eine höhere Stromsteuer würde diese Technologien verteuern und neue Projekte unwirtschaftlich machen. Auch für Mieter könnten daraus dauerhaft höhere Energie- und Wohnkosten entstehen.

„Eine solche Kehrtwende wäre eine echte Killerapplikation für das Vertrauen in die Verlässlichkeit staatlichen Handelns“, sagt Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW. Eine höhere Stromsteuer wäre aus seiner Sicht energie-, klima- und sozialpolitisch fatal. Der Umstieg auf klimaneutrale, strombasierte Technologien würde ausgebremst, bereits getätigte Investitionen könnten entwertet werden.

Besonders kritisch sieht der GdW, dass eine mögliche Erhöhung dem Versprechen des Koalitionsvertrags entgegenstehen würde. Wer sich auf europäischer Ebene Spielraum für einen solchen Schritt sichere, gefährde damit auch das Vertrauen in die Verlässlichkeit der Energiewende und des Regierungshandelns.

Gedaschko fordert deshalb eine schnelle Klarstellung der Bundesregierung: „Die Stromsteuer muss wie versprochen für alle auf das europäische Mindestmaß sinken.“ Wer die Dekarbonisierung des Gebäudebestands voranbringen wolle, dürfe Strom nicht künstlich verteuern und damit bereits getätigte Investitionen infrage stellen.

#Baugenehmigungen steigen – aber der #Wohnungsbau bleibt im Krisenmodus Das Statistische Bundesamt meldet für das erste Halbjahr 2026 ein Plus von 15,1 % (126.300 Wohnungen). Ein positives Signal, aber eine Genehmigung ist noch keine gebaute und bezahlbare Wohnung. Wir starten von einem historischen Tief. Die Lücke zwischen Bedarf (320.000 p.a.) und erwarteten Fertigstellungen (ca. 200.000) bleibt riesig. Viele Projekte sind wegen hoher Kosten und Auflagen zu „Schubladenprojekten“ geworden. Um den „Aufschwung auf dem Papier“ in echte Baustellen zu verwandeln, brauchen wir:  1️⃣ Baukosten senken: Gebäudetyp E bundesweit rechtssicher im Werksvertrags- und #Mietrecht verankern und Normen begrenzen.  2️⃣ Verlässliche Förderung: #EH55-Plus fortführen und langfristig bezahlbare Mieten sichern.  3️⃣ „Fast Lane“ für den #Bau: Planungs- und Genehmigungsverfahren radikal beschleunigen. Jetzt muss die Politik handeln, damit Investitionsbereitschaft nicht an der Realität scheitert!

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