Wohnungswirtschaft Online mobile Logo Wohnungswirtschaft Online desktop Logo
  • wiPlus
  • Bundespolitik
  • Europa & Welt
  • Landespolitik
  • Themen
  • Unternehmen
  • Mediathek
  • Publikationen
  • Abo
  • Newsletter
Wohnungswirtschaft OnlineWohnungswirtschaft Online
Abonnement Anmelden
Wohnungswirtschaft Online auf LinkedinWohnungswirtschaft Online auf YoutubeWohnungswirtschaft Online auf InstagramWohnungswirtschaft Online auf Gdw

Sozial orientierte Wohnungswirtschaft kritisiert geplante BEG-Kürzungen: „Jeder gestrichene Förder-Euro trifft am Ende die Mieterhaushalte“

Berlin – Der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW warnt mit Nachdruck vor den bekannt gewordenen Plänen der Bundesregierung, die Förderung für klimafreundliches Heizen und energetische Gebäudesanierung deutlich zu kürzen. Aus Sicht der sozial orientierten Wohnungswirtschaft wäre ein solcher Schritt ein schwerer Rückschlag für Klimaschutz, bezahlbares Wohnen und die dringend notwendige Sanierung des Gebäudebestands.

8. Juli 2026
SANIERTES UND UNSANIERTES HAUS IN FRIEDRICHSHAIN IN  BERLIN AM 141106 / SANIERT / UNSANIERT / SANIERUNG
COPYRIGHT www.anketeschner.de
0178 - 83 91 669
Foto: Adobe Stock

„Diese Kürzungspläne sind das falsche Signal. Wer jetzt bei der Gebäudeförderung den Rotstift ansetzt, gefährdet nicht nur die Klimaziele, sondern belastet am Ende direkt die Mieterinnen und Mieter“, erklärte GdW-Präsident Axel Gedaschko. „Jeder Euro Förderung entlastet die Mieterhaushalte. Wird hier gestrichen, fehlt diese Unterstützung eins zu eins bei der Finanzierung bezahlbarer Klimaschutzmaßnahmen im Wohnungsbestand.“

Besonders kritisch bewertet der GdW die geplante Absenkung der Förderung für Maßnahmen in Mehrfamilienhäusern. Gerade größere Wohnungsbestände, in denen ein großer Teil der Mieterinnen und Mieter in Deutschland lebt, würden dadurch strukturell schlechter gestellt. Das trifft ausgerechnet jene Unternehmen, die in großem Umfang bezahlbare Wohnungen bewirtschaften und gleichzeitig enorme Investitionen in Klimaschutz, Bestandserhalt, altersgerechtes Wohnen und bezahlbare Mieten schultern müssen.

„Eine Förderung, die mit jeder zusätzlichen Wohnung an Wirkung verliert, ist für die Realität der sozial orientierten Wohnungswirtschaft der falsche Ansatz“, so Gedaschko. „Wir brauchen eine Förderlogik, die die Sanierung ganzer Bestände ermöglicht – nicht eine, die große Mehrfamilienhäuser faktisch benachteiligt.“

Hinzu kommt: Die geplanten Änderungen kommen aus Sicht des GdW zur Unzeit. Die BEG-Förderung soll ohnehin neu aufgesetzt werden. Plötzliche Kürzungen quasi zwischendurch schaffen deshalb massive Planungsunsicherheit. Viele Wohnungsunternehmen planen Sanierungen über Jahre hinweg, kalkulieren Fördermittel ein, stimmen Finanzierungen ab und müssen Maßnahmen sozialverträglich für Mieterhaushalte gestalten.

„Ein solches Ad-hoc-Manöver wirft viele Sanierungs- und Investitionsplanungen über den Haufen“, erklärte Gedaschko. „Planungssicherheit ist die Grundvoraussetzung dafür, dass die sozial orientierte Wohnungswirtschaft weiter in Klimaschutz investieren kann. Wer Förderbedingungen sprunghaft verändert, bremst Investitionen aus.“

Die Folge wäre absehbar: Die Investitionskraft der Wohnungsunternehmen wird geschwächt. Dementsprechend müsste die finanzielle Beteiligung der Mieterhaushalte steigen, wenn notwendige Maßnahmen dennoch umgesetzt werden sollen. Fest steht aber: Durch eine solche sprunghafte Mittelkürzung rückt die Möglichkeit, die Klimaziele im Gebäudebestand durch die sozial orientierten Wohnungsunternehmen zu erreichen, faktisch in weitere Ferne.

Geplante zusätzliche Impulse für Worst-Performing-Buildings oder serielles Sanieren sind positiv zu bewerten, sie reichen aber nicht aus. Statt der geplanten Ausweitung des Bonus für serielles Sanieren nur auf den KfW-Effizienzhaus-70-Standard wäre eine Erweiterung auf den KfW-Effizienzhaus-85-Standard notwendig. Nur so kann beim kostengünstigen seriellen Sanieren ein echter Markthochlauf erfolgen. Dies würde bei energetischen Sanierungen echte Einspareffekte zugunsten vieler Mieterhaushalte in Deutschland und echten Fortschritt beim Erreichen der Klimaziele im Mehrfamilienhausbereich bringen.

Klar muss ein: Einzelne punktuellen Verbesserungen können die Einschnitte in der Breitenförderung nicht aufwiegen. Entscheidend ist, dass die Förderung gerade dort verlässlich gemacht wird, wo die meisten Mietwohnungen betroffen sind: im Mehrfamilienhausbestand. Der GdW fordert die Bundesregierung deshalb auf, die Kürzungspläne zu stoppen und die Gebäudeförderung verlässlich, auskömmlich und langfristig planbar auszugestalten. Klimaschutz im Gebäudebestand kann nur gelingen, wenn Wohnungsunternehmen investieren können, ohne die Bezahlbarkeit des Wohnens zu gefährden.

„Klimaschutz und bezahlbares Wohnen dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden“, sagte Gedaschko. „Wer die Förderung kürzt, spart nicht abstrakt im Bundeshaushalt. Er verschiebt Kosten auf Mieterhaushalte, bremst Sanierungen aus und macht das Erreichen der Klimaziele unwahrscheinlicher.“

Dritter Stopp unseres Hamburg-Besuchs: das Quartier Ladenbeker Dreieck. Die Baugenossenschaft Bergedorf-Bille zeigt hier, was ein ganzheitlicher #Quartiersansatz in der Praxis bedeutet. Es geht nicht nur um einzelne Gebäude, sondern darum, Quartiere fit für die Zukunft zu machen – klimaneutral, resilient und lebenswert. Im Mittelpunkt steht der Aufbau eines Nahwärmenetzes mit #Geothermie. Ein wesentlicher Vorteil: eine extrem hohe Versorgungssicherheit und keine Abhängigkeit von volatilen Energiepreisen. Das schafft langfristig Stabilität. Aber auch #Klimaanpassung spielt hier eine große Rolle. Die Erfahrungen aus dem Starkregen 2018 waren ein Weckruf für die Genossenschaft. Deshalb wird hier zusätzlich in Regenwassermanagement, Speicherlösungen und eine naturnahe Bepflanzung investiert, die sowohl Trockenheit als auch Starkregen besser standhält. Ein weiterer wichtiger Baustein: die Menschen mitzunehmen. Bewohner müssen verstehen, warum Veränderungen notwendig sind und welchen Nutzen sie langfristig bringen. Projekte wie ein Nachbarschaftsacker laden hier dazu ein, selbst aktiv zu werden. Das Projekt zeigt eindrucksvoll: Die Transformation unserer Quartiere gelingt dann, wenn Klimaschutz, Klimaanpassung und soziale Teilhabe gemeinsam gedacht werden. #Wohnungswirtschaft #Klimaanpassung #Geothermie #Nahwärme #Quartiersentwicklung #Nachhaltigkeit #Stadtentwicklung #Genossenschaften

0 Share

wi Wohnungspolitische Informationen 29/2026

page_1

WI 29/2026

  • Registrieren
  • Abonnement
  • Artikel ansehen
  • Newsletter
  • Abonnement
  • Kündigung
  • Kontakt
  • Mediadaten
Wohnungswirtschaft Online Abonnement Anmelden

Unsere Partner

  • DigiWoh
  • BBA
  • BID
  • Housing Europe
  • Initative Wohnen
  • NaWoh
  • Praxispfad
  • DEWSWOS
  • EBZ
  • InWIS
  • © Copyright 2026
  • Impressum
  • Datenschutzerklärung
  • AGB
Wohnungswirtschaft Online auf LinkedinWohnungswirtschaft Online auf YoutubeWohnungswirtschaft Online auf InstagramWohnungswirtschaft Online auf Gdw