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Energiewende im Wohnungsbestand braucht verbindlichen Schulterschluss

Berlin – Der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW begrüßt die schleswig-holsteinische Realisierungsvereinbarung zur klimaneutralen Transformation des Wohnungsbestandes als sinnvollen und nachahmenswerten Ansatz. Sie soll einen gemeinsam getragenen, praxistauglichen Transformationspfad schaffen, der ambitionierten Klimaschutz mit bezahlbarem Wohnen und der Investitionsfähigkeit der Wohnungsunternehmen verbindet. Die Staatskanzlei Schleswig-Holstein und der Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) haben sich deshalb in einem gemeinsamen Schreiben von Staatskanzleichef Dirk Schrödter und VNW-Direktor Andreas Breitner an die anderen Bundesländer gewandt, um für vergleichbare und an die jeweiligen regionalen Bedingungen angepasste Lösungen zu werben.

20. August 2026
Jürgen Pollack
Die Energiezentrale der SWSG am Hausenring beherbergt vier Luft-Wasser-Wärmepumpen.
Jürgen Pollack

Die Vereinbarung umfasst unter anderem die energetische Sanierung, die Umstellung der Wärmeversorgung, einen steigenden Anteil erneuerbarer Energien sowie die Fortführung von Beratung und Förderung. Zugleich berücksichtigt sie, dass im Gebäudesektor auch nach 2040 Restemissionen verbleiben können. Um das landesweite Ziel der Klimaneutralität zu erreichen, müssen diese in der Gesamtbilanz durch zusätzliche Minderungen in anderen Bereichen und den Abbau von Treibhausgasen ausgeglichen werden.

„Die Energiewende im Gebäudesektor wird nicht durch immer neue Einzelpflichten und theoretische Zielvorgaben gelingen. Sie braucht einen gemeinsam vereinbarten, verlässlichen und finanzierbaren Umsetzungsweg. Schleswig-Holstein zeigt, wie es gehen kann: Politik, Wohnungswirtschaft, Mieter- und Sozialverbände verständigen sich darauf, wie Emissionen wirksam gesenkt werden können, ohne Mieterinnen und Mieter zu überfordern und den Wohnungsunternehmen die notwendige Kraft für Investitionen zu nehmen“, sagte Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW.

Entscheidend ist aus Sicht des GdW die konsequente Dekarbonisierung der Strom- und Wärmeversorgung. Dafür müssen Gebäudesanierung, Heizungsumstellung, kommunale Wärmeplanung, Energieinfrastruktur und Förderung ineinandergreifen. Zur Ehrlichkeit gehört auch, unvermeidbare Restemissionen offen zu benennen und sektorenübergreifend zu berücksichtigen. Das ist eine Voraussetzung dafür, dass die Energiewende praktisch funktioniert, bezahlbar bleibt und gesellschaftlich getragen wird. Der schleswig-holsteinische Weg kann dabei auch anderen Bundesländern eine wichtige Orientierung bieten.

Getragen wird der Ansatz von einem breiten Schulterschluss aus Landesregierung, Wohnungswirtschaft, Eigentümervertretungen, Mieterbund und Sozialverbänden. Das schafft Akzeptanz und Planungssicherheit und bringt die Klimaziele mit den technischen, wirtschaftlichen und sozialen Realitäten im Wohnungsbestand zusammen.

Auf die jeweiligen regionalen Bedingungen zugeschnittene Realisierungsvereinbarungen können so zu einem wichtigen Instrument werden, um Klimaschutz, kommunale Wärmeplanung, verlässliche Förderung, soziale Absicherung und die Investitionsfähigkeit der Wohnungsunternehmen wirksam miteinander zu verbinden.

Das gemeinsame Schreiben des VNW und der schleswig-holsteinischen Staatskanzlei finden Sie hier in der Pressemitteilung des VNW.

#Baugenehmigungen steigen – aber der #Wohnungsbau bleibt im Krisenmodus Das Statistische Bundesamt meldet für das erste Halbjahr 2026 ein Plus von 15,1 % (126.300 Wohnungen). Ein positives Signal, aber eine Genehmigung ist noch keine gebaute und bezahlbare Wohnung. Wir starten von einem historischen Tief. Die Lücke zwischen Bedarf (320.000 p.a.) und erwarteten Fertigstellungen (ca. 200.000) bleibt riesig. Viele Projekte sind wegen hoher Kosten und Auflagen zu „Schubladenprojekten“ geworden. Um den „Aufschwung auf dem Papier“ in echte Baustellen zu verwandeln, brauchen wir:  1️⃣ Baukosten senken: Gebäudetyp E bundesweit rechtssicher im Werksvertrags- und #Mietrecht verankern und Normen begrenzen.  2️⃣ Verlässliche Förderung: #EH55-Plus fortführen und langfristig bezahlbare Mieten sichern.  3️⃣ „Fast Lane“ für den #Bau: Planungs- und Genehmigungsverfahren radikal beschleunigen. Jetzt muss die Politik handeln, damit Investitionsbereitschaft nicht an der Realität scheitert!

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