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Die Zukunft unserer Städte: IQ-Kongress 2025 setzt erneut Impulse für die Quartiersentwicklung

Bochum – Beim dritten Kongress für innovative Quartiersentwicklung sind am 1. Februar 2025 rund 350 Vertreter aus Politik, Kommunen, Wissenschaft und der Immobilienwirtschaft der Einladung des Deutschen Instituts für Urbane Transformation (DIUT) in Kooperation mit der EBZ Business School (FH) nach Bochum gefolgt. Die interdisziplinäre Zusammensetzung ermöglichte einen lebendigen Austausch zwischen Akteuren, die sonst selten in diesem Rahmen zusammenkommen. Ein weiteres, zentrales Merkmal des Kongresses war die Verbindung von wissenschaftlicher Theorie und angewandter Praxis.

20. Februar 2025
EBZ
Akteure des IQ-Kongresses mit NRW-Bauministerin Ina ScharrenbachEBZ

„Auf Basis neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse und internationaler Best-Practice- Beispiele wurden konkrete Lösungsansätze für die nachhaltige, resiliente und lebenswerte Quartiersentwicklung erarbeitet. Dadurch konnten nicht nur visionäre Konzepte diskutiert, sondern auch wertvolle Erkenntnisse für die praktische Umsetzung gewonnen werden“, erklärte Prof. Dr. Daniel Kaltofen, Rektor der EBZ Business School, die Mehrwerte des Kongresses.

Lernbereitschaft als Grundlage erfolgreicher Stadt- und Quartiersentwicklung

Zu Beginn der Veranstaltung betonte Bundesbauministerin Klara Geywitz in ihrer Videobotschaft, dass Stadt- und Quartiersentwicklung aktiv Lösungen für soziale, ökonomische und ökologische Herausforderungen finden müsse.

Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen, hob hervor, dass es bereits zahlreiche Best-Practice-Beispiele gibt, an denen sich die Beteiligten orientieren können. „Wir müssen den Blick auf das richten, was bereits funktioniert, und weiterdenken, wie wir nachhaltige Innovationen gezielt umsetzen“, sagte sie. Sie betonte, dass es nicht an Wissen mangele – die Akteure seien sich der richtigen Ansätze bewusst. Die eigentliche Herausforderung bestehe jedoch in der konsequenten Umsetzung. Häufig werden innovative Einzelprojekte erfolgreich umgesetzt, doch es fehlt an strukturierten Mechanismen, um diese Erkenntnisse breit zu übertragen. Nur wenn bewährte Ansätze systematisch in die Stadtplanung einfließen, kann eine nachhaltige urbane Transformation gelingen.

Zukunftsweisende Quartiersentwicklung: Wie Wissenschaft und Praxis nachhaltige Lebensräume gestalten

Zwei Vorträge aus der Wissenschaft zeigten, dass nachhaltiges Lernen und Veränderungsbereitschaft ein Gefühl von Sicherheit und Wertschätzung voraussetzen. Für die Quartiersentwicklung bedeutet dies, dass positive Raumassoziationen und soziale Sicherheit aktiv in Planungsprozesse einfließen müssen. Statt sich nur auf technische und planerische Aspekte zu konzentrieren, sollte der soziale und emotionale Mehrwert im Mittelpunkt stehen. Best-Practice-Beispiele verdeutlichten, dass eine konsequente Ausrichtung an Lebensqualität und gesellschaftlichem Nutzen essenziell für eine erfolgreiche Stadtentwicklung ist.

Internationale Projekte wie das Wiener Stadtentwicklungsmodell „RothNEUsiedl“ zeigten, wie grüne Infrastruktur und nachhaltige Planung dazu beitragen, den Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen und Quartiere widerstandsfähiger gegenüber Klimaveränderungen zu gestalten.

Weitere internationale Beispiele, unter anderem aus Rotterdam, machten deutlich, dass nachhaltige und erschwingliche Wohnraumgestaltung keine unvereinbaren Gegensätze sein müssen. Der Austausch verdeutlichte, dass innovative Konzepte wie neue Finanzierungsmodelle und nachhaltige Bauweisen entscheidend sind, um langfristig tragfähige Lösungen zu entwickeln. 

Mit Blick auf das Ruhrgebiet lieferte VIVAWEST mit dem Modellquartier „Bergmannsgrün“ in Dortmund ein herausragendes Praxisbeispiel. Hier wird Quartiersentwicklung nach dem Baukastenprinzip gedacht, sodass soziale Begegnungsorte wie Quartierstreffs oder Gemeinschaftsgärten flexibel an unterschiedliche Bedarfe angepasst werden können

Zentrale Erkenntnisse: Mensch im Mittelpunkt, Wissenstransfer als Schlüssel

So wurde deutlich, dass Quartiersentwicklung sich nicht allein an technischen oder wirtschaftlichen Faktoren orientieren darf. Entscheidend für den Erfolg ist es, die Bedürfnisse der Menschen vor Ort in den Vordergrund zu stellen. Nur wenn Quartiere als Lebensräume gedacht werden, in denen soziale und emotionale Faktoren von Anfang an mitgeplant sind, können sie langfristig funktionieren.

„Man merkt, dass das Thema Quartiere sich im Laufe der drei Jahre, die wir die Veranstaltung hier anbieten, weiterentwickelt hat. Es gibt eine Verschiebung von den baulichen, rein fachlichen Themen, zu der Frage hin, wie das Zusammenleben in den Quartieren organisiert werden kann. Wodurch entsteht eigentlich Lebensqualität und wie kann Bauen dazu führen, diese zu steigern. Insofern hat sich der Quartierskongress auch thematisch erweitert auf die Themen, wie man das Leben in Quartieren organisieren kann“, fasste Prof. Dr. Rasmus C. Beck, Geschäftsführer von Duisburg Business & Innovation und Professor der EBZ Business School, die Erkenntnisse des dritten IQ-Kongresses zusammen. (lin/schi)

Ein Video zum IQ-Kongress 2025 finden Sie im YouTube-Kanal des „EBZ Bochum“

Akteure des IQ-Kongresses mit NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach EBZ

Am Nachmittag führte die Sommertour nach Speyer 🏘️☀️ Drei Stationen, drei unterschiedliche Ansätze – und doch verbindet sie eine Frage: Wie kann Wohnen bezahlbar, nachhaltig und gemeinschaftlich gestaltet werden? Los ging’s bei der GEWO Speyer 🏗️ In der Kurt-Schumacher-Straße entstehen drei neue Mehrfamilienhäuser mit 42 Wohnungen. Fast die Hälfte wird sozial gefördert. Dank der Förderung des Landes Rheinland-Pfalz bleibt das Mietniveau auch langfristig für mittlere Einkommen bezahlbar. Klimagerechte Bauweise, fünf barrierefreie Wohnungen – davon drei rollstuhlgerecht – und ein 200 Quadratmeter großer Gemeinschaftsraum ergänzen das Konzept. GEWO-Geschäftsführer Oliver Hanneder gab Einblicke in die Umsetzung. Nächster Stopp: @[Gemeinnütziges Siedlungswerk Speyer GmbH] 🏙️ Beim Projekt „Seppelskasten“ wurde zwischen 2019 und 2024 eine ehemalige Gewerbeimmobilie in eine moderne, weitgehend barrierefreie Wohnanlage verwandelt. Neubau und teilweise erhaltene Bestandsgebäude verbinden unterschiedliche Wohnformen. Auch eine Wohngruppe des Jugendwerks hat hier ein Zuhause gefunden. Fernwärme, Photovoltaik, begrünte Dächer und zusätzliche Grünflächen machen das Projekt auch energetisch zukunftsfähig. GSW-Geschäftsführer @[Christian Rohatyn] stellte das Projekt vor. Zum Abschluss: Mehrgenerationenwohnen bei der @[Baugenossenschaft Speyer eG] 🤝 13 Wohneinheiten, ein Gemeinschaftsraum und eine Gewerbeeinheit bilden den Rahmen für ein vielfältiges Miteinander. Auszubildende, Senioren, Familien und Alleinerziehende leben hier unter einem Dach. Der GBS-Nachbarschaftsverein sorgt mit regelmäßigen Treffen und Aktivitäten für Austausch und Unterstützung. @[Oliver Pastor] und @[Bernd Reif], Vorstände der GBS Speyer, zeigten, wie soziales Management lebendige Nachbarschaften stärken kann. Drei Projekte, drei Wege – aber eine gemeinsame Perspektive: Zukunftsfähiges Wohnen braucht Bezahlbarkeit, Klimaschutz, Barrierefreiheit und lebendige Quartiere. Speyer zeigt, wie das ganz praktisch funktionieren kann. #Sommertour2026 #Wohnungswirtschaft #Speyer #BezahlbaresWohnen #Quartiersentwicklung

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