Verbandstag der Wohnungswirtschaft in Baden-Württemberg: Wege zum bezahlbaren Wohnen
Peter Bresinski, Präsident des vbw, ging in seiner Begrüßung der rund 270 Gäste im Saal in der Stadthalle Reutlingen auf die Lage im Land ein. „Mit der neuen Landesbauordnung ist schon viel erreicht“, bekräftigte er. Dennoch brauche es weitere Erleichterungen bei den Standards und Vorgaben, Änderungen bei der Fördersystematik auf Objekt- und Subjektförderung sowie die schnellere Digitalisierung der Prozesse. Insbesondere die Kommunen sollten mehr Bauland ausweisen und dem Mietwohnungsbau Vorrang geben.
Im „Strategiedialog Bezahlbares Wohnen und innovatives Bauen“, den das Land vor drei Jahren ins Leben gerufen hat, beteiligt sich die Wohnungswirtschaft intensiv in diversen Arbeitsgruppen und bei den Projekten. „Wir haben als Branche ein großes Interesse daran, aufgrund wissenschaftlicher Ergebnisse, neue Lösungen für das bezahlbare Wohnen in Politik und Praxis zu bringen“, so Bresinski.
Strategiedialog: Umsetzung der Erkenntnisse
Prof. Dr. Simone Wunderle vom Staatsministerium Baden-Württemberg berichtete, dass sich aus den Arbeitsgruppen der drei Themensäulen schon gute Best-Practice-Beispiele, Lösungsansätze und Impulse für die Politik ergeben hätten. „Die Arbeitsgruppen behandeln Themen wie den kommunalen Werkzeugkasten, zirkuläres Bauen und insbesondere rechtliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen für das bezahlbare und nachhaltige Bauen und Sanieren“, so Wunderle.
Positive Ausblicke auf Bundesebene
„Die Bundesregierung muss mit ihren Bestrebungen für das bezahlbare Bauen und Wohnen Erfolg haben und wir wollen, dass sie das schafft“, brachte Axel Gedaschko, Präsident des GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen, die Lage auf den Punkt. Für die ersten 100 Tage habe die Bundesregierung den Bau-Turbo und die Verlängerung der Mietpreisbremse angekündigt. „Es wird eine Kommission geben, in der die streitbehafteten Themen inhaltlich ausgehandelt und zu einem Kompromiss geführt werden sollen“, berichtete Gedaschko. Daran werde sich der GdW intensiv beteiligen, versprach er.
Drei notwendige Veränderungen müssen in der Bundespolitik umgesetzt werden: „Um anders bauen zu können, braucht es rechtliche Änderungen. Bei der Förderung darf es künftig keine soziale Unwucht mehr geben und der Klimaschutz muss auf die CO2-Reduktion ausgerichtet werden“, so der GdW-Präsident. „Dafür lasst uns streiten“, beendete er seinen engagierten Vortrag mit dem Titel „Deutschland nach der Wahl“. (schu)