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Europa muss den Weg für Mieterstrom und Solarstrom im Mehrfamilienhaus freimachen

Berlin – Mit dem Start des Energy Sharing in Deutschland kommt die Energiewende bei der gemeinschaftlichen Nutzung von Solarstrom einen wichtigen Schritt voran. Der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW begrüßt die neue Möglichkeit, lokal erzeugten Strom gemeinsam zu nutzen. Gleichzeitig steht aber fest: Ohne eine schnelle europäische Lösung für Kundenanlagen, Mieterstrom und gemeinschaftliche Gebäudeversorgung droht die Energiewende im Mehrfamilienhaus ausgebremst zu werden.

4. Juni 2026
Solarkollektoren auf Mehrfamilienhaus
Foto: Adobe Stock

„Energy Sharing ist ein wichtiges Signal. Aber es löst nicht das zentrale Problem der Wohnungswirtschaft. Millionen Mieterinnen und Mieter können nur dann dauerhaft von günstigem Solarstrom profitieren, wenn Europa endlich einen rechtssicheren Rahmen für die dezentrale Energieversorgung in Mehrfamilienhäusern schafft“, sagte GdW-Präsident Axel Gedaschko.

Der GdW hat hierzu einen konkreten Vorschlag für eine Anpassung der europäischen Elektrizitätsbinnenmarktrichtlinie erarbeitet und bereits auf nationaler sowie europäischer Ebene eingebracht. Ziel ist es, kleinere und wettbewerbsneutrale Energieanlagen von den umfangreichen regulatorischen Anforderungen für Verteilnetzbetreiber auszunehmen und damit eine rechtssichere Grundlage für Mieterstrom, gemeinschaftliche Gebäudeversorgung und andere dezentrale Versorgungsmodelle zu schaffen.

„Die Politik fordert zu Recht mehr Photovoltaik auf den Dächern. Die Europäische Gebäuderichtlinie wird den Ausbau weiter beschleunigen. Gleichzeitig darf der Betrieb dieser Anlagen nicht durch eine Regulierung erschwert werden, die ursprünglich für große Verteilnetze geschaffen wurde. Das ist weder verhältnismäßig noch energiewendepolitisch sinnvoll“, so Gedaschko.

Hintergrund sind Entscheidungen des Europäischen Gerichtshofs und des Bundesgerichtshofs, die die bisherigen deutschen Regelungen zu Kundenanlagen grundlegend infrage gestellt haben. Zwar wurde für bestehende Anlagen eine Übergangsregelung geschaffen. Diese schafft jedoch keine dauerhafte Perspektive für den weiteren Ausbau dezentraler Energieversorgung.

Die sozial orientierte Wohnungswirtschaft sieht deshalb dringenden Handlungsbedarf auf europäischer Ebene. Der GdW hat deshalb einen konkreten Vorschlag vorgelegt, wie die Elektrizitätsbinnenmarktrichtlinie angepasst werden kann, um Rechtssicherheit zu schaffen und gleichzeitig den Wettbewerb zu schützen. Kern des Vorschlags ist eine europäische Bagatellgrenze für kleinere, wettbewerbsneutrale Energieanlagen. Diese würden weiterhin unbürokratisch betrieben werden können, ohne den regulatorischen Anforderungen eines Verteilnetzbetreibers zu unterliegen.

„Die Energiewende entscheidet sich nicht nur auf Freiflächen oder bei Großprojekten, sondern auch in Millionen Wohnungen. Wer mehr Solarstrom auf den Dächern will, muss auch ermöglichen, dass dieser Strom einfach, rechtssicher und bürokratiearm vor Ort genutzt werden kann. Mit unserem Vorschlag liegt dafür jetzt eine konkrete europäische Lösung auf dem Tisch“, erklärte Gedaschko.

Der GdW fordert Bundesregierung, Europäische Kommission und Europäisches Parlament auf, die notwendige Anpassung der Elektrizitätsbinnenmarktrichtlinie zügig auf den Weg zu bringen. Energy Sharing darf nicht der letzte Schritt für die dezentrale Energiewende sein, sondern muss der Auftakt für eine umfassende Stärkung von Mieterstrom und gemeinschaftlicher Energieversorgung werden. (schi)

Der ausführliche GdW-Vorschlag zum Download

Am Nachmittag führte die Sommertour nach Speyer 🏘️☀️ Drei Stationen, drei unterschiedliche Ansätze – und doch verbindet sie eine Frage: Wie kann Wohnen bezahlbar, nachhaltig und gemeinschaftlich gestaltet werden? Los ging’s bei der GEWO Speyer 🏗️ In der Kurt-Schumacher-Straße entstehen drei neue Mehrfamilienhäuser mit 42 Wohnungen. Fast die Hälfte wird sozial gefördert. Dank der Förderung des Landes Rheinland-Pfalz bleibt das Mietniveau auch langfristig für mittlere Einkommen bezahlbar. Klimagerechte Bauweise, fünf barrierefreie Wohnungen – davon drei rollstuhlgerecht – und ein 200 Quadratmeter großer Gemeinschaftsraum ergänzen das Konzept. GEWO-Geschäftsführer Oliver Hanneder gab Einblicke in die Umsetzung. Nächster Stopp: @[Gemeinnütziges Siedlungswerk Speyer GmbH] 🏙️ Beim Projekt „Seppelskasten“ wurde zwischen 2019 und 2024 eine ehemalige Gewerbeimmobilie in eine moderne, weitgehend barrierefreie Wohnanlage verwandelt. Neubau und teilweise erhaltene Bestandsgebäude verbinden unterschiedliche Wohnformen. Auch eine Wohngruppe des Jugendwerks hat hier ein Zuhause gefunden. Fernwärme, Photovoltaik, begrünte Dächer und zusätzliche Grünflächen machen das Projekt auch energetisch zukunftsfähig. GSW-Geschäftsführer @[Christian Rohatyn] stellte das Projekt vor. Zum Abschluss: Mehrgenerationenwohnen bei der @[Baugenossenschaft Speyer eG] 🤝 13 Wohneinheiten, ein Gemeinschaftsraum und eine Gewerbeeinheit bilden den Rahmen für ein vielfältiges Miteinander. Auszubildende, Senioren, Familien und Alleinerziehende leben hier unter einem Dach. Der GBS-Nachbarschaftsverein sorgt mit regelmäßigen Treffen und Aktivitäten für Austausch und Unterstützung. @[Oliver Pastor] und @[Bernd Reif], Vorstände der GBS Speyer, zeigten, wie soziales Management lebendige Nachbarschaften stärken kann. Drei Projekte, drei Wege – aber eine gemeinsame Perspektive: Zukunftsfähiges Wohnen braucht Bezahlbarkeit, Klimaschutz, Barrierefreiheit und lebendige Quartiere. Speyer zeigt, wie das ganz praktisch funktionieren kann. #Sommertour2026 #Wohnungswirtschaft #Speyer #BezahlbaresWohnen #Quartiersentwicklung

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