WBG „Treptow Nord“ eG und WBG-Mieterstrompartner legen Klima- und Sozialbericht für Mieterstrom vor
Die Wohnungsbau-Genossenschaft „Treptow Nord“ eG setzt in ihrem Berliner Wohnungsbestand ein Mieterstromvorhaben im Dachpachtmodell um. Gemeinsam mit der WBG-Mieterstrompartner als Konzeptentwickler und Umsetzungsbegleiter sowie der metergrid GmbH als Mieterstrom-Dienstleister ist die Installation von Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von über 5 MWp auf den Dächern von 89 Gebäuden vorgesehen. Nach Angaben der Beteiligten umfasst das Vorhaben 165 Einzelprojekte mit insgesamt 11.802 Solarmodulen. Damit sollen 3.149 Wohneinheiten Zugang zu lokal erzeugtem Solarstrom erhalten.
Die Genossenschaft setzt dabei auf das Dachpachtmodell: Sie verpachtet ihre Dachflächen an externe Betreiber, die Finanzierung, Bau und Betrieb der PV-Anlagen übernehmen. Nach Angaben der Projektpartner enthalten die Dachnutzungsverträge Regelungen zur Begrenzung des Mieterstromtarifs. Die für die Haushalte geltenden Preise und Bedingungen ergeben sich aus dem jeweiligen Stromlieferangebot.
Die Projekte werden nach Angaben der Beteiligten im virtuellen Summenzählermodell mit intelligenten Messsystemen an allen Verbrauchsstellen umgesetzt.
Solarstromversorgung und Stromkosten
Für den vorgesehenen Ausbau nennen die Projektpartner ein jährliches Solarstrom-Erzeugungspotenzial von 5,09 GWh. Dabei handelt es sich um eine Prognose. Die tatsächliche Erzeugung hängt unter anderem vom erreichten Ausbaustand, der Sonneneinstrahlung und dem Betrieb der Anlagen ab. Wie viel davon die teilnehmenden Haushalte unmittelbar nutzen können, hängt auch von ihrem Verbrauch und dessen zeitlicher Verteilung ab. Ergänzend benötigter Strom wird aus dem öffentlichen Netz bezogen.
Als Arbeitspreis für den PV-Strom nennen die Projektpartner zum Zeitpunkt der Berichterstattung 27,80 Cent je Kilowattstunde. Diese Angabe allein erlaubt noch keinen Vergleich der gesamten jährlichen Stromkosten. Dafür müssen auch der Preis des ergänzenden Netzstroms, etwaige Grundpreise und der tatsächlich genutzte Solarstromanteil berücksichtigt werden. Eine mögliche Ersparnis hängt zudem vom bisherigen beziehungsweise alternativ verfügbaren Stromtarif des jeweiligen Haushalts ab.
Die Teilnahme am Mieterstrommodell ist freiwillig – die freie Stromanbieterwahl bleibt erhalten.
Der Klima- und Sozialbericht soll die erwarteten Auswirkungen der Projekte dokumentieren. Für eine nachvollziehbare Bewertung der Emissions- und Kosteneffekte sind insbesondere die verwendeten Vergleichswerte, Berechnungsmethoden und Bezugszeiträume entscheidend. Prognosen und bereits gemessene Betriebsergebnisse müssen dabei erkennbar voneinander unterschieden werden.
Beitrag zur Berliner Solarstrategie
Nach eigenen Angaben ist die WBG-Mieterstrompartner offizieller Partner des Berliner Masterplans Solarcity. Mit den vorgesehenen Photovoltaikanlagen sollen zusätzliche Dachflächen im Genossenschaftsbestand für die Stromerzeugung genutzt werden.
Stimmen zum Projekt
„Der Ausbau von Mieterstrom ist ein wesentlicher Bestandteil unserer langfristigen Strategie zur Reduzierung von Emissionen, zur Stabilisierung von Energiekosten und zur Zukunftssicherung des Bestandes. Der Bericht macht deutlich, dass Mieterstrom nicht nur ökologische Effekte entfaltet, sondern auch wirtschaftliche und soziale Aspekte adressiert“, sagte Georg Petters, Vorstand der Wohnungsbau-Genossenschaft „Treptow Nord“ eG.
„Ziel dieses Klima- und Sozialberichts ist es, die ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Effekte von Mieterstrom faktenbasiert einzuordnen“, sagte Thomas Pfenning, Geschäftsführer der WBG-Mieterstrompartner.
Geplanter Ausbau und Erzeugungspotenzial auf einen Blick
Angaben der Projektpartner zum vorgesehenen Gesamtumfang; die Werte beschreiben nicht den bereits nachgewiesenen Betriebsstand.
Kerndaten auf einen Blick
| Vorgesehene gesamte PV-Leistung | 5.087 kWp |
| Wohneinheiten mit vorgesehenem Mieterstromzugang | 3.149 |
| Projekte / Wirtschaftseinheiten | 165 / 89 |
| PV-Jahresproduktion (Potenzial) | 5,09 GWh/Jahr |
| CO₂-Einsparung pro Jahr | 1.847 Tonnen |
| Kostenersparnis Mieter:innen/Jahr | 982.000 € |
| Gesamtersparnis Mieterstromtarif | 30 % |
One-Pager zum Klima- und Sozialbericht der WBG Treptow Nord:

