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Auf dem Weg in die digitale Zukunft: GWG Halle-Neustadt denkt die digitale Transformation im Bestand neu 

Halle – Die Wohnungswirtschaft steht vor der großen Herausforderung, bezahlbaren und sozialverträglichen Wohnraum zu schaffen und gleichzeitig den gestiegenen Anforderungen an Energieeffizienz und Klimaschutz gerecht zu werden. Gleichzeitig verlangt der rasante Fortschritt digitaler Technologien im Gebäudebereich nach neuen Antworten, um die Weichen für die Energiewende zu stellen.

16. April 2026
GWG Digitaler Heizungskeller
Foto: GWG

Das hallesche Wohnungsunternehmen GWG Halle-Neustadt mbH stellt sich dieser Aufgabe seit Jahren und treibt umfassende Modernisierungen ihres Wohnungsbestandes voran. Neben der energetischen Sanierung der Gebäudehülle, der Errichtung von Solarthermie- und Photovoltaik-Anlagen, dem Einbau energiesparender Beleuchtungen, Pumpen und Lüftungsanlagen, spielen digitale Technologien zunehmend eine Schlüsselrolle bei der Transformation der Wohnungswirtschaft. Aber ohne eine leistungsfähige digitale Infrastruktur sind moderne, effiziente Gebäudeprozesse kaum möglich. Dabei geht die GWG bewusst eigene, teils unkonventionelle Wege und trifft mutige Entscheidungen, um ihren Wohnungsbestand von rund 10.000 Wohnungen, vornehmlich im größten Stadtteil Halle-Neustadt, fit für die digitale Zukunft zu machen. 

Jana Kozyk, Geschäftsführerin der GWG ist überzeugt: „Wir wollen, ja müssen, unseren Bestand zukunftsfähig aufstellen. Mit der Bestandsentwicklung, im Besonderen der Digitalisierungsstrategie, nehmen wir gezielt Einfluss auf die Stadtentwicklung, unterstützen die Energiewende und schaffen eine tragfähige Grundlage für modernes und nachhaltiges Wohnen. Deshalb investieren wir in eine leistungsfähige Infrastruktur, entwickeln individuelle Lösungen, die genau zu unserem Bestand passen und beschreiten dabei mutig immer wieder auch neue Pfade.“

Die eigene digitale Netzinfrastruktur

Bereits seit 2018 baut die GWG, parallel zum öffentlichen Glasfaserausbau, eine eigene digitale Netzinfrastruktur im Bestand auf. Mit rund 1.400 Netzwerkverbindungen, 750 Datenschränken und einer flächendeckenden Stromversorgung hat das Unternehmen so eine technische Grundlage geschaffen, die einen direkten Zugriff auf nahezu alle Gebäude ermöglicht und als Basis für effiziente Gebäude- und Betreiberprozesse und

zukunftsfähige digitale Anwendungen dient. Mit dieser strategischen Entscheidung macht sich die GWG bewusst unabhängig von Fremdanbietern und reduziert langfristig Kosten. 
 

Digitalisierung als Hebel für Effizienz und Klimaschutz

Die digitale Infrastruktur dient nicht nur der Vernetzung, sondern vor allem der Optimierung von Gebäudebetrieb und Energieverbrauch. Bereits heute sind zahlreiche Anwendungen in GWG-Gebäuden integriert: beispielsweise Kameraüberwachung von Aufzugsanlagen und Hauseingangsbereichen, Photovoltaikanlagen auf Dachflächen bis hin zur digitalen Überwachung und Beseitigung von Störmeldungen technischer Anlagen.  

Ein besonderer Fokus liegt auf dem „digitalen Heizungskeller“. Derzeit hat die GWG 26 Liegenschaften mit digitaler Sensorik an ihren Heizungsanlagen ausgestattet. Sie ermöglichen ein detailliertes Monitoring und datenbasierte Steuerung, so dass Anomalien oder Ausfälle frühzeitig erkannt und Heizkurven, Pumpenleistung oder Regelzeiten bedarfsgerecht optimiert werden können.

Die Ergebnisse sind bemerkenswert: Energieeinsparungen von bis zu 25 Prozent sind realistisch und können sogar eine Verbesserung der Gebäudeeffizienzklasse bewirken – ganz ohne aufwendige Sanierungen oder den Austausch bestehender Technik. Stattdessen setzt die GWG auf intelligente Betriebsoptimierung.
 

Glasfaserausbau

Auch beim Glasfaserausbau betritt die GWG bewusst neue Wege. Statt die Netzinfrastruktur vollständig an Telekommunikationsanbieter zu überlassen, entschied sich das Unternehmen frühzeitig, die gebäudeinterne Infrastruktur selbst aufzubauen.  Damit sichert das Wohnungsunternehmen als Netzeigentümerin ihren Mieterinnen und Mietern eine Anbieterfreiheit und vermeidet Monopolstrukturen. 

Aufgrund bestehender Verträge war ein direkter Glasfaserausbau zunächst nicht möglich. Durch den Einbau von Leerrohrsystemen, sogenannte Speedpipes, hat die GWG von 2018 bis 2024 tausende Wohnungen schon Jahre vor dem eigentlichen Glasfaserausbau zukunftsfähig vorbereitet.

So ist heute rund ein Drittel ihres Wohnungsbestandes bereits digital ausgestattet und an das öffentliche Glasfasernetz angeschlossen oder dafür vorbereitet. Allein in den letzten zwei Jahren wurden rund 1.500 Wohnungen direkt mit einem Glasfaseranschluss ausgestattet. Gleichzeitig ermöglicht ein neu verhandeltes Vertragsmodell mit der Telekom den bedarfsgerechten Glasfaserausbau bis in die Wohnung – ein organisatorisch anspruchsvoller, aber wirtschaftlich flexibler Ansatz für die Wohnungsgesellschaft.
 

Photovoltaik im Bestand

Der Weg zu Photovoltaikanlagen auf Bestandsgebäuden – insbesondere auf DDR-Plattenbauten, wie sie Halle-Neustadt prägen – erwies sich als herausfordernd und komplex. Auch hier sind individuelle Lösungen gefragt, um die Energiewende zu unterstützen. Nach dem Scheitern eines ersten Pilotprojekts in Kooperation mit dem lokalen Energieversorger aufgrund von Statikproblemen, bürokratischen Hürden und der Wirtschaftlichkeit, entwickelte die GWG praxistaugliche Lösungen: der Einsatz von Ultraleichtmodulen, um die statischen Herausforderungen zu meistern und der Betrieb der Anlagen als Volleinspeiser umgeht einige bürokratische Hürden. 

Mit Erfolg: Seit 2024 installierte die GWG 23 PV-Anlagen mit einer Gesamtleistung von mehr als 400 kWp auf Dachflächen. Allein im Jahr 2025 konnten rund 191.000 kWh Strom erzeugt und etwa 110 Tonnen CO₂ eingespart werden.
 

Fazit: Transformation braucht Mut zur Differenzierung

Ob eigene Netzinfrastruktur, vorausschauender Glasfaserausbau oder pragmatische PV-Konzepte, die Praxisbeispiele zeigen deutlich: Die GWG setzt nicht auf Standardlösungen, sondern auf eine eigenständige, integrierte Digitalstrategie.

„Wir wollen unsere Stadt mitgestalten. Die Digitalisierung ist dabei ein zentraler Bestandteil einer zukunftsfähigen Wohnungswirtschaft. Unsere Projekte zeigen, dass sich Investitionen in digitale Infrastruktur, Energieeffizienz und neue Technologien mehrfach auszahlen: wirtschaftlich, ökologisch und für die nachhaltige Lebensqualität unserer Mieterinnen und Mieter“, erklärt Jana Kozyk. 

Foto: GWG
Foto: GWG
Foto: GWG
Fotos: GWG

Urbaner #Wohnungsmarkt am Limit: Wie viel Bezahlbarkeit ist noch finanzierbar? 🏙️ Steigende #Baukosten, das aktuelle Zinsniveau und eine immer komplexere Regulierung setzen den Wohnungsbau massiv unter Druck. Während der politische Ruf nach bezahlbarem #Wohnraum lauter wird, klafft die Schere zur marktwirtschaftlichen Realität immer weiter auseinander. Lässt sich dieses Spannungsfeld überhaupt noch auflösen – und wer trägt am Ende die Verantwortung? Genau diesen brennenden Fragen widmet sich #GdW-Präsident @[Axel Gedaschko] auf dem 20. IREBS Immobilien-Symposium. In seinem Impulsvortrag „Urbaner Wohnungsmarkt unter Druck: Wie viel Bezahlbarkeit ist noch finanzierbar?“ wird er die Grenzen und Zielkonflikte zwischen politischem Anspruch und ökonomischer Machbarkeit schonungslos beleuchten. Doch dabei bleibt es nicht: Direkt im Anschluss vertieft er das Thema in der Paneldiskussion „Zwischen Rendite, Regulierung und Verantwortung: Wer baut morgen die bezahlbaren Wohnungen?“ Save the Date: 📅 12. Juni 2026 📍 Kloster Eberbach (Eltville am Rhein) 💡 Leitthema: „Auf festem Grund: Perspektiven geben in bewegten Zeiten“ Mehr zum Programm: https://lnkd.in/gPxnMjT

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