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Wie Städte und Gebäude der Hitze trotzen können

Bonn – Städte sind besonders Hitzewellen ausgesetzt – doch es gibt Lösungen. Von grünen Dächern über Schwammstadt-Konzepte bis zu kühlen Rückzugsorten im öffentlichen Raum: Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) zeigt, wie sich Kommunen, Gebäude und Infrastrukturen wirksam anpassen lassen. Entscheidend ist, dass Politik, Planung und Praxis gemeinsam handeln.

17. Juli 2025
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Immer häufigere und intensivere Hitzewellen setzen Städten, Infrastrukturen und Gebäuden zunehmend zu. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Kinder und chronisch Kranke. Wie lassen sich Kommunen, Quartiere und Bauwerke besser auf diese Extremwetterlagen vorbereiten? Das BBSR untersucht, mit welchen Maßnahmen sich Städte resilienter und lebenswerter gestalten lassen.

Laut einer aktuellen Studie von Umweltbundesamt und Robert Koch-Institut ist die hitzebedingte Sterblichkeit in städtischen Gebieten besonders hoch, vor allem in West- und Süddeutschland. Gründe sind dichte Bebauung, versiegelte Flächen und fehlende nächtliche Abkühlung. Hinzu kommt: Grünflächen sind ungleich verteilt, wie die BBSR-Studie „Wie grün sind deutsche Städte?“ belegt.

Öffentliche Gebäude oft unzureichend geschützt

Besonders deutlich werden die Mängel beim Blick auf zentrale Einrichtungen wie Krankenhäuser und Schulen. Sie sind für viele Menschen täglicher Aufenthalts- oder Arbeitsort und oft nicht auf Hitzebelastungen vorbereitet.

Krankenhäuser: Laut einer Blitzumfrage des Deutschen Krankenhausinstituts sind nur 70 Prozent der Kliniken in einzelnen Bereichen baulich auf Hitze eingestellt. Fünf Prozent haben bislang gar keine Maßnahmen ergriffen. Studien zeigen: Hitzebelastung kann das Risiko von Krankenhausinfektionen erhöhen. Auch das Personal leidet unter überhitzten Arbeitsbedingungen – mit Folgen für Gesundheit, Leistung und Versorgungssicherheit.

Schulen: Auch Schulen geraten zunehmend unter thermischen Stress. Systematische Daten fehlen, doch erste Erhebungen zeigen: In vielen Klassenzimmern steigen die Temperaturen im Sommer auf über 30 Grad – vor allem in oberen Stockwerken. Laut dem Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg sinkt die Konzentrationsfähigkeit bereits ab 26 Grad messbar. Hitze erhöht das Unfallrisiko, führt zu Fehlzeiten und stört das soziale Miteinander – mit direkten Auswirkungen auf den Lernalltag.

Städte im Hitzestress: Beton statt Schatten

Städtische Räume bieten häufig nur wenig Schutz vor Hitze. Versiegelte Flächen, fehlende Bäume und mangelnder Schatten machen heiße Tage besonders für vulnerable Gruppen zur Belastung. Gleichzeitig verbringen Menschen bis zu 90 Prozent ihrer Zeit in Innenräumen. Doch auch dort fehlt oft eine ausreichende Hitzeschutzstrategie: Glasfassaden und fehlende Verschattung lassen Gebäude stark aufheizen. Klimagerechtes Bauen ist daher keine Kür, sondern Voraussetzung für Gesundheit, Aufenthaltsqualität und den Werterhalt von Immobilien.

Mehr Grün, mehr Wasser, weniger Beton

Grünflächen, Wasser und Entsiegelung sind zentrale Bausteine einer klimafesten Stadt. Das Schwammstadt-Prinzip kombiniert diese Elemente: Es speichert Wasser, kühlt die Umgebung und schützt zugleich vor Starkregen. Ein einzelner Baum kann die Wirkung von bis zu zehn Klimaanlagen erreichen – wenn er ausreichend mit Wasser versorgt ist. Doch Trockenphasen und sinkende Grundwasserspiegel gefährden diese natürlichen Kühlfunktionen. Auch nächtliche Lüftung funktioniert bei steigender Zahl tropischer Nächte zunehmend schlechter.

Kleine Maßnahmen – große Wirkung

Schon einfache Maßnahmen können Hitze deutlich abmildern. Eine helle statt dunkler Dachbedeckung reduziert die Zahl überhitzter Stunden um bis zu 20 Prozent, wieBBSR-Studien zeigen. Begrünte Dächer oder Fassaden wirken noch stärker: Sie können Temperaturunterschiede von bis zu 30 Grad bewirken. Problematisch ist jedoch die ungleiche Verteilung solcher Maßnahmen. Manche Stadtviertel sind deutlich stärker betroffen als andere.

Praxis zeigt: Anpassung ist möglich

Projekte wie die vom Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) und dem BBSR initiierten „Urban Heat Labs“ zeigen, wie klimaangepasste Stadtgestaltung gelingen kann. Sechs deutsche Städte entwickeln und erproben dort Maßnahmen wie grüne Korridore, Cooling Points oder hitzeangepasste Sanierungen – auch in denkmalgeschützten Quartieren. Die Modellvorhaben sind ein Baustein der Hitzeschutzstrategie des BMWSB.

Zudem gewinnen öffentliche, konsumfreie Räume mit Trinkwasserangebot an Bedeutung: Sie bieten gerade für besonders gefährdete Menschen einen Rückzugsort in Hitzeperioden.

Fazit: Klimaanpassung ist keine Zukunftsfrage, sondern eine drängende Aufgabe der Gegenwart. Der Hitzeschutz von Städten, Gebäuden und Infrastrukturen muss jetzt systematisch angegangen werden. Forschung, Förderprogramme und kommunale Praxis zeigen: Vieles ist möglich – wenn der politische Wille und die Ressourcen vorhanden sind. (schla)

Weitere Infos unter www.bbsr.bund.de

📌 3 Fragen an GdW-Präsident @[Axel Gedaschko] im Handelsblatt Bezahlbarer Wohnraum, KI in der Wohnungswirtschaft und innovative Projekte – darüber spricht Axel Gedaschko im Kurzinterview. 👉 Jetzt lesen https://lnkd.in/dzpv3tVz

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