Wie klimaangepasst sind Deutschlands Gebäude?
Für die Berichterstattung des Bundes zur Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel empfehlen die Forschenden drei Kernindikatoren:
- Gefährdung besonders schutzbedürftiger Menschen: Wie viele Gebäude sowie Einrichtungen für vulnerable Gruppen liegen in festgesetzten Überschwemmungsgebieten?
- Versiegelung von Grundstücken: Wie groß ist der Anteil bebauter oder befestigter Flächen, auf denen Regenwasser nicht oder nur eingeschränkt versickern kann?
- Finanzielle Vorsorge: Wie viele Gebäude sind durch eine Elementarschadenversicherung gegen Naturgefahren wie Hochwasser oder Starkregen abgesichert?
„Klimaanpassung bedeutet, Menschen zu schützen, Schäden möglichst zu vermeiden und verbleibende Risiken finanziell abzusichern. Diese drei Dimensionen bilden die ausgewählten Kernindikatoren ab“, sagte Svenja Binz, Expertin für Klimaanpassung am BBSR. „Damit entsteht eine belastbare Grundlage, um Entwicklungen zu beobachten und die Wirkung von Anpassungsmaßnahmen besser einzuschätzen.“
Die weiteren sechs Indikatoren ergänzen dieses Bild. Sie erfassen unter anderem Sanierungen am Gebäudebestand, die Verbreitung von Gründächern und die Verschattung von Grundstücken durch Baumkronen. Gerade solche baulichen und naturbasierten Maßnahmen können dazu beitragen, Gebäude und ihr Umfeld besser gegen Hitze und Starkregen zu schützen.
Noch lässt sich allerdings nicht jeder Indikator flächendeckend mit Daten unterlegen. Vor allem zu den baulichen Eigenschaften bestehender Gebäude fehlen bundesweit vergleichbare Informationen. „Diese Datenlücken erschweren es, die Klimaresilienz des Gebäudebestands umfassend zu bewerten“, so Binz. „Die Forschung kann dazu beitragen, geeignete Datengrundlagen und Erhebungsmethoden weiterzuentwickeln.
Die Studie „Entwicklung von messbaren Zielen, Indikatoren und Maßnahmen der Klimaanpassung im Bauwesen/Gebäudebereich“ finden Sie unter www.bbsr.bund.de im Bereich „Publikationen“
