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Wie klimaangepasst sind Deutschlands Gebäude?

Bonn Wie viele Gebäude stehen in Überschwemmungsgebieten? Wie stark sind Grundstücke versiegelt? Und wie groß ist die Versicherungslücke bei Schäden durch Naturgefahren? Antworten auf solche Fragen können zeigen, wie gut der Gebäudebestand auf die Folgen des Klimawandels vorbereitet ist. Bislang fehlt jedoch eine bundesweit einheitliche Datengrundlage. Eine Studie im Auftrag des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) schlägt nun ein System aus neun Indikatoren vor. Mit ihnen lassen sich unterschiedliche Aspekte der Klimaanpassung erfassen und Entwicklungen über längere Zeiträume beobachten.

10. September 2026
indikatoren-klimaanpassung-bauwesen

Für die Berichterstattung des Bundes zur Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel empfehlen die Forschenden drei Kernindikatoren:

  • Gefährdung besonders schutzbedürftiger Menschen: Wie viele Gebäude sowie Einrichtungen für vulnerable Gruppen liegen in festgesetzten Überschwemmungsgebieten?
  • Versiegelung von Grundstücken: Wie groß ist der Anteil bebauter oder befestigter Flächen, auf denen Regenwasser nicht oder nur eingeschränkt versickern kann?
  • Finanzielle Vorsorge: Wie viele Gebäude sind durch eine Elementarschadenversicherung gegen Naturgefahren wie Hochwasser oder Starkregen abgesichert?

„Klimaanpassung bedeutet, Menschen zu schützen, Schäden möglichst zu vermeiden und verbleibende Risiken finanziell abzusichern. Diese drei Dimensionen bilden die ausgewählten Kernindikatoren ab“, sagte Svenja Binz, Expertin für Klimaanpassung am BBSR. „Damit entsteht eine belastbare Grundlage, um Entwicklungen zu beobachten und die Wirkung von Anpassungsmaßnahmen besser einzuschätzen.“

Die weiteren sechs Indikatoren ergänzen dieses Bild. Sie erfassen unter anderem Sanierungen am Gebäudebestand, die Verbreitung von Gründächern und die Verschattung von Grundstücken durch Baumkronen. Gerade solche baulichen und naturbasierten Maßnahmen können dazu beitragen, Gebäude und ihr Umfeld besser gegen Hitze und Starkregen zu schützen.

Noch lässt sich allerdings nicht jeder Indikator flächendeckend mit Daten unterlegen. Vor allem zu den baulichen Eigenschaften bestehender Gebäude fehlen bundesweit vergleichbare Informationen. „Diese Datenlücken erschweren es, die Klimaresilienz des Gebäudebestands umfassend zu bewerten“, so Binz. „Die Forschung kann dazu beitragen, geeignete Datengrundlagen und Erhebungsmethoden weiterzuentwickeln.

Die Studie „Entwicklung von messbaren Zielen, Indikatoren und Maßnahmen der Klimaanpassung im Bauwesen/Gebäudebereich“ finden Sie unter www.bbsr.bund.de im Bereich „Publikationen“

🏗️ Serielles Sanieren nimmt Fahrt auf – vom Pionierprojekt in die Breite! Wie schaffen wir es, den Gebäudebestand schneller, wirtschaftlicher und zugleich klimaneutral zu machen? Darüber diskutierten heute auf der @[EXPO REAL (Messe München)] am Verbände+ Stand @[Stolte Christian] (@[Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena)], @[Tim-Oliver Müller] (@[Hauptverband der Deutschen Bauindustrie]) und GdW-Hauptgeschäftsführerin @[Ingeborg Esser], moderiert von @[Michael Neitzel]. Im Mittelpunkt: die neue Rahmenvereinbarung SerSan 1.0 von GdW, Bauindustrie und dena. Und das Interesse des Marktes ist groß: 48 Teilnahmeanträge sind eingegangen – von regionalen ebenso wie überregionalen Anbietern. 💬 „Die Offenheit unserer Mitgliedsunternehmen für das serielle Sanieren hat deutlich zugenommen“, betonte Ingeborg Esser. Die Rahmenvereinbarung soll insbesondere kommunalen und öffentlichen Wohnungsunternehmen einen deutlich einfacheren und schnelleren Zugang zu seriellen Sanierungslösungen ermöglichen – wesentliche Schritte des aufwendigen europäischen Vergabeverfahrens werden bereits vorweggenommen. Das Potenzial ist enorm: Sechs unterschiedliche Gebäudetypen sowie verschiedene Sanierungs- und Effizienzstandards sollen dafür sorgen, dass Lösungen für einen möglichst breiten Bestand angeboten werden können. Klar wurde in der Diskussion aber auch: Klimaneutralität darf nicht mit maximaler Effizienz jedes einzelnen Gebäudes verwechselt werden. Entscheidend ist der Blick auf den gesamten Bestand. Begrenzte finanzielle Mittel müssen dort eingesetzt werden, wo sie die größte CO₂-Wirkung entfalten. Der GdW setzt sich deshalb weiterhin dafür ein, auch EH 85 angemessen in der Förderung zu berücksichtigen. 🏭 Serielles Sanieren bietet dabei mehr als Kostenvorteile: Vorfertigung, Digitalisierung sowie die Verbindung von Planung und Bauen können Geschwindigkeit, Produktivität und Qualität deutlich erhöhen. Gleichzeitig schafft die Rahmenvereinbarung mehr Planungssicherheit für die Unternehmen und erleichtert Wohnungsunternehmen die Vergabe. Jetzt kommt es darauf an, aus dem großen Marktinteresse konkrete Projekte zu machen. Denn eines ist sicher: Serielles Sanieren ist längst mehr als ein Experiment – es kann zu einem wichtigen Baustein für den klimaneutralen Gebäudebestand werden.

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