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Vierteljährliche Zinsanalyse: Drittes Quartal 2024

Die letzte Zinsprognose in der wi Wohnungspolitische Informationen vom 19. Juni 2024 blickte zurück auf die Entscheidung des Rats in der Europäischen Zentralbank (EZB-Rat), am 6. Juni 2024 eine Umkehr der Leitzinspolitik im Eurosystem einzuleiten. Trotz damals nicht erfolgreich bekämpfter Inflation wurden die geldpolitischen Zinssätze nicht mehr angehoben oder gehalten, sondern abgesenkt. Auch diese vorliegende Zinsprognose blickt auf den aktuellen Ratsbeschluss zurück, erneut wurden nämlich die Leitzinssätze am 18. September 2024 gesenkt – ein Akt, der in der Ratssitzung vom 12. September 2024 beschlossen wurde.

4. November 2024
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KONTAKT: PROF. DR. MARKUS KNÜFERMANN (M.KNUEFERMANN@EBZ-BS.DE)

Im Eurosystem werden Leitzinssätze für drei Geldgeschäfte unterschieden: (1) Hauptrefinanzierungsgeschäfte – sie bieten Kreditinstituten die Möglichkeit, sich im Zentralbankensystem Liquidität zu besorgen. Bis vor der Weltfinanzkrise im Herbst 2008 waren die Beschaffungsmöglichkeiten begrenzt und das Geld wurde sozusagen versteigert. Seit der Weltfinanzkrise gilt bei der Refinanzierung aber die Vollzuteilung. Benötigte ein Kreditinstitut darüber hinaus mehr Liquidität, konnte es auf die (2) Spitzenrefinanzierung zurückgreifen. Der Zinssatz liegt generell oberhalb des Hauptrefinanzierungszinssatzes. Er hat durch die unbegrenzten Hauptrefinanzierungen aktuell keine Bedeutung. Durch Überliquidität in den Märkten haben ohnehin beide Refinanzierungszinssätze an Bedeutung verloren. Stattdessen wurde per Ratsbeschluss vom 13. März 2024 entschieden, die Geldpolitik über den Zinssatz der (3) Einlagenfazilität zu steuern. Nicht mehr Kreditzinssätze leiten die Märkte, sondern der Einlagenzinssatz ist der zentrale Stellhebel.

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🏗️ Baugenehmigungen steigen – jetzt muss aus Zuversicht bezahlbarer Wohnraum werden Die Genehmigungszahlen zeigen weiter nach oben: Im Juli wurden bundesweit 22.500 Wohnungen genehmigt, 1,9 Prozent mehr als vor einem Jahr. Von Januar bis Juli waren es 148.800 Wohnungen – ein Plus von 12,9 Prozent. Besonders wichtig für den Mietwohnungsbau: Bei neuen Mehrfamilienhäusern stieg die Zahl der genehmigten Wohnungen um 15,1 Prozent auf 79.700. Das ist ein ermutigendes Signal. Aber: Eine Genehmigung ist noch keine gebaute und vor allem keine bezahlbare Wohnung. Auch die jüngste ifo-Umfrage zeigt: Die Zuversicht im Wohnungsbau wächst, die aktuelle Geschäftslage bleibt jedoch schwierig. Was jetzt zählt: 🏠 Baukosten dauerhaft senken – mit einem praxistauglichen Gebäude-Basisstandard und weniger kostentreibenden Anforderungen. 🏠 Gebäudetyp E endlich rechtssicher machen. Die Verzögerungen dürfen so nicht weitergehen. 🏠 Serielles und modulares Bauen stärken und Planungs- und Genehmigungsverfahren vereinfachen und beschleunigen. 🏠 Neubauförderung verlässlich gestalten, insbesondere für das bezahlbare mittlere Mietsegment, und die EH55-Plus-Förderung über das Jahresende hinaus fortführen. 🏠 Bei der Sonder-AfA nach § 7b EStG das vorgeschriebene Effizienzhaus-Niveau auf den kostengünstigeren EH55-Standard absenken. 📣 Bezahlbarer Neubau braucht mehr als steigende Genehmigungszahlen. Er braucht Rahmenbedingungen, unter denen Wohnungsunternehmen tatsächlich bauen können – und Menschen sich die entstehenden Wohnungen leisten können.

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