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Serielles Sanieren soll Standard werden: GdW startet europaweite Rahmenausschreibung

Berlin – Energetische Sanierungen sollen schneller, planbarer, digitaler und bezahlbarer werden. Dafür haben Wohnungswirtschaft und Bauindustrie die europaweite Ausschreibung für die neue GdW-Rahmenvereinbarung „Serielles Sanieren 1.0“ gestartet. Die Bekanntmachung wurde auf TED, der zentralen EU-Plattform für öffentliche Ausschreibungen, veröffentlicht.

3. September 2026
dena Energiesprong in Merseburg, 17.10.2024.
Foto: Felix Zahn/photothek.de

Mit der Rahmenvereinbarung soll Wohnungsunternehmen der Zugang zu verlässlichen, qualitativ hochwertigen und wirtschaftlich planbaren Sanierungslösungen aus einer Hand erleichtert werden. Beteiligt sind der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW, der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) und die Deutsche Energie-Agentur (dena) gemeinsam mit dem Bundeswirtschafts- und dem Bundesbauministerium.

Vom Einzelprojekt in die breite Anwendung

„Mit der Rahmenvereinbarung wollen wir das serielle Sanieren vom Einzelprojekt in die breite Anwendung bringen“, sagte Ingeborg Esser, Hauptgeschäftsführerin des GdW. Standardisierte Prozesse und industrielle Vorfertigung ermöglichten schnellere Abläufe, besser planbare Kosten und einen effizienteren Einsatz knapper Kapazitäten.

Esser sieht darin einen wichtigen Hebel, um den Gebäudebestand bezahlbar, klimafreundlich und in großem Maßstab zu modernisieren.

Auch die Bauindustrie setzt auf skalierbare Sanierungskonzepte. „Millionen Bestandgebäude mit einem eher unzureichenden energetischen Zustand sind die Herausforderungen vieler Städte und Gemeinden“, sagte Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des HDB. Für die Erreichung der Klimaziele bis 2045 brauche es bautechnische Lösungen, die Geschwindigkeit, Qualität und Wirtschaftlichkeit vereinen.

„Neben individueller Einzellösungen rücken skalierbare Sanierungskonzepte für ganze Quartiere und Wohnungsportfolios zusätzlich in den Fokus“, so Müller. Daraus könnten neue Investitionsperspektiven für Bauunternehmen, Hersteller und Planer sowie neue Wertschöpfungs- und Beschäftigungspotenziale entlang der Bau- und Zulieferkette entstehen.

Der Begleitkreises zur Projektgruppe bei seinem Treffen in Berlin – mit GdW-Hauptgeschäftsführerin Ingeborg Esser (5. v. r.) und Fabian Viehrig, Leiter Bauen und Technik im GdW (r.). Foto: GdW

Serielles Sanieren als Wirtschaftsfaktor

Auch die Deutsche Energie-Agentur sieht in der Entwicklung ein erhebliches wirtschaftliches Potenzial. „Serielles Sanieren zahlt nicht nur in den Klimaschutz ein, sondern hat sich vom Nischensegment zum Wachstumsmotor für die deutsche Wirtschaft entwickelt“, sagte Nico Gorsler, Teamleiter des dena-Kompetenzzentrums Serielles Sanieren.

Bislang wurden nach Angaben der dena durch serielles Sanieren rund 2 Milliarden Euro umgesetzt. Bis 2045 könnte sich das Marktvolumen auf 500 Milliarden Euro erhöhen. Gorsler verweist zudem auf neue Qualifikationen und Arbeitsplätze sowie mögliche Vorteile für den Mittelstand und ganze Regionen.

Was die Rahmenvereinbarung leisten soll

Für Wohnungsunternehmen soll die Rahmenvereinbarung vor allem den Zugang zu erprobten und skalierbaren Sanierungslösungen vereinfachen. Darüber hinaus sollen Vergabe- und Planungsprozesse strukturiert und beschleunigt werden. Auch Qualität, Kosten und Umsetzung sollen verlässlicher planbar werden.

Standardisierte Prozesse und industrielle Vorfertigung ermöglichten schnellere Abläufe, besser planbare Kosten und einen effizienteren Einsatz knapper Kapazitäten. Foto: Felix Zahn/photothek.de

So läuft das Ausschreibungsverfahren

Im ersten Schritt reichen interessierte Unternehmen ihre Unterlagen für den Teilnahmewettbewerb ein. Erfolgreiche Bewerber werden anschließend zur Abgabe eines oder mehrerer Angebote aufgefordert.

Die Ausschreibung umfasst vier Angebotsregionen und vier Fachlose: die energetische Sanierung der Außenwand sowie Sanierungen auf den Effizienzhaus-Niveaus EH85, EH70 und EH55. Die Angebote können anhand von fünf Stellvertretergebäuden kalkuliert und konkretisiert werden.

Unternehmen können sich gezielt für einzelne Gebäudetypen, Fachlose oder Regionen bewerben. Eine Teilnahme an sämtlichen Bereichen ist nicht erforderlich.

Grundlage der Ausschreibung ist eine funktionale Leistungsbeschreibung. Gesucht werden integrierte Gesamtlösungen aus einer Hand.

Die detaillierten Ausschreibungsunterlagen sind hier abrufbar.

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