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Roadshow der Europäischen Investitionsbank in Berlin

Berlin – Im Europäischen Haus in Berlin diskutierten am 4. Mai 2026 im Rahmen der Roadshow der Europäischen Investitionsbank (EIB) hochrangige Vertreter aus Politik, Finanzwirtschaft und Wohnungswirtschaft über Wege zu mehr bezahlbarem und nachhaltigem Wohnraum. Klar wurde: Die Herausforderungen sind groß – aber es gibt konkrete Hebel.

7. Mai 2026
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Jörg Kotzenbauer (HOWOGE), Christine Garburg (EIB), Bausenator Christian Gaebler, Ioannis Tsakiris (EIB), Christian Gebhardt (GdW), Wolfgang Köster (Honext), Nicola Beer (EIB) und Markus Terboven (Gewobag) (v. l.)

Foto: GdW

Zum Auftakt setzte Barbara Gessler, Vertreterin der Europäischen Kommission in Deutschland, den strategischen Rahmen. Die EU-Kommission adressiert die Wohnungskrise im Affordable Housing Plan entlang von vier zentralen Säulen: mehr Wohnraum schaffen, Investitionen mobilisieren, kurzfristige Vermietungen regulieren und gezielt vulnerable Gruppen unterstützen. Entscheidend sei nun die konsequente Umsetzung dieser Maßnahmen.

Barbara Gessler, Vertreterin der Europäischen Kommission in Deutschland

Foto: GdW

Nicola Beer, Vizepräsidentin der Europäischen Investitionsbank (EIB), betonte die enge Zusammenarbeit zwischen europäischer und nationaler Ebene. Unter dem Leitmotiv „Homes for People“ verstehe die EIB Wohnen als Teil der Daseinsvorsorge. Entsprechend gehe es nicht nur um Finanzierung, sondern auch um gesellschaftliche Verantwortung. Der Aktionsplan der EIB Gruppe setzt genau hier an und fördert Investitionen in Neubau, energetische Sanierung sowie innovative und nachhaltige Baustoffe und Bauprozesse.

Ioannis Tsakiris, Vizepräsident der EIB, ordnete die Herausforderung europäisch ein: In allen europäischen Metropolen stehen die Wohnungsmärkte unter Druck, insbesondere für Familien, junge Menschen und Haushalte mit geringem Einkommen. Die EIB verstehe sich dabei nicht nur als Finanzierer, sondern auch als beratender Partner für europäische und nationale Institutionen.

Aus deutscher Perspektive machten Annet Jura, Abteilungsleiterin im Bundesbauministerium, und Christian Gaebler, Senator für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen des Landes Berlin und Vorsitzender der Bauministerkonferenz, den enormen Handlungsdruck deutlich: steigende Baukosten, hohe Zinsen und ambitionierte Standards treffen auf begrenzte Mietspielräume.

In der Diskussion mit Christian Gaebler, Markus Terboven (Gewobag), Jörg Kotzenbauer (HOWOGE), Wolfgang Köster (Honext) und Christian Gebhardt (GdW) wurde klar: Der Schlüssel für Kostensenkungen liegt in der Standardisierung und Vorfertigung. Ein zentraler Impuls kam dabei von Christian Gebhardt: Die GdW-Rahmenvereinbarungen für serielles Bauen entfalten bereits Wirkung – in der zweiten Ausschreibung wurden innerhalb von zwei Jahren bereits so viele Projekte angestoßen wie im gesamten Zeitraum der ersten Runde. Der nächste Schritt ist der Blick auf den Bestand: mit der aktuell in Vorbereitung befindlichen Rahmenvereinbarung für serielles Sanieren (SerSan 1.0).

Kritisch wurde angemerkt, dass „First-of-the-kind“-Ansätze in Europa häufig schwer in die Umsetzung kommen, da es oft keine passenden Finanzierungsmöglichkeiten gibt oder auf der Anwenderseite der Mut fehlt. Entscheidend wird sein, Innovation nicht nur zu entwickeln, sondern sie auch in den Markt zu bringen. ⇒(zeis)

Weitere Informationen zur EIB finden Sie unter www.eib.org

🏗️ Baugenehmigungen steigen – jetzt muss aus Zuversicht bezahlbarer Wohnraum werden Die Genehmigungszahlen zeigen weiter nach oben: Im Juli wurden bundesweit 22.500 Wohnungen genehmigt, 1,9 Prozent mehr als vor einem Jahr. Von Januar bis Juli waren es 148.800 Wohnungen – ein Plus von 12,9 Prozent. Besonders wichtig für den Mietwohnungsbau: Bei neuen Mehrfamilienhäusern stieg die Zahl der genehmigten Wohnungen um 15,1 Prozent auf 79.700. Das ist ein ermutigendes Signal. Aber: Eine Genehmigung ist noch keine gebaute und vor allem keine bezahlbare Wohnung. Auch die jüngste ifo-Umfrage zeigt: Die Zuversicht im Wohnungsbau wächst, die aktuelle Geschäftslage bleibt jedoch schwierig. Was jetzt zählt: 🏠 Baukosten dauerhaft senken – mit einem praxistauglichen Gebäude-Basisstandard und weniger kostentreibenden Anforderungen. 🏠 Gebäudetyp E endlich rechtssicher machen. Die Verzögerungen dürfen so nicht weitergehen. 🏠 Serielles und modulares Bauen stärken und Planungs- und Genehmigungsverfahren vereinfachen und beschleunigen. 🏠 Neubauförderung verlässlich gestalten, insbesondere für das bezahlbare mittlere Mietsegment, und die EH55-Plus-Förderung über das Jahresende hinaus fortführen. 🏠 Bei der Sonder-AfA nach § 7b EStG das vorgeschriebene Effizienzhaus-Niveau auf den kostengünstigeren EH55-Standard absenken. 📣 Bezahlbarer Neubau braucht mehr als steigende Genehmigungszahlen. Er braucht Rahmenbedingungen, unter denen Wohnungsunternehmen tatsächlich bauen können – und Menschen sich die entstehenden Wohnungen leisten können.

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