Neue Studie untersucht Potenziale von Werkswohnungen: Wohnen für Mitarbeitende als positiver Standortfaktor für die Wirtschaft
Das Ergebnis: 5,2 Prozent der Unternehmen unterstützen ihre Mitarbeitenden mit direkten Maßnahmen – indem sie zum Beispiel Bestandsimmobilien ankaufen, neu bauen, Belegrechte für Wohnungen erwerben oder Wohnungen an- und weitervermieten. Dies entspricht hochgerechnet rund 675.000 Wohnungen und weiteren rund 46.000 Wohnheimplätzen für (junge) Mitarbeitende. Weitere 11,6 Prozent der Unternehmen unterstützen ihre Mitarbeitenden durch indirekte Maßnahmen wie Informationsangebote und Tauschbörsen, die Beauftragung von Maklern oder finanzielle Zuschüsse.
Die Unterstützungsmaßnahmen sind vielfältig und reichen über den klassischen Ansatz der Werkswohnungen hinaus. 44 Prozent der aktiven Unternehmen geben an, dass sie Wohnungen an- und weitervermieten. Auch der Kauf von Wohnungen und deren Vermietung an die Mitarbeitenden wird mit 44 Prozent angegeben. Der Neubau von Wohnungen durch die Unternehmen liegt mit 17 Prozent deutlich niedriger, ebenso der Erwerb von Belegungsrechten mit 8 Prozent. Vielfach werden Maßnahmen auch kombiniert bzw. ergänzen sich.
Hinsichtlich der Unternehmensgröße zeigt sich, dass größere Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitenden häufiger direkte Unterstützung bei der Wohnraumversorgung anbieten als kleine und mittlere Unternehmen. Dagegen unterstützen kleine und insbesondere mittlere Unternehmen ihre Mitarbeitenden häufiger mit indirekten Angeboten als große Unternehmen. Aufgrund der großen Anzahl kleiner Unternehmen in Deutschland leisten diese aber dennoch einen sehr großen Anteil der Wohnungen für Mitarbeitende.
Die Ergebnisse der Studie verdeutlichen, dass einige Unternehmen ihre Mitarbeitenden bei der Wohnraumversorgung aktiv unterstützen, andere Unternehmen jedoch noch Informationsbedarfe haben. So zeigen die Analysen zwei zentrale Hemmnisse für Aktivitäten beim Wohnen für Mitarbeitende auf: Sowohl die Furcht vor dem hohen organisatorischen als auch vor dem finanziellen Aufwand schrecken Unternehmen ab, zumal der Wohnungsbau ohnehin als sehr komplex wahrgenommen wird. Dies offenbart einen hohen Informationsbedarf, um den Einstieg in das Thema für Unternehmen zu erleichtern. Denn gerade die Vielfältigkeit der Unterstützungsleistungen, die weit über den traditionellen Werkswohnungsbau hinausgehen, bietet hier einfache Möglichkeiten, die aber offenbar von vielen Unternehmen gar nicht erkannt werden.
Aktive Unternehmen wünschen sich, zusätzlich zu den existierenden Möglichkeiten, mehr Förderung. Dieser Wunsch unterstreicht, dass es noch Informations- und Aufklärungsbedarf über die zahlreichen bereits vorhandenen Förderungen gibt, die ebenfalls für das Wohnen für Mitarbeitende eingesetzt werden können. Eine zentrale Bedeutung spielen Wohnungsbauprogramme wie der soziale Wohnungsbau oder der Förderung durch verschiedene KfW-Programme, die auch durch Arbeitgeber in Anspruch genommen werden können.
„Bezahlbarer Wohnraum ist häufig eine Voraussetzung für die Gewinnung von Fachkräften und Auszubildenden. Die Bundesregierung unterstützt das bezahlbare Wohnen mit einer Rekordsumme für den sozialen Wohnungsbau, einem Sonderprogramm ‚Junges Wohnen‘ für Studierende und Auszubildende sowie zielgerichteten Förderprogrammen für klimafreundlichen Neubau“, erklärte Dr. Rolf Bösinger, Staatssekretär im Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen.
„Auch das Mitarbeiterwohnen ist ein wichtiges Segment im Wohnungsmarkt, das wir stärken wollen. Die Möglichkeiten für Unternehmen, hier aktiv zu werden, sind vielfältig – von der Unterstützung der Gründung einer Mitarbeiterwohngenossenschaft, über das Einrichten von Wohnungstauschbörsen bis hin zum Ankauf oder Bau von eigenen Wohnungen. Unsere vielfältigen Förderprogramme stehen dabei grundsätzlich auch Unternehmen offen. Wir wollen, dass sich noch mehr Arbeitgeber aktiv für Mitarbeiterwohnungen einsetzen. Denn Unternehmen verfügen häufig über Kapital, Grundstücke und Immobilien, die im Rahmen von Umwidmung und Umwandlung für den Wohnungsbau aktiviert werden können. Um den Informationsaustausch zu stärken und gute Beispiele für Mitarbeiterwohnen sowie Strategien aufzuzeigen, werden wir zusammen mit der Deutschen Industrie- und Handelskammer in den nächsten Monaten in vielen Regionen über das Thema informieren“, so Bösinger. (schl/schi)

Die Studie des BBSR finden Sie unter https://bit.ly/4gkrbAs
Die Studie „Bezahlbares Wohnen wird zum Standortfaktor“ von RegioKontext zum Mitarbeiterwohnen finden Sie unter https://bit.ly/3AsoGfY