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Neue GREIX-Auswertung: Mietpreisanstieg schwächt sich deutlich ab

Kiel – Die Angebotsmieten in deutschen Städten stiegen im ersten Quartal 2026 nur noch moderat. Im bundesweiten Durchschnitt legten die Mieten nominal um 0,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal und um 2,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal zu. Das ist die niedrigste nominale Jahreswachstumsrate seit dem vierten Quartal 2021. Inflationsbereinigt ergab sich im Quartalsvergleich bereits ein leichter Rückgang von 0,1 Prozent. Das zeigt das jüngste Update des vom Kiel Institut für Weltwirtschaft veröffentlichten GREIX-Mietpreisindex. Dabei werden die Angebotsmietpreise für Wohnungen auf Basis der VALUE Marktdatenbank in 37 deutschen Städten und Regionen, darunter die 30 bevölkerungsreichsten Städte, ausgewertet.

21. April 2026
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Andrii Yalanskyi - stock.adobe.com

„Das Quartalsbild ist eindeutig: Nominal liegt das Wachstum mit 2,9 Prozent im Jahresvergleich auf dem niedrigsten Stand seit über vier Jahren. Real sind die Mieten im Vergleich zum Vorquartal leicht gesunken. Und wenn wir zeitlich noch weiter zurückgehen, sehen wir: Gegenüber dem vorherigen inflationsbereinigten Höchststand von 2020 liegen die realen Angebotsmieten kumuliert heute nur 2,8 Prozent höher. Das zeigt, dass sich die Angebotsmieten nicht deutlich anders als die allgemeine Teuerungsrate entwickelt haben. Wobei der Markt fragmentiert ist und es große Unterschiede zwischen den Städten gibt“, sagt Jonas Zdrzalek, Projektleiter GREIX, Kiel Institut für Weltwirtschaft.

Große Spannweite in den acht größten Städten

Im Quartalsvergleich (Q1 2026 zu Q4 2025) verlief die Entwicklung in Deutschlands größten Städten unterschiedlich. Über dem bundesweiten GREIX-Zuwachs von 0,5 Prozent lagen Düsseldorf (+1,9 Prozent), Hamburg (+1,6 Prozent), Frankfurt a.M. (+1,2 Prozent), Leipzig (+1,1 Prozent) und Köln (+0,6 Prozent). München lag mit +0,4 Prozent leicht unter dem gesamtdeutschen Schnitt. Rückgänge verzeichneten dagegen Berlin (−1,8 Prozent) und Stuttgart (−0,2 Prozent).

Mietpreisniveau: München unangefochtener Spitzenreiter

Das aktuelle Mietpreisniveau in Deutschlands acht größten Städten zeigt weiterhin eine große Spanne. Am teuersten bleibt München mit einer durchschnittlichen Kaltmiete von 23,56 Euro pro Quadratmeter. Mit deutlichem Abstand folgen Frankfurt a.M. (17,71 €/m²), Hamburg (16,35 €/m²) und Stuttgart (16,25 €/m²). Berlin (15,84 €/m²) und Köln (15,67 €/m²) bilden das obere Mittelfeld, Düsseldorf liegt bei 14,78 €/m². Das untere Ende der acht größten Städte markiert Leipzig mit 10,41 €/m².

Der gewichtete Durchschnitt über alle 37 Städte und Regionen (GREIX) liegt aktuell bei 14,36 Euro pro Quadratmeter.

Auch außerhalb der acht größten Städte zeigen sich erhebliche Unterschiede. Augsburg (14,86 €/m²) liegt bereits über Düsseldorf (14,78 €/m²). Potsdam (14,68 €/m²) und Münster (14,27 €/m²) übertreffen Leipzig deutlich. Am unteren Ende stehen Chemnitz (6,19 €/m²), Gelsenkirchen (7,56 €/m²) und Hamm (8,33 €/m²). Die Differenz zwischen günstigeren und teureren Städten bleibt hoch.

Reguläre Mietangebote weiter rückläufig

Im ersten Quartal 2026 lag die Zahl der regulären Inserate auf den gängigen Plattformen im GREIX um 0,6 Prozent unter dem Vorquartal und führt damit einen gewissen Trend fort: Im Gesamtjahr 2025 betrug die Zahl der regulären Inserate rund 250.000 und lag damit unter dem Vorjahreswert von rund 260.000. Langfristig ist der Rückgang noch deutlicher: Im gesamten GREIX sank die Zahl regulärer Angebote auf 285.000 (2015) – einem Minus von rund 22 Prozent. In einzelnen Städten wie Münster oder Potsdam beträgt der Rückgang gegenüber 2015 sogar 50 bis 55 Prozent.

Gegenläufig entwickelt sich das möblierte unbefristete Segment: In den acht größten deutschen Städten stieg die durchschnittliche Zahl solcher Inserate von rund 7.500 (2015) auf rund 23.000 (2025). Im GREIX insgesamt wuchs das Segment von rund 12.000 auf rund 37.000 Inserate. Gegenüber 2015 entspricht das Zuwächsen von über 200 Prozent in den acht größten deutschen Städten und im GREIX.

Das Wohnen-auf-Zeit-Segment (befristete, meist möblierte Angebote) bleibt seit 2018 weitgehend stabil. Die Zunahme beträgt seitdem nur noch 8,4 Prozent in den acht größten deutschen Städten und 7,1 Prozent im GREIX. Reguläre Angebote bleiben mit 73 Prozent (GREIX) beziehungsweise 63 Prozent (Top 8-Städte) zwar dominant, ihr Anteil sinkt jedoch kontinuierlich.

„Was die bloßen Mietpreiszahlen nur bedingt zeigen: Der Markt verändert sich strukturell. Reguläre Inserate sind seit 2015 um über ein Fünftel zurückgegangen, während möblierte unbefristete Angebote sich in den Metropolen mehr als verdreifacht haben. Wer heute in einer Großstadt über die gängigen Plattformen eine Wohnung sucht, trifft zunehmend auf Konditionen, die vor 10 Jahren noch eine Ausnahme waren“, so Jonas Zdrzalek. (McK)

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