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Lose-Lose-Situation für alle: Forderungen des BDI vor allem teuer und ineffizient

Berlin – Der Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) hat in einem Positionspapier eine breit angelegte Sanierungswelle für Gebäude gefordert. Die Vorschläge reichen von Mindest-Effizienzstandards über Sanierungsfahrpläne für alle Gebäude bis hin zu Sanierungspflichten. Eine dafür aus Sicht des BDI notwendige 70-prozentige Steigerung der derzeitigen Sanierungsrate, einen Einsatz von 400.000 bis 700.000 zusätzlichen Fachkräften und Investitionen im dreistelligen Milliardenbereich für Sanierung und Neubau – und das alles bis 2030 – hält die sozial orientierte Wohnungswirtschaft für schlicht nicht machbar sowie ineffizient. Eine finanzielle Überforderung aller Beteiligten wäre die Folge, am härtesten würde es Haushalte mit mittleren und niedrigen Einkommen treffen. Zudem brauchen wir in Deutschland neben einem klimagerechten Wohnungsbestand auch dringend bezahlbaren Wohnungsneubau – hierfür muss die Investitionsfähigkeit der Wohnungsunternehmen wiederhergestellt und gesichert werden.

4. November 2024
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Stéphane LEITENBERGER

„Die Forderungen des BDI sind offenkundig ein reines Arbeitsbeschaffungsprogramm für die Industrie im Bereich der Gebäudeeffizienz. Und das zu Lasten von Eigentümern und Mietern. Die Dimension der vorgeschlagenen Steigerung der Sanierungsrate, der Fachkräfte-Anwerbung und vor allem der zusätzlich anfallenden Kosten im hohen Milliardenbereich ist nicht nur komplett unrealistisch – die Vorstellungen wären vor allem Gift für den sozialen Frieden in Deutschland. Denn die Kosten würden Vermieter, Mieter und Einzeleigentümer gleichermaßen komplett finanziell überfordern“, sagte Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW.

„Die Annahme des BDI, der Staat müsse die von den Hauseigentümern nicht leistbaren Kosten übernehmen, ist fernab der Realität. Denn die geforderte Subvention von 19 Milliarden Euro pro Jahr allein für die energetische Gebäudesanierung ist angesichts der aktuellen Haushaltslage sowie der wirtschaftlichen Aussichten komplett unrealistisch. Übrig bliebe also am Ende eine Verpflichtung, die alle maßlos überfordert – außer den Herstellern und verarbeitenden Betrieben im Bereich der Gebäudeeffizienz. Der Vorschlag des BDI ist damit gesellschaftlich brisant, denn es verlieren sowohl die Eigentümer als auch die Mieter, weil wenig sinnvolle Maßnahmen teuer erkauft werden müssen. Die Klimaziele würden so dennoch nicht erreicht – damit würde es sich um eine Lose-Lose-Situation für alle Seiten handeln“, so Gedaschko.

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🏗️ Baugenehmigungen steigen – jetzt muss aus Zuversicht bezahlbarer Wohnraum werden Die Genehmigungszahlen zeigen weiter nach oben: Im Juli wurden bundesweit 22.500 Wohnungen genehmigt, 1,9 Prozent mehr als vor einem Jahr. Von Januar bis Juli waren es 148.800 Wohnungen – ein Plus von 12,9 Prozent. Besonders wichtig für den Mietwohnungsbau: Bei neuen Mehrfamilienhäusern stieg die Zahl der genehmigten Wohnungen um 15,1 Prozent auf 79.700. Das ist ein ermutigendes Signal. Aber: Eine Genehmigung ist noch keine gebaute und vor allem keine bezahlbare Wohnung. Auch die jüngste ifo-Umfrage zeigt: Die Zuversicht im Wohnungsbau wächst, die aktuelle Geschäftslage bleibt jedoch schwierig. Was jetzt zählt: 🏠 Baukosten dauerhaft senken – mit einem praxistauglichen Gebäude-Basisstandard und weniger kostentreibenden Anforderungen. 🏠 Gebäudetyp E endlich rechtssicher machen. Die Verzögerungen dürfen so nicht weitergehen. 🏠 Serielles und modulares Bauen stärken und Planungs- und Genehmigungsverfahren vereinfachen und beschleunigen. 🏠 Neubauförderung verlässlich gestalten, insbesondere für das bezahlbare mittlere Mietsegment, und die EH55-Plus-Förderung über das Jahresende hinaus fortführen. 🏠 Bei der Sonder-AfA nach § 7b EStG das vorgeschriebene Effizienzhaus-Niveau auf den kostengünstigeren EH55-Standard absenken. 📣 Bezahlbarer Neubau braucht mehr als steigende Genehmigungszahlen. Er braucht Rahmenbedingungen, unter denen Wohnungsunternehmen tatsächlich bauen können – und Menschen sich die entstehenden Wohnungen leisten können.

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