Housing Europe-Generalversammlung in Triest: Wohnungskrise, bezahlbares Wohnen und europäische Zusammenarbeit im Fokus
Zum Auftakt der Konferenz beschrieb Housing-Europe-Präsident Marco Corradi die Wohnungskrise als Herausforderung für alle EU-Mitgliedstaaten. Bezahlbarer Wohnraum sei zu einer zentralen Voraussetzung für stabile persönliche und berufliche Perspektiven geworden.
Irene Tinagli, Vorsitzende des Wohnungsausschusses (HOUS) des Europäischen Parlaments, betonte in ihrer Grundsatzrede, dass sich die Wohnungsprobleme längst nicht mehr auf die großen Metropolen beschränkten. Die Nachfrage nach Wohnraum sei zunehmend vielfältig, weshalb unterschiedliche politische Antworten erforderlich seien. Wohnungspolitik müsse an den lokalen Gegebenheiten ansetzen, während die Europäische Union Unterstützung, Koordination und Finanzierung bereitstellen könne.
EU-Kommissar Dan Jørgensen stellte in einer Videobotschaft Pläne für den Affordable Housing Act, das Vereinfachungspaket sowie eine Europäische Wohnungsallianz vor. Der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW ist der neu gegründeten Europäischen Allianz für Wohnraum bereits beigetreten. Die Allianz wurde ins Leben gerufen, um die Umsetzung des Europäischen Plans für bezahlbaren Wohnraum voranzubringen und den Austausch zwischen europäischen Institutionen, nationalen und lokalen Behörden sowie Interessenvertretungen zu stärken. Als Mitglied wird der GdW die Erfahrungen und Positionen der sozial orientierten Wohnungswirtschaft in die europäische Diskussion einbringen und den Wissenstransfer zu bewährten Lösungen im Wohnungssektor unterstützen. Die erste Zusammenkunft der Allianz findet bereits am 19. Juni 2026 statt.
Ein Schwerpunkt der Konferenz war die energetische Sanierung des Wohnungsbestandes. Dabei wurde über die Kosten der Dekarbonisierung und die Rolle von Sanierungen sowie lokaler Energieerzeugung diskutiert. Dr. Özgür Öner, Leiter des Brüsseler Büros des GdW, verwies auf die hohen Investitionskosten für die energetische Modernisierung des europäischen Gebäudebestandes. Statt einer flächendeckenden Sanierung aller Gebäude auf höchste Effizienzstandards plädierte er für einen differenzierten Ansatz, der Sanierungen mit klimafreundlichen Heizsystemen kombiniert.
Im Rahmen der Generalversammlung wurden zudem die Vertreter des GdW für weitere drei Jahre in ihre Funktionen bei Housing Europe wiedergewählt. GdW-Präsident Axel Gedaschko bleibt Mitglied des Election Committee. Dr. Christian Lieberknecht, Vorstand des GdW, wurde als Vizepräsident von Housing Europe wiedergewählt und Dr. Özgür Öner wurde als Vorsitzender des Ausschusses für Stadtentwicklung bestätigt. (zeis/öne)