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Housing Europe-Generalversammlung in Triest: Wohnungskrise, bezahlbares Wohnen und europäische Zusammenarbeit im Fokus

Triest – Auf der Generalversammlung von Housing Europe am 4. und 5. Juni 2026 in Triest diskutierten Wohnungsunternehmen, Finanzierer und politische Entscheidungsträger über Wege aus der europäischen Wohnungskrise. Die Veranstaltung wurde gemeinsam mit dem italienischen Wohnungsverband FEDERCASA und der Wohnungsbaugesellschaft ATER Trieste ausgerichtet.

19. Juni 2026
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Zum Auftakt der Konferenz beschrieb Housing-Europe-Präsident Marco Corradi die Wohnungskrise als Herausforderung für alle EU-Mitgliedstaaten. Bezahlbarer Wohnraum sei zu einer zentralen Voraussetzung für stabile persönliche und berufliche Perspektiven geworden.

Irene Tinagli, Vorsitzende des Wohnungsausschusses (HOUS) des Europäischen Parlaments, betonte in ihrer Grundsatzrede, dass sich die Wohnungsprobleme längst nicht mehr auf die großen Metropolen beschränkten. Die Nachfrage nach Wohnraum sei zunehmend vielfältig, weshalb unterschiedliche politische Antworten erforderlich seien. Wohnungspolitik müsse an den lokalen Gegebenheiten ansetzen, während die Europäische Union Unterstützung, Koordination und Finanzierung bereitstellen könne.

EU-Kommissar Dan Jørgensen stellte in einer Videobotschaft Pläne für den Affordable Housing Act, das Vereinfachungspaket sowie eine Europäische Wohnungsallianz vor. Der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW ist der neu gegründeten Europäischen Allianz für Wohnraum bereits beigetreten. Die Allianz wurde  ins Leben gerufen, um die Umsetzung des Europäischen Plans für bezahlbaren Wohnraum voranzubringen und den Austausch zwischen europäischen Institutionen, nationalen und lokalen Behörden sowie Interessenvertretungen zu stärken. Als Mitglied wird der GdW die Erfahrungen und Positionen der sozial orientierten Wohnungswirtschaft in die europäische Diskussion einbringen und den Wissenstransfer zu bewährten Lösungen im Wohnungssektor unterstützen. Die erste Zusammenkunft der Allianz findet bereits am 19. Juni 2026 statt.

Ein Schwerpunkt der Konferenz war die energetische Sanierung des Wohnungsbestandes. Dabei wurde über die Kosten der Dekarbonisierung und die Rolle von Sanierungen sowie lokaler Energieerzeugung diskutiert. Dr. Özgür Öner, Leiter des Brüsseler Büros des GdW, verwies auf die hohen Investitionskosten für die energetische Modernisierung des europäischen Gebäudebestandes. Statt einer flächendeckenden Sanierung aller Gebäude auf höchste Effizienzstandards plädierte er für einen differenzierten Ansatz, der Sanierungen mit klimafreundlichen Heizsystemen kombiniert.

Im Rahmen der Generalversammlung wurden zudem die Vertreter des GdW für weitere drei Jahre in ihre Funktionen bei Housing Europe wiedergewählt. GdW-Präsident Axel Gedaschko bleibt Mitglied des Election Committee. Dr. Christian Lieberknecht, Vorstand des GdW, wurde als Vizepräsident von Housing Europe wiedergewählt und Dr. Özgür Öner wurde als Vorsitzender des Ausschusses für Stadtentwicklung bestätigt. (zeis/öne)

🏗️ Baugenehmigungen steigen – jetzt muss aus Zuversicht bezahlbarer Wohnraum werden Die Genehmigungszahlen zeigen weiter nach oben: Im Juli wurden bundesweit 22.500 Wohnungen genehmigt, 1,9 Prozent mehr als vor einem Jahr. Von Januar bis Juli waren es 148.800 Wohnungen – ein Plus von 12,9 Prozent. Besonders wichtig für den Mietwohnungsbau: Bei neuen Mehrfamilienhäusern stieg die Zahl der genehmigten Wohnungen um 15,1 Prozent auf 79.700. Das ist ein ermutigendes Signal. Aber: Eine Genehmigung ist noch keine gebaute und vor allem keine bezahlbare Wohnung. Auch die jüngste ifo-Umfrage zeigt: Die Zuversicht im Wohnungsbau wächst, die aktuelle Geschäftslage bleibt jedoch schwierig. Was jetzt zählt: 🏠 Baukosten dauerhaft senken – mit einem praxistauglichen Gebäude-Basisstandard und weniger kostentreibenden Anforderungen. 🏠 Gebäudetyp E endlich rechtssicher machen. Die Verzögerungen dürfen so nicht weitergehen. 🏠 Serielles und modulares Bauen stärken und Planungs- und Genehmigungsverfahren vereinfachen und beschleunigen. 🏠 Neubauförderung verlässlich gestalten, insbesondere für das bezahlbare mittlere Mietsegment, und die EH55-Plus-Förderung über das Jahresende hinaus fortführen. 🏠 Bei der Sonder-AfA nach § 7b EStG das vorgeschriebene Effizienzhaus-Niveau auf den kostengünstigeren EH55-Standard absenken. 📣 Bezahlbarer Neubau braucht mehr als steigende Genehmigungszahlen. Er braucht Rahmenbedingungen, unter denen Wohnungsunternehmen tatsächlich bauen können – und Menschen sich die entstehenden Wohnungen leisten können.

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