Hamburger Initiative für kostenreduziertes Bauen als Modell für Deutschland
„Im Schulterschluss mit der Wohnungswirtschaft wurden in Hamburg seit 2011 über 100.000 neue Wohnungen fertiggestellt. Doch steigende Baukosten dämpfen den Wohnungsbau. Der neue Hamburg-Standard soll das Bauen gut und günstiger machen. Mit vernünftigen Standards, kostenbewusster Planung und schnellen Genehmigungen können Baukosten um ein Drittel gesenkt werden. Die Hamburger ‚Initiative Kostenreduziertes Bauen‘ hat die dafür erforderlichen Maßnahmen beschrieben, die wir als erstes Bundesland in Deutschland jetzt umsetzen wollen. Ich danke allen Beteiligten für ihre Kooperationsbereitschaft und ihre Arbeit“, erklärte Dr. Peter Tschentscher, Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, bei der Vorstellung.
„Die Initiative aus Hamburg zeigt, wie durch gezielte Maßnahmen die Baukosten signifikant gesenkt werden können, ohne dabei die Wohnqualität zu gefährden“, sagte Ingeborg Esser, Hauptgeschäftsführerin des Spitzenverbands der Wohnungswirtschaft GdW. Derzeit müssten Wohnungsbauunternehmen etwa 4.600 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche investieren, bevor das Grundstück eingerechnet sei. „Mit dem neuen Standard besteht die realistische Möglichkeit, diesen Betrag auf 3.000 Euro zu senken. Dies könnte die soziale Wohnungswirtschaft erheblich entlasten und neue Bauprojekte wirtschaftlicher machen“, so Esser.
„Das bezahlbare Wohnen ist eine der wichtigen sozialen Fragen unserer Zeit. Daher müssen die Herstellungskosten für Wohngebäude sinken und der Planungsprozess effizienter gestaltet werden“, betonte auch Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW). Er sieht in der Initiative einen wichtigen Impuls für die Branche.
Ein zentraler Aspekt der Initiative ist es, dass die entwickelten Maßnahmen nicht nur für Neubauten, sondern auch für Sanierungen anwendbar sind. „Nur wenn die Prinzipien des kosteneffizienten Bauens auch für Sanierungen übernommen werden, können die Klimaziele erreicht werden“, so Ingeborg Esser.
Breitner fordert zudem eine rasche Umsetzung der Initiative: „Jetzt gilt es, ins Handeln zu kommen und anhand realer Projekte zu belegen, ob und wie die vorhergesagten Kostenersparnisse erreicht werden. Zugleich ist die Verzahnung mit dem derzeit geltenden Mietrecht der nächste logische Schritt, um eine zwingend erforderliche Rechtssicherheit für alle Beteiligten zu gewährleisten.“
Für die kommende Legislaturperiode auf Bundesebene fordert der GdW, dass notwendige gesetzliche Klarstellungen zügig auf den Weg gebracht werden. „Dort, wo es weiterer regulatorischer Anpassungen bedarf, muss schnell gehandelt werden, damit die Rahmenbedingungen für den Wohnungsbau verbessert und Kostensenkungen ermöglicht werden“, so Esser weiter. Der GdW wird das in Hamburg erarbeitete Know-how breit an seine Mitgliedsunternehmen streuen, um die positiven Effekte deutschlandweit nutzbar zu machen.

Ein wichtiger Bestandteil der GdW-Strategie zur Umsetzung der Hamburger Initiative ist die Integration der GdW-Rahmenvereinbarung für serielles und modulares Bauen. Diese wird helfen, Abweichungen zwischen Angebotspreisen und tatsächlichen Baukosten zu vermeiden. Zudem wird der GdW juristische Empfehlungen für Bauverträge erarbeiten, um die rechtlichen Grundlagen für eine kosteneffiziente Umsetzung weiter zu stärken.
Mit diesen Maßnahmen setzt sich der GdW aktiv dafür ein, dass bezahlbarer Wohnraum auch in Zukunft gesichert bleibt und die sozial orientierten Wohnungsunternehmen wirtschaftlich tragfähige Lösungen umsetzen können. (schi/schir)
Alle Infos zur Hamburger „Initiative kostenreduziertes Bauen“ finden Sie unter www.bezahlbarbauen.hamburg
Infos zur GdW- Rahmenvereinbarung für serielles und modulares Bauen finden Sie unter www.serieller-wohnungsbau.de