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Gesellschaft für Immobilienwirtschaftliche Forschung schreibt Studie zu Bezahlbarem Wohnraum aus

Wiesbaden – Die gif Gesellschaft für Immobilienwirtschaftliche Forschung initiiert ein neues Forschungsprojekt, das die drängende Frage adressiert, wie bezahlbarer Wohnraum im Neubausegment geschaffen werden kann – und welche Impulse sich aus erfolgreichen Modellen anderer europäischer Länder für den deutschen Kontext ableiten lassen.

19. August 2025
ThomBal - stock.adobe.com
Eine aktuelle Flächenstudie belegt: Ohne neue Wohnbauflächen drohen massive Engpässe am Wohnungsmarkt.ThomBal - stock.adobe.com

In den deutschen Metropol- und Wachstumsregionen ist seit Jahren eine strukturelle Anspannung der Wohnungsmärkte zu beobachten: Mieten steigen kontinuierlich, die Mietbelastungsquote, insbesondere im mittleren und unteren Einkommenssegment, erreicht kritische Werte, und der Nachfrageüberhang wächst. Neubauaktivitäten adressieren überwiegend das hochpreisige Segment, während ökonomische Rahmenbedingungen – insbesondere hohe Boden- und Baukosten – Investitionen in bezahlbaren Wohnraum erschweren und vielfach unprofitabel erscheinen lassen.

Die ausgeschriebene Studie soll nicht nur die zentralen Ursachen dieser Entwicklung empirisch untersuchen, sondern auch in einem europäischen Vergleich erfolgreiche regulatorische, finanzielle und planerische Ansätze identifizieren. Hierbei werden sowohl institutionelle als auch marktwirtschaftliche Faktoren berücksichtigt. Ziel ist die Entwicklung evidenzbasierter Handlungsempfehlungen, die für Politik, Kommunen, Finanzwirtschaft, Projektentwickler, Investoren und Bauwirtschaft gleichermaßen anwendbar sind.

Ein besonderer methodischer Schwerpunkt liegt auf der Analyse und Evaluation realer Bauprojekte im In- und Ausland, um die Übertragbarkeit theoretischer Lösungsansätze in die Praxis zu überprüfen.

Zentrale Forschungsfragen:

  • Welche sozioökonomischen, regulatorischen und marktstrukturellen Faktoren verursachen die Knappheit an bezahlbarem Wohnraum im Neubau in Deutschland?
  • Wie wirksam sind bestehende Förderinstrumente, rechtliche Rahmenbedingungen und politische Maßnahmen?
  • Welche erfolgreichen Modelle und Strategien aus anderen europäischen Ländern sind adaptierbar, und welche Modifikationen wären für den deutschen Markt erforderlich?
  • Wie kann eine nachhaltige Balance zwischen Wirtschaftlichkeit, sozialer Wohnraumversorgung und städtebaulicher Qualität hergestellt werden?

Die Ausschreibung richtet sich an interdisziplinär arbeitende Forschungseinrichtungen, Hochschulen und Expertenteams mit ausgewiesener Expertise im Bereich Wohnungswirtschaft, Stadtentwicklung und Immobilienökonomie. Der Forschungszeitraum ist vom 1. Dezember 2025 bis 1. April 2026 vorgesehen, das Projekt wird mit 15.000 Euro zuzüglich Umsatzsteuer gefördert. Einsendeschluss für Bewerbungen ist der 22. Oktober 2025.

„Unser Ziel ist es, durch eine methodisch fundierte Analyse die wissenschaftliche und wohnungspolitische Diskussion zu bereichern und praxisnahe Ansätze zu entwickeln, die zur Schaffung bezahlbaren Wohnraums im Neubau beitragen können“, erklärte Prof. Dr. Verena Rock, Präsidentin der gif e.V. (sei)

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