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Digitale Zwillinge machen kommunale Wärmeplanung greifbar

26. Februar 2026
WG UNITAS eG
Pilotprojekt: Die Wohnungsgenossenschaft UNITAS eG hat in der Feldstraße 6 in Delitzsch ein Mehrfamilienhaus saniert und mit Photovoltaik, Batteriespeicher und elektrischen Heizungen ausgestattet.Foto: UNITAS eG

Bonn – Kommunen, die ihre Wärmeversorgung klimaneutral ausrichten wollen, stehen vor großen Herausforderungen: Sie müssen Gas- und Fernwärmenetze bewerten, künftige Energiebedarfe einschätzen und passende Lösungen für eine CO2-freie Energieversorgung entwickeln. In der Praxis fehlt dabei oft der Überblick: Daten liegen verteilt vor, Szenarien lassen sich kaum vergleichen, Zusammenhänge bleiben unsichtbar. Ein Praxisbericht des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) zeigt, wie digitale Zwillinge die kommunale Wärmeplanung strategisch unterstützen.

Vom Datensatz zum Entscheidungsraum

Urbane digitale Zwillinge bündeln räumliche, technische und organisatorische Informationen. So bilden sie die Kommune digital ab. Sie zeigen, wo wie viel Wärme benötigt wird, machen bestehende Netze sichtbar und identifizieren sinnvolle Wärmelösungen vor Ort.

Die Untersuchung stützt sich auf 189 Kommunen, die im Frühjahr 2025 bereits Wärmeplane erstellt hatten oder noch daran arbeiteten. Ergebnis:  Digitale Zwillinge werden vor allem zu Beginn der Planung genutzt – für Bestands- und Potenzialanalysen oder zur Entwicklung von Zielszenarien. Häufig setzen Kommunen dabei auf externen Dienstleister.

Der größte Nutzen entsteht, wenn digitale Zwillinge zu den vorhandenen Daten, Ressourcen und Strukturen der Kommune passen. Vom einfachen Visualisieren bis zur komplexen Simulation – der Mehrwert hängt von den Möglichkeiten vor Ort ab.

Vier Kommunen, vier unterschiedliche Wege

  • München steuert seine Wärmeplanung intern und datenbasiert. Analyse und Simulation bilden die Grundlage für strategische Entscheidungen.
  • Halle (Saale) nutzt einen extern entwickelten digitalen Zwilling, der insbesondere Gebäudebestände sichtbar macht und Energieverbräuche auswertet.
  • Der Landkreis Lörrach setzt auf einen interkommunalen Ansatz, der Transparenz schafft und kleinere Gemeinden entlastet.
  • Zürich ergänzt die deutsche Perspektive mit einem europäischen Beispiel. Hier liegt der Fokus auf Datenhoheit und klar geregelten Zuständigkeiten in der Verwaltung.

Schrittweise entwickeln statt alles auf einmal

Der Praxisbericht empfiehlt, digitale Zwillinge schrittweise einzuführen. Ein klarer Anwendungsfall erleichtert den Einstieg. Verlässliche Daten und einfache Darstellungen reichen zunächst aus, weitere Analyse- oder Simulationsfunktionen können später hinzukommen. So bleibt die Wärmeplanung handhabbar und erweiterbar – auch wenn Zeit und Personal knapp sind.

Mit der gesetzlichen Pflicht zur kommunalen Wärmeplanung gewinnt diese Aufgabe zusätzlich an Gewicht.

„Urbane digitale Zwillinge helfen Kommunen, Wärmeplanung aus der abstrakten Datenebene in den konkreten Stadtraum zu holen“, sagte Dr. Ralf Schüle, Projektleiter im Referat „Digitale Stadt, Risikovorsorge und Verkehr“ im BBSR. „Sie schaffen Orientierung, machen Szenarien vergleichbar und unterstützen Entscheidungen – vorausgesetzt, sie passen zu den kommunalen Strukturen.“

Smart-City-Forschung

Herausgeber des Praxisberichts „Urbane digitale Zwillinge in der kommunalen Wärmeplanung“ ist das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR). Die Veröffentlichung ist Teil der Begleitforschung im Programm Modellprojekte Smart Cities. Das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) und das Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE haben die Handlungshilfe erarbeitet. (reg)
Die Studie finden Sie unter www.bbsr.bund.de im Bereich Veröffentlichungen QR: BBSR – Veröffentlichungen – Urbane digitale Zwillinge in der Wärmeplanung

Die #Wärmewende scheitert nicht an fehlenden Projektideen. Entscheidend ist ihre Finanzierung – und die richtige politische sowie regulatorische Rahmensetzung. Neue Wärmenetze und moderne Infrastrukturen benötigen viel Kapital und lange Planungshorizonte. Gleichzeitig beeinflussen Regulierungen, die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW), Baukosten und Anschlussquoten die Wirtschaftlichkeit. Doch wie gelingt der praktische Übergang? Von Fragen wie dem neuen Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) auf dem Prüfstand bis hin zur Frage, wie man Fernwärme und Wärmepumpe intelligent miteinander versöhnen kann, gibt es viel zu besprechen. Stadtwerke, Banken, Investoren und die Wohnungswirtschaft müssen daher früh klären: • Welche Projekte erfüllen die Finanzierungskriterien? • Wie lassen sich Risiken fair verteilen? • Welche Förderinstrumente und Rahmenbedingungen (wie das GMG oder die Kommunale Wärmeplanung) schaffen echte Planungssicherheit? • Wie entstehen tragfähige Refinanzierungsmodelle im Wärmemarkt? Genau diesen drängenden Fragen widmen wir uns bei der Energiemanager-Konferenz 2026 im Rahmen des Themenblocks „Positionen zum Fortgang der Wärmewende“. Wir freuen uns sehr auf den hochkarätigen Austausch und die Diskussion mit starken Expertinnen und Experten aus der Praxis: 🎙️ @[Ingeborg Esser] (Hauptgeschäftsführung, GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienwirtschaft) 🎙️@[Kerstin Andreae] (Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung, @[BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V.]) 🎙️ Klaus Köhler (Partner, m3 management consulting) 🎙️ Andreas Reinhardt (Geschäftsführer, @[Stadtwerke Lutherstadt Wittenberg GmbH]) https://lnkd.in/dKMhAs-f

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