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Die Lupentheorie

Mit Urteil vom 28. Mai 2024 hat das Landgericht (LG) Darmstadt entschieden, dass eine wirksame Modernisierungsmieterhöhung die Lesbarkeit der Erhöhungserklärung voraussetze.

6. März 2025
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Dies sei bei Verwendung einer kein müheloses Lesen gewährleistenden Schriftgröße beziehungsweise eines entsprechenden Schriftbildes (hier: „leicht verschwommen“) nicht gegeben. In einem solchen Fall ist – so das Landgericht – die Mieterhöhungserklärung formell unwirksam. In dem zur Entscheidung anstehenden Sachverhalt wurde die Anlage „Kostenzusammenstellung und Berechnung der Mieterhöhung“ so „herunterkopiert“, dass die Schriftgröße nach Einschätzung der Kammer eine Größenordnung von 4 bis 5 betrug. Sie lag damit unterhalb der Schriftgröße 6, die typischerweise gerade noch als ausreichend anzusehen sei. Diese geringe Schriftgröße wurde auch nicht durch sonstige Faktoren, wie etwa eine besondere Schärfe des Druckbildes, ausgeglichen (LG Darmstadt – 8 S 7/23).

Expertenmeinung Carsten Herlitz, Justiziar des GdW

Es ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit, dass rechtserhebliche Texte gelesen werden können. Darauf ist auch bei Anlagen, die der Haupterklärung beigefügt werden, zu achten. Auch Anlagen können rechtserheblich sein, etwa wenn sie der Nachvollziehbarkeit einer Mieterhöhung oder einer Betriebskostenabrechnung dienen. Entsprechendes gilt etwa auch für Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB). Das Bürgerliche Gesetzbuch selber gibt keine bestimmte Schriftgröße vor. Anerkannt aber ist, dass entsprechende Texte für einen Durchschnittskunden mühelos lesbar sein müssen. Auch Zahlen müssen unterscheidbar sein. Das Oberlandesgericht Saarbrücken hat bereits 2009 die Ansicht vertreten, dass Erklärungen dann nicht Bestandteil von Verträgen oder Gegenstand von Erklärungen sind, wenn diese nur mit einer Lupe zu lesen seien. Diese „Lupentheorie“ sollte auch heute Maßstab sein.

🏗️ EXPO REAL 2026: Jetzt müssen die Weichen fürs Wohnen neu gestellt werden Der Start der @[EXPO REAL (Messe München)] zeigt deutlich: Die Lage für die Wohnungs- und Immobilienwirtschaft bleibt äußerst angespannt. Hohe Bau- und Finanzierungskosten bremsen den Neubau, Sanierung und Klimaschutz stellen die Unternehmen vor enorme Investitionen – und die Förderbedingungen haben sich in wichtigen Bereichen zuletzt sogar weiter verschlechtert. Umso wichtiger ist die Botschaft aus den vielen Diskussionsrunden und Gesprächen auf der Messe: Die #Wohnungswirtschaft will bauen, modernisieren und beim Klimaschutz vorankommen. Dafür braucht sie aber Rahmenbedingungen, unter denen #Investitionen wieder möglich werden und Wohnen bezahlbar bleibt. In verschiedenen Podiumsdiskussionen haben die GdW-Vorstände @[Axel Gedaschko] und @[Ingeborg Esser] deutlich gemacht, wo angesetzt werden muss: 🏠 Einfacher und günstiger bauen: Der #GebäudetypE beziehungsweise ein bezahlbarer #Basisstandard muss endlich rechtssicher möglich werden – ohne Abstriche bei Sicherheit und Qualität, aber mit weniger überzogenen Standards und Normen. Wir müssen wieder zu Kosten bauen können, die zu den Geldbeuteln der Menschen passen. 🌱 #Klimaschutz bezahlbar machen: Entscheidend ist nicht die theoretisch letzte eingesparte Kilowattstunde, sondern möglichst viel CO₂-Einsparung pro investiertem Euro. Dafür brauchen wir verlässliche Förderung, mehr wirksame Einzelmaßnahmen statt immer höherer Effizienzstandards und vor allem eine konsequente Dekarbonisierung der Wärmeversorgung. Klimaschutz und Bezahlbarkeit müssen zusammen gedacht werden. ⚖️ #Investitionen ermöglichen statt immer weiter regulieren: Bei der anstehenden #Mietrechtsreform brauchen wir eine Gesamtperspektive statt regulatorischem Klein-Klein. Missbrauch muss gezielt bekämpft werden – gleichzeitig brauchen Wohnungsunternehmen Investitionssicherheit für Neubau und Modernisierung. Auch die Vergesellschaftungsdebatte ist in vielen Gesprächen und Diskussionsrunden auf der Messe präsent. Klar ist: Vergesellschaftung schafft keine einzige neue Wohnung. Statt Kapital für die Umverteilung bestehender Wohnungen zu binden, müssen wir die Voraussetzungen dafür schaffen, mehr bezahlbaren Wohnraum zu bauen und den Bestand zukunftsfähig zu machen. Die vielen Gespräche am Verbände+ Stand auf der EXPO REAL zeigen: An Ideen und Lösungsansätzen fehlt es nicht. Jetzt braucht es verlässliche Rahmenbedingungen, weniger Komplexität und eine Politik, die gemeinsam mit der Praxis dafür sorgt, dass Investitionen wieder möglich werden.

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