Wohnungswirtschaft in Baden-Württemberg: Nicht nachlassen bei der sozialen Wohnraumförderung!
Es sei ein gutes Signal, dass die Landesregierung ihre Förderausgaben deutlich erhöht hat und im Jahr 2025 mehr Förder- und Reservierungszusagen machen konnte als dies in den vergangen zehn Jahren möglich war. Insgesamt 3.367 Förder- und Reservierungszusagen hat die Landesförderbank im vergangenen Jahr vergeben. Für dieses Jahr stehen zusätzlich 300 Millionen Euro aus dem Sondervermögen des Bundes für die soziale Wohnraumförderung im Land zur Verfügung. „Dies zeigt, dass die Landesregierung erkannt hat, dass es ohne Förderung immer schwieriger geworden ist, bezahlbaren Wohnraum zu erstellen“, betonte die Verbandsdirektorin. Zur Wahrheit gehöre aber auch, dass der geförderte Wohnraum den Bedarf bei Weitem nicht deckt. In der Wohnungsmarktstudie für Baden-Württemberg vom Herbst 2025 kommt das Pestel-Institut zur Einschätzung, dass annähernd 1,3 Millionen Haushalte in Baden-Württemberg Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein haben und rund 800.000 Haushalte armutsgefährdet sind.
„Das Land darf bei der Landeswohnraumförderung daher nicht nachlassen – weder bei der strukturellen Ausgestaltung noch beim Programmvolumen. Wir fordern deshalb zur Objektförderung auch eine Subjektförderung und eine Kofinanzierungsquote von 100 Prozent. Angestrebt werden muss, dass die Bundesmittel in gleicher Höhe durch das Land aufgestockt werden“, betonte Beuerle. Es braucht Verlässlichkeit. „Ein Programm, das nach kurzer Zeit ausgeschöpft ist, sorgt nicht dafür, dass mit der Förderung gerechnet werden kann. Unsicherheit bei der Finanzierung aber erschwert die Realisierung von Bauprojekten massiv“, so Beuerle. Rückmeldungen aus den Mitgliedsunternehmen des Verbandes zeigen, dass Projekte ohne Förderung teils nicht realisiert, bis zur Fördersicherheit verschoben oder frei finanziert zu höheren Mietpreisen gebaut werden.
„Darüber hinaus ist aber auch klar, dass allein durch die Mittel der Wohnraumförderung nicht ausreichend bezahlbarer Wohnraum entstehen kann. Das Bauen muss dringend vereinfacht und damit deutlich kostengünstiger werden. Darin liegt eine große Aufgabe für die neue Landesregierung“, ist Beuerle überzeugt. (schu/schi)
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