Hamburg-Standard auf dem Prüfstand: 13 Bauprojekte sollen Praxistauglichkeit zeigen
„Gut, dass der Hamburg-Standard jetzt liefern will: Baukostensenkungen müssen auf der Baustelle ankommen. Es wird Zeit, dass wir ins Umsetzen kommen. Wir haben schon seit Jahren kein Erkenntnisproblem. Wir wissen es längst: Bauen hierzulande ist derzeit zu bürokratisch, zu aufwändig und damit viel zu teuer“, erklärte dazu Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW).
Wer heute ohne öffentliche Förderung mit dem Bau einer Wohnung beginnt, der muss am Ende eine monatliche Nettokaltmiete nehmen, die zwischen 18 und 20 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche liegt – und das nur, um eine ‚schwarze Null‘ zu schreiben.
Kosten liegen bei etwa 1.600 Netto kalt
Bei einer 80-Quadratmeter-Wohnung werden so zwischen 1.440 und 1.600 Euro im Monat fällig. Und zwar ohne Nebenkosten. Die liegen heute bei rund drei Euro pro Quadratmeter Wohnfläche – also 240 Euro im Monat. Das können selbst viele Haushalte mit gutem Einkommen nicht mehr bezahlen.
„Also ja: Es ist gut und richtig, dass wir endlich vom Reden ins Machen kommen und Erfahrungen sammeln, wo der ‚Hamburg-Standard‘ funktioniert – und wo nachgebessert werden muss“, so Breitner.
Die sozialen Vermieter haben in der jüngeren Vergangenheit immer und immer wieder darauf gedrängt, gegen die steigenden Baukosten etwas zu unternehmen. „Deshalb freue ich mich, dass mit der Gemeinnützigen Baugenossenschaft Bergedorf Bille und der HANSA Baugenossenschaft zwei VNW-Mitgliedsunternehmen zwei der 13 Bauprojekte verantworten“, so Breitner.
Ein VNW-Unternehmen ist schon weiter
Aber ein anderes VNW-Unternehmen ist schon viel weiter. Die Baugenossenschaft FLUWOG-NORDMARK errichtet derzeit am Vielohweg ein Wohngebäude im Sinne des ‚Hamburg-Standards‘.
Dort wird die größte Einsparung beim Schallschutz erreicht. Die Verringerung der Deckenstärke von 20 auf 16 Zentimeter und gezielte Materialeinsparungen führen dazu, dass rund 120.000 Euro gespart werden können.
Und das Beste daran ist: Experten habe das weitgehend fertig gestellte Gebäude geprüft und festgestellt, dass es keine Einschränkungen beim Schallschutz gibt.
„Die sozialen Vermieter werden damit ihrer Verantwortung gegenüber ihren Mieterinnen und Mietern gerecht, ihnen dauerhaft bezahlbares Wohnen zu ermöglichen. Zugleich zeigt sich, dass sie innovative Unternehmen sind, die alles tun, um auch in schwierigen Zeiten das bezahlbare Wohnen zu realisieren“, sagte Breitner abschließend. (schir)