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Genossenschaftstag in Heidelberg: Internationaler Austausch über bezahlbares und gutes Wohnen

Heidelberg – Anlässlich des von den Vereinten Nationen ausgerufenen Internationalen Jahrs der Genossenschaften 2025 fand am 18. März in Heidelberg der Genossenschaftstag des vbw Verband baden-württembergischer Wohnungs- und Immobilienunternehmen statt. Vertreter aus Deutschland, Österreich und der Schweiz diskutierten über die Rolle von Wohnungsbaugenossenschaften.

27. März 2025
vbw
Christian Krainer, Marc Ullrich, Dr. Iris Beuerle, Guido Schwarzendahl, Franz Horváth (v. l.)vbw

Guido Schwarzendahl, Präsident des wohnungsgenossenschaflichen Weltverbands Cooperative Housing International (CHI) und Vorstand der Bauverein Halle & Leuna eG, betonte in seinem Vortrag die weltweite Bedeutung des genossenschaftlichen Wohnens – von Norwegen bis in die USA – und erläuterte dabei neben der Bedeutung des Genossenschaftswesens für die jeweiligen Wohnungsmärkte ebenfalls, inwieweit sich genossenschaftliche Systeme weltweit unterscheiden. So variieren die Systeme von klassischen Vermietungsgenossenschaften, wie wir sie in Deutschland kennen, bis hin zu (beschränkten) eigentumsorientierten Genossenschaften, wie sie unter anderem in Osteuropa oder in Nordamerika zu finden sind. Gemeinsam ist diesen Modellen, dass der Zweck von Wohnungsbaugenossenschaften nicht in der Gewinnerzielung, sondern in der Förderung ihrer Mitglieder liege: „Wohnungsgenossenschaften sind ein wichtiger und unverzichtbarer Partner bei der Wohnungsversorgung. Und dass überall, wo Genossenschaften tätig sind, denn sie bauen und modernisieren für ihre Mitglieder und bieten attraktiven Wohnraum für breite Schichten der Bevölkerung“, so Schwarzendahl.

Weitere Impulse kamen von Christian Krainer, Gemeinnützige Bauvereinigungen in Österreich, der die Geschichte und Herausforderungen von Wohnungsgenossenschaften im Kontext des österreichischen Wohnungsgemeinnützigkeitsgesetzes darstellte, und Franz Horváth, Wohnungsbaugenossenschaften Schweiz, der in seinem Vortrag nicht nur über die strukturellen Besonderheiten des Schweizer Genossenschaftswesens sprach, sondern auch über spezifische Finanzierungsinstrumente, mit denen Wohnungsgenossenschaften unterstützt werden können.

Moderiert von Marc Ullrich, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Genossenschaften im vbw, diskutierten die Referenten abschließend über aktuelle Herausforderungen des Genossenschaftswesens wie steigende Kosten, fehlende Flächen oder unzureichende Fördermittel. Als Lösungsansätze wurden unter anderem kommunale Vorkaufsrechte, Wohnraumfonds und beschleunigte Planungsverfahren diskutiert. Marc Ullrich forderte in diesem Zusammenhang unter anderem bessere politische Rahmenbedingungen: „Der internationale Austausch hat uns gezeigt, wie viel Potenzial in der genossenschaftlichen Idee steckt. Damit sie auch künftig Sicherheit und Stabilität bieten kann, muss der Wohnungsneubau in Deutschland einfacher, schneller und günstiger werden.“ (rot)

Mehr zum Internationalen Jahr der Genossenschaften erfahren Sie unter www.gdw.de/internationales-jahr-der-genossenschaften

🏗️ Baugenehmigungen steigen – jetzt muss aus Zuversicht bezahlbarer Wohnraum werden Die Genehmigungszahlen zeigen weiter nach oben: Im Juli wurden bundesweit 22.500 Wohnungen genehmigt, 1,9 Prozent mehr als vor einem Jahr. Von Januar bis Juli waren es 148.800 Wohnungen – ein Plus von 12,9 Prozent. Besonders wichtig für den Mietwohnungsbau: Bei neuen Mehrfamilienhäusern stieg die Zahl der genehmigten Wohnungen um 15,1 Prozent auf 79.700. Das ist ein ermutigendes Signal. Aber: Eine Genehmigung ist noch keine gebaute und vor allem keine bezahlbare Wohnung. Auch die jüngste ifo-Umfrage zeigt: Die Zuversicht im Wohnungsbau wächst, die aktuelle Geschäftslage bleibt jedoch schwierig. Was jetzt zählt: 🏠 Baukosten dauerhaft senken – mit einem praxistauglichen Gebäude-Basisstandard und weniger kostentreibenden Anforderungen. 🏠 Gebäudetyp E endlich rechtssicher machen. Die Verzögerungen dürfen so nicht weitergehen. 🏠 Serielles und modulares Bauen stärken und Planungs- und Genehmigungsverfahren vereinfachen und beschleunigen. 🏠 Neubauförderung verlässlich gestalten, insbesondere für das bezahlbare mittlere Mietsegment, und die EH55-Plus-Förderung über das Jahresende hinaus fortführen. 🏠 Bei der Sonder-AfA nach § 7b EStG das vorgeschriebene Effizienzhaus-Niveau auf den kostengünstigeren EH55-Standard absenken. 📣 Bezahlbarer Neubau braucht mehr als steigende Genehmigungszahlen. Er braucht Rahmenbedingungen, unter denen Wohnungsunternehmen tatsächlich bauen können – und Menschen sich die entstehenden Wohnungen leisten können.

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