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Baden-Badener Tage der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft in neuem Format

Baden-Baden – Die bedeutendste wohnungswirtschaftliche Veranstaltung im Südwesten hat einen Relaunch erfahren: Die Baden-Badener Tage des Verbandes baden-württembergischer Wohnungs- und Immobilienunternehmen (vbw) fanden am 25. und 26. September 2024 mit mehr Themen, mehr Interaktivität, mehr Austausch als je zuvor statt. Zur Freude des Publikums, das die Veranstaltung wieder zahlreich besuchte. Die knapp 250 Teilnehmer, Aussteller, Referenten und Veranstalter konnten im Rahmen des zweitägigen Kongresses aus mehreren Themenforen wählen und viele Impulse mitnehmen. Die Themen reichten vom seriellen Bauen und Holzbau über Personalstrategie, digitales Energiemanagement, Umsetzung der Vorgaben der European Sustainability Reporting Standards (ESRS) und Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD), neuen Wohnformen und eine Studie zur psychosozialen Gesundheit im bezahlbaren Wohnungsbau.

4. November 2024
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Nach der Begrüßung durch vbw-Verbandspräsident Peter Bresinski setzte die Neurowissenschaftlerin Prof. Dr. Maren Urner mit dem Vortrag „Schluss mit dem täglichen Weltuntergang“ die ersten Akzente der Tagung. Sie beantwortete die Frage nach einem neuen Mindset angesichts einer krisengeprägten Zeit. „Das Gehirn lässt sich verändern, durch jede Wahrnehmung und Interpretation des Gehirns“, betonte Urner. Sie benannte drei Schritte zum dynamischen Denken: Es gelte immer zu fragen „Wofür bin ich eigentlich?“ und nicht wogegen. Wo gibt es Verbindungen und einen gemeinsamen Nenner, um das Lagerdenken zu überwinden? Und last but not least, gelte es, sich aus dem Gewohnheitstrott zu lösen. „Neugier und Mut, Dinge anders zu machen, helfen dabei“, sagte die Referentin. Prof. Dr. Sascha Armutat von der Hochschule Bielefeld setzte das Augenmerk unter dem Titel „welches Personal brauchen wir?“ auf die Megatrends und die damit einhergehenden Veränderungen bei den Kompetenzbedarfen in den Wohnungsunternehmen. „Der Umbau, nicht der Abbau der Belegschaft wird notwendig sein“, betonte er. Er riet zu drei Schritten: Machen Sie eine strategische Personalplanung. Entwickeln Sie neue Rollenprofile. Akzeptieren Sie die Transformation mit umfangreichen Veränderungen in den Unternehmen und schaffen Sie mit emotionalen Bildern inspirierende Visionen für Ihr Personal. Beim anschließenden World Café ließ er die Geschäftsführer und Vorstände in kleinen Gruppen diskutieren und beraten.

Anleitungen zum ESRS/CSRD-Bericht und dem seriellen Bauen

Im zweiten Themenforum des Vormittags gaben vbw-Prüfungsdirektor Gernot Schober und Ralf Latus, Prokurist der GSW Gesellschaft für Siedlungs- und Wohnungsbau Sigmaringen, Einblick in die entscheidenden Schritte rund um die Berichtspflichten nach ESRS/CSRD-Richtlinie. Sie erklärten den Weg, den Wohnungsunternehmen diesbezüglich zu gehen hätten mit allen Vorarbeiten, Checks und To-do’s. Über die ersten Erfahrungen mit der GdW-Rahmenvereinbarung zum seriellen und modularen Bauen berichtete Fabian Viehrig vom GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen. Fast 5.000 Wohnungen wurden in rund 50 Bauvorhaben bis Ende 2023 innerhalb der ersten Rahmenvereinbarung beauftragt, unter anderem in Waiblingen, Stuttgart, Fellbach, Bad Cannstatt, Kernen, Böblingen und Weil am Rhein. Nun sollen innerhalb der neuen Rahmenvereinbarung, die mehr Wert auf ökologische Qualität und optionale Leistungen legt, weitere Wohnungen folgen. „Bei Ausschreibung und Entwurfskonzept müssen die Bauherren sehr konkret planen und früh entscheiden. Der Ablauf ist sehr strukturiert. Dafür erleben sie anschließend keine Überraschungen“, so Viehrig. Und er betonte: „Serielle Bauten können auch richtig schön sein“.

Wohnformen, Architektur und psychosoziale Gesundheit

Überalterung, Einsamkeit und Bezahlbarkeit sind laut Vera Völker von der Stadtberatung Dr. Sven Fries GmbH die großen gesellschaftlichen Herausforderungen der Zeit. Sie berichtete in einem Themenforum gemeinsam mit Martin Gebler, Prokurist der Neues Heim – die Baugenossenschaft, über neue Wohnformen, die ein Mittel gegen Einsamkeit sein können. „Gemeinschaftliche Wohnformen bieten Menschen verschiedener Generationen, Herkunft, Einkommen und Lebenssituationen die Möglichkeit, zusammen zu wohnen und sich im Alltag gegenseitig zu unterstützten oder auch finanziell zu entlasten“, so Völker. Co-Housing, Clusterwohnen und Mikro-Apartments zählen dazu. Gemeinschaftliches Wohnen verlangt der Wohnungswirtschaft sehr viel mehr Prozesssteuerung und Moderation ab. „Wir bieten aber „Wohnen“ und nicht nur „Wohnung“ an“, formulierte Gebler den Auftrag der Wohnungswirtschaft. Die Volkswohnung hat – gefördert von der Wohnraumoffensive Baden-Württemberg – vor drei Jahren eine wissenschaftliche Studie zur „Architektur und psychosozialen Gesundheit im bezahlbaren Wohnungsbau“ in Auftrag gegeben. Anja Kulik, Mitglied der Geschäftsleitung für den Bereich Bestandsentwicklung und Soziales bei der Volkswohnung GmbH, stellte die Studie und deren Ergebnisse vor. Diskutiert wurde im Anschluss insbesondere über die Tatsache, dass sich die Bewohner vor allem Privatheit wünschen, beispielsweise in Bezug auf Einblicke in die Wohnungen oder auf Balkone und Terrassen und in Bezug auf Lärm. Sie lehnen Gemeinschaftsräume eher ab, und kommen mit Interessengemeinschaften im Haus besser zurecht als in „durchmischten“ Gebäuden. Was diese Ergebnisse für die Wohnungswirtschaft und ihre Wohnungsbestände bedeuten, werden die Unternehmen jeweils vor Ort entscheiden müssen.

Am Nachmittag führte die Sommertour nach Speyer 🏘️☀️ Drei Stationen, drei unterschiedliche Ansätze – und doch verbindet sie eine Frage: Wie kann Wohnen bezahlbar, nachhaltig und gemeinschaftlich gestaltet werden? Los ging’s bei der GEWO Speyer 🏗️ In der Kurt-Schumacher-Straße entstehen drei neue Mehrfamilienhäuser mit 42 Wohnungen. Fast die Hälfte wird sozial gefördert. Dank der Förderung des Landes Rheinland-Pfalz bleibt das Mietniveau auch langfristig für mittlere Einkommen bezahlbar. Klimagerechte Bauweise, fünf barrierefreie Wohnungen – davon drei rollstuhlgerecht – und ein 200 Quadratmeter großer Gemeinschaftsraum ergänzen das Konzept. GEWO-Geschäftsführer Oliver Hanneder gab Einblicke in die Umsetzung. Nächster Stopp: @[Gemeinnütziges Siedlungswerk Speyer GmbH] 🏙️ Beim Projekt „Seppelskasten“ wurde zwischen 2019 und 2024 eine ehemalige Gewerbeimmobilie in eine moderne, weitgehend barrierefreie Wohnanlage verwandelt. Neubau und teilweise erhaltene Bestandsgebäude verbinden unterschiedliche Wohnformen. Auch eine Wohngruppe des Jugendwerks hat hier ein Zuhause gefunden. Fernwärme, Photovoltaik, begrünte Dächer und zusätzliche Grünflächen machen das Projekt auch energetisch zukunftsfähig. GSW-Geschäftsführer @[Christian Rohatyn] stellte das Projekt vor. Zum Abschluss: Mehrgenerationenwohnen bei der @[Baugenossenschaft Speyer eG] 🤝 13 Wohneinheiten, ein Gemeinschaftsraum und eine Gewerbeeinheit bilden den Rahmen für ein vielfältiges Miteinander. Auszubildende, Senioren, Familien und Alleinerziehende leben hier unter einem Dach. Der GBS-Nachbarschaftsverein sorgt mit regelmäßigen Treffen und Aktivitäten für Austausch und Unterstützung. @[Oliver Pastor] und @[Bernd Reif], Vorstände der GBS Speyer, zeigten, wie soziales Management lebendige Nachbarschaften stärken kann. Drei Projekte, drei Wege – aber eine gemeinsame Perspektive: Zukunftsfähiges Wohnen braucht Bezahlbarkeit, Klimaschutz, Barrierefreiheit und lebendige Quartiere. Speyer zeigt, wie das ganz praktisch funktionieren kann. #Sommertour2026 #Wohnungswirtschaft #Speyer #BezahlbaresWohnen #Quartiersentwicklung

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