Treffen mit Vertreterin der EU-Kommission: Wohnungswirtschaft setzt sich für praxisgerechte Vergaberegeln ein
Berlin – Bei einem Treffen am 9. März 2026 zwischen Vertretern des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW und
Katharina Knapton-Vierlich, Leiterin des Referats für Vergabepolitik in der Europäischen Kommission, stand das europäische Vergaberecht im Mittelpunkt.
Seitens des GdW nahmen die Vorstände Ingeborg Esser und Dr. Christian Lieberknecht, Dr. Özgür Öner, Leiter des GdW-Büros in Brüssel, sowie Justiziar Carsten Herlitz teil. Mit anschaulichen Beispielen aus der Praxis brachten Britta Derwald (berlinovo) und Johannes Steinfort (WBM Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte ) außerdem die Perspektive der Wohnungsunternehmen ein.
Im Zentrum der Gespräche stand die GdW-Rahmenvereinbarung Serielles und modulares Bauen, die den Unternehmen bei der Umsetzung von Bauprojekten Erleichterungen verschafft. Kritik gibt es seitens des GdW insbesondere an der verpflichtenden Durchführung von Mini-Wettbewerben. Diese Verfahren verlängern die Vergabeprozesse erheblich, führen zu höheren Baukosten und verzögerten Fertigstellungen.

Johannes Steinfort (WBM), Britta Derwald (berlinovo), Ingeborg Esser (GdW), Katharina Knapton-Vierlich (EU-Kommission), Dr. Christian Lieberknecht und Dr. Özgür Öner (beide GdW) (v. l.)
Foto: GdWDie Europäische Kommission sagte zu, diese Aspekte im Zuge der laufenden Überarbeitung der EU-Vergaberichtlinie kritisch zu prüfen. Aus Sicht der Branche sind gezielte Anpassungen dringend nötig. Dazu zählen die Vereinfachung von Gesamtvergaben, eine Vermeidung zusätzlicher bürokratischer Hürden bei Losvergaben sowie bessere Bedingungen für serielles und modulares Bauen. Gerade die zusätzlichen Mini-Wettbewerbe erwiesen sich hier als praktisches Hindernis. Ein Verzicht darauf könne die Planungs- und Bauprozesse deutlich beschleunigen und damit einen wichtigen Beitrag zum schnelleren Wohnungsbau leisten. (stie)