Wohnungsbau-Tag 2026: Echter Perspektivwechsel dringend notwendig
Berlin – „Worauf wartet Deutschland? Raus aus der Krisenstarre auf dem
Wohnungsmarkt“ – unter diesem Motto stand der Wohnungsbau-Tag am
26. März 2026 in Berlin. Angesichts dramatischer neuer Zahlen diskutierten
Vertreter aus Politik, Wohnungswirtschaft und Wissenschaft intensiv über Wege aus der sich weiter verschärfenden Wohnungskrise. Axel Gedaschko, Präsident
des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW, machte deutlich, dass es jetzt einen grundlegenden Perspektivwechsel braucht.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Vorstellung der aktuellen Wohnungsbau-Studie. Die renommierten Wissenschaftler Prof. Dietmar Walberg, Michael Halstenberg und Arnt von Bodelschwingh präsentierten gemeinsam die Ergebnisse. Die Prognose ist alarmierend: Für das Jahr 2026 wird ein Einbruch auf unter 200.000 neu gebaute Wohnungen erwartet und damit auf weniger als die Hälfte des tatsächlichen Bedarfs. Gleichzeitig steigen die Baukosten weiter: Im Durchschnitt liegen diese inzwischen bei rund 5.400 Euro pro Quadratmeter inklusive Grundstückskosten. Daraus resultieren Kaltmieten von mindestens 18 Euro pro Quadratmeter – ein Niveau, das für breite Teile der Bevölkerung nicht mehr tragbar ist. Die Folgen sind bereits deutlich sichtbar: Der Wohnungsmarkt ist weitgehend eingefroren. Umzüge lohnen sich kaum noch, selbst bei Verkleinerung der Wohnfläche. Gleichzeitig leben rund 9,9 Millionen Menschen in überbelegten Wohnungen, darunter besonders viele Familien mit Kindern. Die Studie macht deutlich, dass ohne eine deutliche Ausweitung des Neubaus weder soziale noch wirtschaftliche Stabilität gewährleistet werden kann. Ein Lösungsansatz: Bauen in guter und robuster Qualität, aber nicht mit den derzeit überhöhten und kostenintensiven Standards.
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