Wohnungs- und Immobilienwirtschaft nach der Wahl: Neubau und Sanierung in den Fokus nehmen
Mit 28,6 Prozent der Stimmen wurde die Union (CDU/CSU) stärkste Kraft, gefolgt von der AfD mit 20,8 Prozent und der SPD mit 16,4 Prozent. Die Grünen erreichten 11,6 Prozent, die Linke 8,8 Prozent, während die FDP mit 4,3 Prozent den Wiedereinzug in den Bundestag verfehlte. Auch die Partei BSW scheiterte knapp an der Fünf-Prozent-Hürde und ist somit nicht im Parlament vertreten.

Die neuen Mehrheitsverhältnisse werden maßgeblich beeinflussen, wie zentrale politische Themen in den kommenden Jahren angegangen werden. Ein besonders drängendes Thema ist der Wohnungsmarkt. Steigende Baukosten, stockender Neubau und hohe Zinsen belasten die Branche erheblich. Gleichzeitig bleibt der Bedarf an Wohnraum, insbesondere in Ballungsräumen, weiterhin enorm hoch. In vielen Städten wird bezahlbarer Wohnraum zunehmend zur Mangelware, was nicht nur die Lebensqualität vieler Menschen beeinträchtigt, sondern auch weitreichende Auswirkungen auf den sozialen Zusammenhalt in Deutschland hat.
„Die Wohnungswirtschaft ist ein zentraler Pfeiler der deutschen Wirtschaft. Angesichts der angespannten Lage auf dem Wohnungsmarkt müssen bezahlbares Wohnen, Neubau und die Transformation des Bestandes jetzt ganz oben auf der politischen Agenda stehen. Es bleibt zu hoffen, dass die Koalitionsgespräche zügig voranschreiten, rasch tragfähige Lösungen erarbeitet werden – und bezahlbares Wohnen endlich die Aufmerksamkeit erhält, die es verdient“, so Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW.

Vor diesem Hintergrund fordert auch die Bundesarbeitsgemeinschaft Immobilienwirtschaft Deutschland (BID) die zukünftige Regierung auf, unverzüglich Maßnahmen zur Förderung des Wohnungsbaus und der Sanierung bestehender Gebäude zu ergreifen. Die aktuelle wirtschaftliche Lage der Immobilien- und Wohnungswirtschaft erlaubt keine weiteren Verzögerungen. Die Wohnungsmarktkrise und der defekte Konjunkturmotor Wohnungsbau verlangen nach verantwortungsbewusstem und entschlossenem Handeln.
Der Wohnungsbau hat in den letzten Jahrzehnten signifikant zum deutschen Wirtschaftswachstum beigetragen. Rund 6,6 Millionen Beschäftigte sind in der Wohnungsbaubranche tätig. Dadurch entstanden im Jahr 2023 Steuereffekte in Höhe von 140,8 Milliarden Euro. Das waren rund 17 Prozent der gesamten deutschen Steuereinnahmen.„Unsere Branche verbindet die zentralen wirtschaftlichen und sozialen Schlüsselbereiche miteinander. Die großen Zukunftsthemen, ob Energie oder Nachhaltigkeit – sind ebenso untrennbar mit den Themen Bauen und Wohnen verbunden“, sagte BID-Vorsitzender Dirk Salewski.
„Wenn die Politik nicht rasch handelt, verschärft sich die Wohnungsnot weiter – mit dramatischen Folgen für Mieterinnen und Mieter sowie für die gesamte Bauwirtschaft. Die nächste Bundesregierung steht vor einer klaren Aufgabe: Sie muss endlich einen kraftvollen Neustart im Wohnungsbau einleiten, um bezahlbares Wohnen als soziale Frage unserer Zeit entschlossen anzugehen“, sagte Gedaschko.
Es braucht die konzertierte Aktion von Bund, Ländern und Kommunen, um den Wohnungsmangel langfristig zu bekämpfen und die vielen Arbeitsplätze der gesamten Wertschöpfungskette Bau zu sichern und zu erhalten. Die Lösungen liegen nach vielen Jahren von Bündnissen und Arbeitsgruppen längst auf dem Tisch. Auf allen Ebenen staatlichen Handelns müssen rasch konkrete Maßnahmen ergriffen werden – Bund und Länder sind jetzt in der Pflicht. Die Kommunen müssen befähigt und gestärkt werden. (zeis/kag)
Der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft hat seine ausführlichen Positionen und Vorschläge im Vorfeld der Bundestagswahl bereits vorgelegt. Sie finden diese im Bereich Publikationen.