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Warum die Netzentgeltreform die Vor-Ort-Versorgung nicht ausbremsen darf

Berlin – Mit der Reform der Netzentgeltsystematik – kurz AgNes – ordnet die Bundesnetzagentur neu, wie sich Stromkunden an den Netzkosten ­beteiligen. Das Ziel ist richtig: Kosten fairer verteilen und netzdienliches Verhalten ­belohnen. Doch in der aktuellen Ausgestaltung droht die Reform ausgerechnet jene Modelle zu schwächen, die das Netz entlasten – die dezentrale Versorgung im Mehrfamilienhaus.

24. September 2026
Multi-family House or Modern Apartment Building with Solar Panel, Wooden Facade and Community Garden Landscape is Trendy of Urban Construction in Europe, Germany. Eco Housing concept.

Der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW stellt weder das Verfahren noch den Grundgedanken infrage: Dass sich alle Netznutzer angemessen beteiligen, ist richtig. Die Kritik richtet sich gegen die verengte Sichtweise. Denn die Debatte dreht sich fast ausschließlich um Eigenheimbesitzer mit eigener Photovoltaik-Anlage. Übersehen wird dabei: Rund 44 Millionen Menschen in Deutschland wohnen zur Miete. Sie haben meist keinen Einfluss darauf, ob auf ihrem Dach eine PV-Anlage installiert oder Mieterstrom angeboten wird. Gerade sie drohen, von der dezentralen Energiewende abgehängt zu werden.

Mieterstrom und gemeinschaftliche Gebäudeversorgung leben von einem einfachen Vorteil: Lokal erzeugter Solarstrom kann für Mieter und Wärmepumpen günstiger bereitgestellt werden als Strom aus dem Netz. Werden nun die fixen Preisbestandteile deutlich erhöht, schmilzt genau dieser Vorteil.

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Bezahlbarer Wohnungsbau braucht echte Vorfahrt statt Symbolpolitik! 🏗️📉 Anlässlich der Bundestags-Anhörung zum geplanten BauGB-Update stellt der GdW klar: Zwar sind schnellere, digitale Verfahren und Erleichterungen beim seriellen Bauen ein Schritt in die richtige Richtung – beim wichtigsten Hebel, dem Abwägungsvorrang für bezahlbaren Wohnungsbau, droht das Gesetz jedoch zu kurz zu greifen. Das muss sich ändern: Echter Abwägungsvorrang: Die geplante Bevorzugung des Wohnungsbaus darf nicht auf die abstrakte Bauleitplanung beschränkt bleiben, sondern muss auch für konkrete Vorhaben und den unbeplanten Innenbereich gelten. Im Zweifel muss es heißen: Im Zweifel für den Wohnungsbau! Keine neuen Kostenfallen: Die geplante Ersatzgeldpflicht bei Eingriffen in Natur und Landschaft würde das Bauen gerade in dicht besiedelten Metropolen weiter verteuern – das Gegenteil dessen, was wir aktuell brauchen. Verfahren entbürokratisieren: Schluss mit unnötigen Hürden, damit bezahlbarer Wohnraum endlich schneller entstehen kann. Wir brauchen jetzt Gesetze, die in der Praxis wirken und den Druck auf den angespannten Wohnungsmärkten spürbar senken.

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