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Neubau statt Verstaatlichung: Studie zeigt Wohnungsbau-Potenzial – Mehrheit der Deutschen lehnt „Vergesellschaftung“ ab

Berlin – Eine neue Studie des Kiel Instituts zeigt: Investitionen in zusätzlichen Wohnraum könnten den Mietanstieg in Berlin stärker dämpfen als eine Verstaatlichung großer Wohnungsbestände. Zugleich halten laut Forsa 73 Prozent der Deutschen einen solchen Eigentümerwechsel nicht für geeignet, hohe Mieten zu bekämpfen.

29. September 2026
Neubau Berlin_ChatGPT-Bild 29. Sept. 2026, 10_50_00
Quelle: KI-generiert


Mit der Regierungsbildung nach der Berliner Abgeordnetenhauswahl am 20. September steht auch eine wohnungspolitische Richtungsentscheidung an. Die siegreiche Linke will mit Grünen und SPD über ein gemeinsames Bündnis sprechen und drängt auf die Umsetzung des Volksentscheids zur Vergesellschaftung großer Wohnungsunternehmen von 2021. Doch ein Eigentümerwechsel schafft keinen zusätzlichen, dringend benötigten Wohnraum. Wie sich die Knappheit tatsächlich verringern lässt, zeigt ein neues Gutachten des Kiel Instituts für Weltwirtschaft im Auftrag der Wirtschaftsinitiative „Berlin denkt weiter“ mit dem Titel „Ökonomische Effekte der Vergesellschaftung großer Wohnungsbestände am Beispiel Berlins“.

Milliarden für neue Wohnungen einsetzen

Eine entsprechende Investition in den Neubau könnte bis 2045 bis zu 71.000 neue Wohnungen ermöglichen, zeigt die Veröffentlichung im Auftrag der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB). Die Angebotsmieten könnten dann um bis zu 8,7 Prozent unter der ansonsten erwarteten Entwicklung liegen.

Die Wirkung reicht über die neu gebauten Wohnungen hinaus: Wer umzieht, macht meist eine andere Wohnung frei. Diese Umzugsketten entlasten weitere Haushalte und verringern den Preisdruck. Besonders wirksam wäre nach den Modellrechnungen zusätzlicher Wohnraum im unteren Mietsegment.

Eine Verstaatlichung würde dagegen nach Einschätzung der Kieler Forscher die Kluft zwischen begünstigten Bestandsmietern und Wohnungssuchenden vertiefen. Während die einen von begrenzten Mieten profitierten, bliebe für die anderen das knappe Angebot bestehen. Hinzu kämen finanzielle Risiken für Berlin und mögliche negative Folgen für die Investitionsbereitschaft. Die UVB fordern deshalb, öffentliche Mittel für die Ausweitung des Angebots einzusetzen.

73 Prozent bezweifeln die Wirksamkeit

Auch in der Bevölkerung überwiegt die Skepsis gegenüber einer Verstaatlichung großer Wohnungsbestände. In einer Forsa-Umfrage im Auftrag von stern und RTL wurde danach gefragt, ob die Enteignung großer Wohnungsbaugesellschaften geeignet sei, hohe Mieten zu bekämpfen. 73 Prozent der Deutschen verneinen dies, 24 Prozent halten die Maßnahme für geeignet, drei Prozent sind unentschieden. Befragt wurden am 24. und 25. September bundesweit 1.009 Menschen. Die Ergebnisse bilden damit die Stimmung in Deutschland insgesamt zum Thema der Verstaatlichung von Wohnungsbeständen ab.

Investitionen ermöglichen, bezahlbaren Wohnraum schaffen

Bezahlbares Wohnen braucht zusätzliche Wohnungen und verlässliche Investitionsbedingungen. Das mahnt die sozial orientierte Wohnungswirtschaft seit Langem an. Milliarden für die Übernahme bestehender Wohnungen zu binden, ohne das Angebot zu vergrößern, wäre absolut kontraproduktiv – denn es würde weder den vielen verzweifelten Wohnungssuchenden noch dem Wirtschaftsstandort Deutschland helfen. Für den künftigen Berliner Senat sollte deshalb die Frage im Vordergrund stehen, wie mehr bezahlbare Wohnungen entstehen können. Aus Sicht des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW gehören dazu preisgünstige Baugrundstücke, schnellere und digitale Genehmigungsverfahren sowie eine starke soziale Wohnraumförderung. Öffentliche Mittel sollten dort wirken, wo sie zusätzlichen Wohnraum für Mieterinnen und Mieter schaffen und den angespannten Markt dauerhaft entlasten.

Das Gutachten des Kiel Instituts finden Sie hier.

Die #Wärmewende scheitert nicht an fehlenden Projektideen. Entscheidend ist ihre Finanzierung – und die richtige politische sowie regulatorische Rahmensetzung. Neue Wärmenetze und moderne Infrastrukturen benötigen viel Kapital und lange Planungshorizonte. Gleichzeitig beeinflussen Regulierungen, die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW), Baukosten und Anschlussquoten die Wirtschaftlichkeit. Doch wie gelingt der praktische Übergang? Von Fragen wie dem neuen Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) auf dem Prüfstand bis hin zur Frage, wie man Fernwärme und Wärmepumpe intelligent miteinander versöhnen kann, gibt es viel zu besprechen. Stadtwerke, Banken, Investoren und die Wohnungswirtschaft müssen daher früh klären: • Welche Projekte erfüllen die Finanzierungskriterien? • Wie lassen sich Risiken fair verteilen? • Welche Förderinstrumente und Rahmenbedingungen (wie das GMG oder die Kommunale Wärmeplanung) schaffen echte Planungssicherheit? • Wie entstehen tragfähige Refinanzierungsmodelle im Wärmemarkt? Genau diesen drängenden Fragen widmen wir uns bei der Energiemanager-Konferenz 2026 im Rahmen des Themenblocks „Positionen zum Fortgang der Wärmewende“. Wir freuen uns sehr auf den hochkarätigen Austausch und die Diskussion mit starken Expertinnen und Experten aus der Praxis: 🎙️ @[Ingeborg Esser] (Hauptgeschäftsführung, GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienwirtschaft) 🎙️@[Kerstin Andreae] (Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung, @[BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V.]) 🎙️ Klaus Köhler (Partner, m3 management consulting) 🎙️ Andreas Reinhardt (Geschäftsführer, @[Stadtwerke Lutherstadt Wittenberg GmbH]) https://lnkd.in/dKMhAs-f

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