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Mehr Baugenehmigungen sind noch kein Wohnungsbau-Aufschwung

Berlin – Im April 2026 wurde in Deutschland der Bau von 20.200 Wohnungen genehmigt. Das waren 9,2 Prozent beziehungsweise 1.700 Baugenehmigungen mehr als im April 2025. Von Januar bis April 2026 wurden insgesamt 83.700 Wohnungen in neuen sowie bestehenden Gebäuden genehmigt – ein Plus von 13,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. In Mehrfamilienhäusern, der zahlenmäßig wichtigsten Gebäudeart für die angespannten Wohnungsmärkte, wurden 44.300 Neubauwohnungen genehmigt. Das entspricht einem Anstieg von 14,7 Prozent.

18. Juni 2026
pixabay
Das EH55-Programm war schon früher sehr beliebt ist aus Sicht der Wohnungswirtschaft genau der richtige Weg, um dringend benötigte Wohnungen zügig zu realisieren.Foto: pixabay

„Das Plus bei den Baugenehmigungen ist ein kleines positives Signal, aber noch lange kein Grund zur Entwarnung. Die Zahlen kommen von einem dramatisch niedrigen Niveau. Von einem Aufschwung kann derzeit angesichts stark eingebrochener Fertigstellungen im vergangenen Jahr und einem weiterhin absinkenden Geschäftsklima im Wohnungsbau absolut keine Rede sein. Das muss sich dringend ändern“, sagt Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW.

In Deutschland werden jedes Jahr mindestens 320.000 neue Wohnungen, davon 100.000 Sozialwohnungen benötigt. Von diesem Bedarf ist die Bautätigkeit weiterhin meilenweit entfernt. Besonders in den Städten und Ballungsräumen bleibt die Lage extrem angespannt. Entscheidend ist jetzt, dass aus Genehmigungen auch tatsächlich gebaute Wohnungen werden. Genau daran scheitern derzeit viele Projekte wegen hoher Baukosten, teurer Finanzierung, überzogener Standards und fehlender Planungssicherheit.

„Die Bundesregierung muss jetzt einen echten Befreiungsschlag für den bezahlbaren Wohnungsbau liefern“, sagt Gedaschko. Notwendig sind ein verlässlicher bundesweiter Basisstandard für günstigeres und rechtssicheres Bauen, schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren, weniger Bürokratie und deutlich bessere Bedingungen für serielles und modulares Bauen. Gleichzeitig muss die Förderung langfristig verlässlich, sozial zielgenau und auskömmlich sein.

🏗️ Baugenehmigungen steigen – jetzt muss aus Zuversicht bezahlbarer Wohnraum werden Die Genehmigungszahlen zeigen weiter nach oben: Im Juli wurden bundesweit 22.500 Wohnungen genehmigt, 1,9 Prozent mehr als vor einem Jahr. Von Januar bis Juli waren es 148.800 Wohnungen – ein Plus von 12,9 Prozent. Besonders wichtig für den Mietwohnungsbau: Bei neuen Mehrfamilienhäusern stieg die Zahl der genehmigten Wohnungen um 15,1 Prozent auf 79.700. Das ist ein ermutigendes Signal. Aber: Eine Genehmigung ist noch keine gebaute und vor allem keine bezahlbare Wohnung. Auch die jüngste ifo-Umfrage zeigt: Die Zuversicht im Wohnungsbau wächst, die aktuelle Geschäftslage bleibt jedoch schwierig. Was jetzt zählt: 🏠 Baukosten dauerhaft senken – mit einem praxistauglichen Gebäude-Basisstandard und weniger kostentreibenden Anforderungen. 🏠 Gebäudetyp E endlich rechtssicher machen. Die Verzögerungen dürfen so nicht weitergehen. 🏠 Serielles und modulares Bauen stärken und Planungs- und Genehmigungsverfahren vereinfachen und beschleunigen. 🏠 Neubauförderung verlässlich gestalten, insbesondere für das bezahlbare mittlere Mietsegment, und die EH55-Plus-Förderung über das Jahresende hinaus fortführen. 🏠 Bei der Sonder-AfA nach § 7b EStG das vorgeschriebene Effizienzhaus-Niveau auf den kostengünstigeren EH55-Standard absenken. 📣 Bezahlbarer Neubau braucht mehr als steigende Genehmigungszahlen. Er braucht Rahmenbedingungen, unter denen Wohnungsunternehmen tatsächlich bauen können – und Menschen sich die entstehenden Wohnungen leisten können.

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