Wohnungswirtschaft Online mobile Logo Wohnungswirtschaft Online desktop Logo
  • wiPlus
  • Bundespolitik
  • Europa & Welt
  • Landespolitik
  • Themen
  • Unternehmen
  • Mediathek
  • Publikationen
  • Abo
  • Newsletter
Wohnungswirtschaft OnlineWohnungswirtschaft Online
Abonnement Anmelden
Wohnungswirtschaft Online auf LinkedinWohnungswirtschaft Online auf YoutubeWohnungswirtschaft Online auf InstagramWohnungswirtschaft Online auf Gdw

Bürokratie statt Bau-Turbo: Warum das Vergabebeschleunigungsgesetz seinem Namen nicht gerecht wird

Berlin – Der Entwurf des sogenannten „Vergabebeschleunigungsgesetzes“, der am 6. August 2025 vom Bundeskabinett beschlossen wurde, wird seinem Anspruch nicht gerecht. Statt dringend benötigte Impulse für schnelleren Wohnungsbau zu setzen, droht der Gesetzentwurf das Gegenteil zu bewirken – mehr Bürokratie, höhere Kosten, längere Verfahren.

12. August 2025
GdW
GdW

„Was als Turbo angekündigt wurde, wirkt in der Praxis wie ein weiterer Bremsklotz für den Bau bezahlbarer Wohnungen“, bringt es Axel Gedaschko, Präsident des GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen, auf den Punkt.

Bremsen statt Beschleunigen

Die Kritik am Gesetzentwurf ist deutlich – und kommt nicht nur vom GdW. In einem gemeinsamen Schreiben an Bundesbauministerin Verena Hubertz haben die Spitzenverbände der Bau-, Wohnungs- und Immobilienwirtschaft eine grundlegende Überarbeitung des Entwurfs gefordert. Vor allem die Regelung zur Losvergabe (§ 97 Abs. 4 GWB – Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen) steht im Fokus der Kritik.

So sieht der aktuelle Entwurf keine echte Flexibilisierung vor, sondern hält an hohen formalen Hürden und einem zusätzlichen Ausnahmetatbestand für das Sondervermögen „Infrastruktur und Klimaschutz“ fest. Ergebnis: ein Flickenteppich an Vorschriften, unklare Begriffsdefinitionen und wachsender Dokumentationsaufwand für Auftraggeber – insbesondere auf kommunaler Ebene.

Serielle und modulare Bauweisen werden ausgebremst

Besonders betroffen ist das serielle und modulare Bauen – ein Ansatz, der gerade für den bezahlbaren Wohnungsbau große Potenziale bietet. Die starre Pflicht zur Fach- und Teillosvergabe verhindert jedoch praktikable Gesamtvergaben, die für diese Bauweisen zentral sind. Für viele Mitgliedsunternehmen des GdW bedeutet dies: Innovationspotenzial wird blockiert, dringend benötigter Wohnraum kann nicht zügig geschaffen werden.

„Wer schneller und günstiger bauen will, muss Gesamtvergaben ermöglichen – insbesondere dort, wo sie technisch, wirtschaftlich oder zeitlich sinnvoll sind“, fordert Gedaschko. Das gelte vor allem für soziale Wohnungsunternehmen, die unter wachsendem Kosten- und Zeitdruck stehen.

Koalitionsvertrag bleibt unerfüllt

Die Wohnungswirtschaft erinnert an die Vereinbarungen im Koalitionsvertrag, in dem eine grundlegende Überarbeitung und Vereinfachung des Vergaberechts angekündigt wurde. Der jetzt vorliegende Gesetzentwurf entfernt sich deutlich von diesem Ziel.

„Die Abweichung von der Losvergabe ist heute schon mit hohem Aufwand verbunden. Der neue Entwurf macht alles noch komplizierter – das ist das Gegenteil von dem, was versprochen wurde“, heißt es im gemeinsamen Schreiben von GdW, Hauptverband der Deutschen Bauindustrie und dem Zenralen Immobilien Ausschuss (ZIA).

Praxisgerechte Lösung notwendig

Der GdW und seine Partnerverbände schlagen daher eine einfachere und klarere Formulierung für das GWB vor: „Mehrere Teil- oder Fachlose dürfen ganz oder teilweise zusammen vergeben werden, wenn wirtschaftliche, technische oder zeitliche Gründe dies rechtfertigen.“ So ließe sich sowohl die Flexibilität für Auftraggeber wahren als auch die bewährte Losvergabe dort erhalten, wo sie sinnvoll ist – etwa im Bestand oder bei Sanierungen.

Die Zeit drängt

Deutschland braucht schnell mehr bezahlbaren Wohnraum – doch dafür müssen die politischen Rahmenbedingungen stimmen. Ein „Vergabebeschleunigungsgesetz“, das in Wahrheit Prozesse verlangsamt, gefährdet dieses Ziel.

„Wir brauchen ein Vergaberecht, das den Wohnungsbau ermöglicht – nicht eins, das ihn weiter erschwert“, sagt Gedaschko. „Nur wenn wir planbar, effizient und innovativ bauen können, schaffen wir die Wohnungen, die das Land so dringend braucht.“ (schi)

GdW

Was die Wohnungswirtschaft konkret fordert:

  • Gesamtvergaben müssen möglich bleiben – insbesondere für serielles und modulares Bauen
  • § 97 GWB braucht eine praxisnahe, klare Formulierung
  • Keine neuen Ausnahmetatbestände und keine zusätzliche Bürokratie
  • Einhaltung der Vereinbarungen aus dem Koalitionsvertrag zur Vereinfachung des Vergaberechts

Mehr Baugenehmigungen – aber trübe Stimmung beim #Wohnungsbau 🏗️ Die Baugenehmigungen steigen zwar (August: +6,8 %), doch von einer echten Entspannung auf dem Wohnungsmarkt sind wir weit entfernt. Die harten Fakten: 👉 Massive Lücke: Wir brauchen jährlich 320.000 neue Wohnungen, erwarten in diesem Jahr aber nur rund 200.000 Fertigstellungen. 👉 Getrübtes Klima: Das ifo-Institut meldet für September -25,1 Punkte im Wohnungsbau; 41,3 % der Unternehmen klagen über Auftragsmangel. 👉 Das Kernproblem: Solange sich der Neubau wirtschaftlich nicht rechnet, bleiben genehmigte Wohnungen schlicht ungebaut. Was jetzt geschehen muss: 1. Gebäudetyp E schnell umsetzen: Einfacher Gebäudebasisstandard („E wie einfach“) baut kostentreibende Anforderungen ab. 2. Verlässliche Förderung: Förderlücken bei der Neubauförderung (EH55-Plus) und Kürzungen für 2027 müssen unbedingt vermieden werden. 3. Rahmen- und Investitionsbedingungen verbessern: Die Investorenkonferenz der Bundesregierung am 19./20. Oktober muss endlich konkrete wirtschaftliche Taten liefern.

0 Share

wi Wohnungspolitische Informationen 42/2026

wi_2642_eMag

WI 42/2026

  • Registrieren
  • Abonnement
  • Artikel ansehen
  • Newsletter
  • Abonnement
  • Kündigung
  • Kontakt
  • Mediadaten
Wohnungswirtschaft Online Abonnement Anmelden

Unsere Partner

  • DigiWoh
  • BBA
  • BID
  • Housing Europe
  • Initative Wohnen
  • NaWoh
  • Praxispfad
  • DEWSWOS
  • EBZ
  • InWIS
  • © Copyright 2026
  • Impressum
  • Datenschutzerklärung
  • AGB
Wohnungswirtschaft Online auf LinkedinWohnungswirtschaft Online auf YoutubeWohnungswirtschaft Online auf InstagramWohnungswirtschaft Online auf Gdw