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100 Tage Bilanz der Bau- und Wohnungspolitik– Auf dem Weg, aber noch nicht am Ziel

Berlin – Vor 100 Tagen hat die neue Bundesregierung ihre Arbeit aufgenommen – Zeit für eine erste Bilanz der Maßnahmen für die Bau- und Wohnungswirtschaft. Mit großem Elan ist Bundesbauministerin Verena Hubertz ins Amt gestartet. Der Wille, den Wohnungsbau zu beschleunigen, war von Anfang an deutlich erkennbar. „Bauen, bauen, bauen“ lautete die Devise. Gleichzeitig ist klar: Die finanzielle Lage in Deutschland ist angespannt. Umso wichtiger ist es, an Stellschrauben zu drehen, die keine zusätzlichen Haushaltsmittel erfordern, aber dennoch große Wirkung entfalten können – darunter die schnellere Umsetzung des Gebäudetyps E sowie ein praxistaugliches Vergaberecht.

14. August 2025
building cranes at the construction site on blue sky background
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Gerade hier besteht aus Sicht des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW dringender Handlungsbedarf: Was als Beschleunigung angekündigt wurde, entpuppt sich bislang als zusätzlicher Bremsklotz. Der Entwurf zum Vergabebeschleunigungsgesetz schafft keine neuen Spielräume, sondern verengt bestehende. Statt Klarheit und Entlastung bringt er weitere bürokratische Hürden, Unsicherheiten und unnötige Dokumentationspflichten bei öffentlichen Aufträgen – das Gegenteil von dem, was für mehr Tempo im Wohnungsbau nötig wäre. Besonders das serielle und modulare Bauen wird durch starre Vorgaben bei der Losvergabe ausgebremst.

Gebäudetyp E: Umsetzung beschleunigen

Der Gebäudetyp E steht für kostengünstiges, effizientes und technologieoffenes Bauen. Die Vereinfachung von Baustandards – etwa durch die Möglichkeit, von anerkannten Regeln der Technik abzuweichen, sofern grundlegende Sicherheitsanforderungen erfüllt sind – ist eine zentrale Voraussetzung für mehr Tempo und Wirtschaftlichkeit im Wohnungsbau. Das Bundesbauministerium muss gemeinsam mit dem Justizministerium Rechtssicherheit schaffen, damit Bauherren auf nicht sicherheitsrelevante Standards verzichten können. Dazu müssen die Besonderheiten dieses Gebäudetyps auch im Bau- und Mietrecht rechtsicher vereinbart werden.

Bau-Turbo allein reicht nicht

Mit dem Bau-Turbo hat die Bundesregierung ein wichtiges Signal gesetzt. Doch er kann nur zünden, wenn die Kommunen konsequent mitziehen und Bauen als überragendes öffentliches Interesse anerkannt wird. Nur mit einem klaren Abwägungsvorrang gegenüber anderen Belangen lässt sich der dringend benötigte Wohnraum schaffen. „Wir brauchen eine echte Fast Lane fürs Bauen“, betonte Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW.

Förderinstrumente zukunftsfähig gestalten

Im Koalitionsvertrag ist die temporäre Wiederaufnahme der EH55-Neubauförderung vorgesehen. Im Haushaltsentwurf 2026 fehlt sie jedoch. Der GdW fordert, diese Förderung befristet wieder einzuführen: Mit einem staatlichen Mitteleinsatz von rund einer Milliarde Euro über 10 Jahre könnten so bundesweit mehr als 50.000 Wohnungen aus dem Bauüberhang aktiviert werden.

Auch das Programm „Klimafreundlicher Neubau im Niedrigpreissegment“ (KNN) muss grundlegend überarbeitet werden. Hohe technische Anforderungen, unrealistische Baukostenobergrenzen und mangelnde Kompatibilität mit Landesprogrammen machen es kaum praxistauglich. Offenbar hat die neue Regierung nun reagiert und Anpassungen vorgenommen. Doch es ist zu früh, um zu beurteilen, ob die Änderungen greifen – entscheidend wird unter anderem sein, ob das Programm tatsächlich mit den Landesprogrammen kompatibel ist. Ohne klare Mietobergrenzen sieht der GdW die Förderung aber weiterhin kritisch. Er fordert eine Miethöhenbegrenzung von maximal 12 Euro pro Quadratmeter.

Die ersten 100 Tage zeigen: Der Wille ist da – doch allein reicht das nicht. Damit der Wohnungsbau endlich Fahrt aufnimmt, müssen jetzt weitere Schritte folgen. Die Wohnungswirtschaft hat konkrete, praxisnahe Vorschläge vorgelegt – jetzt kommt es auf die Umsetzung an. (zeis)

Gemeinsam zur #Klimaneutralität – Halle zeigt, wie die #Wärmewende gelingen kann Zum Abschluss der #Sommertour von #GdW-Präsident Axel Gedaschko in Sachsen-Anhalt stand der Besuch des Energieparks Halle auf dem Programm. René Walther, Geschäftsführer und Arbeitsdirektor der Stadtwerke Halle GmbH, sowie Olaf Schneider, Geschäftsführer, und Dr. Katja Nowak von der EVH GmbH stellten die Roadmap Klimaneutralität 2045 der Energie-Initiative Halle vor. Die zentrale Botschaft: Klimaneutralität ist weit mehr als Klimaschutz. Sie bedeutet zugleich mehr #Versorgungssicherheit, größere #Unabhängigkeit von fossilen Energien, stabile Preise und eine stärkere regionale Wertschöpfung. Besonders beeindruckend ist der kooperative Ansatz. #Wohnungswirtschaft, #Stadtwerke und weitere Partner entwickeln die Wärmewende gemeinsam – in einem festen Netzwerk mit Lenkungskreisen, Arbeitsgruppen und einem kontinuierlichen Austausch zwischen Technik, Kommunikation und Strategie. So entstehen Lösungen, die nicht am Schreibtisch, sondern aus der #Praxis heraus entwickelt werden. Ein zentrales Projekt ist die kommunale #Wärmeplanung, die in Halle bereits vom Stadtrat beschlossen wurde. Grundlage ist ein digitaler Zwilling der Stadt mit Daten zu allen Gebäuden. Auf dieser Basis werden #Fernwärmeausbau, #Stromnetze und #Gebäudesanierungen aufeinander abgestimmt – mit dem Ziel, den heute noch überwiegend gasbasierten #Wärmesektor Schritt für Schritt zu #dekarbonisieren und gleichzeitig #bezahlbar zu halten. Deutlich wurde aber auch die Dimension der Aufgabe: Allein für den Ausbau der #Energieinfrastruktur rechnen die Stadtwerke mit Investitionen von rund 700 Millionen Euro in den kommenden zehn Jahren. Umso wichtiger sind langfristige #Planungssicherheit, enge #Partnerschaften und verlässliche politische #Rahmenbedingungen.

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