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Wohnungswirtschaft im Südwesten fordert schnelle Umsetzung des „Baupaket I“ und verlässliche Förderung

Frankfurt am Main – In dieser Woche diskutiert der Hessische Landtag über den Haushalt und darüber, wie das Bauen vereinfacht werden kann. Beide Debatten haben wesentlich Einfluss darauf, wie schnell neuer Wohnraum im Land entsteht. Der Verband der Südwestdeutschen Wohnungswirtschaft (VdW südwest) plädiert für eine zügige Umsetzung des sogenannten Baupaket I und betont die Bedeutung attraktiver Förderprogramme, um der Krise auf dem Wohnungsmarkt zu begegnen.

12. Dezember 2024
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„Wir begrüßen, dass Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori angekündigt hat, die Investitionen in den sozialen Wohnungsbau erhöhen zu wollen. Damit die erweiterten Mittel Früchte tragen, müssen sie aber nicht nur im Haushalt verankert, sondern auch in attraktive Förderprogramme umgemünzt werden“, sagte Dr. Axel Tausendpfund, Vorstand des VdW südwest. Verlässlichkeit bei der Förderung und gute Konditionen seien unabdingbar. Nur dann werde es gelingen, schnell mehr Wohnungen zu bauen, die sich die Menschen leisten können

Darüber hinaus seien aber noch weitere Maßnahmen nötig, um den Wohnungsbau anzukurbeln – etwa eine Reduzierung der kostentreibenden und nicht sicherheitsrelevanten Vorschriften in der Bauordnung. Tausendpfund verwies auf das Eckpunktepapier der Kommission „Innovation im Bau“, das 20 Vorschläge („Baupaket I“) umfasst. Der VdW südwest ist Mitglied dieses Gremiums, das das Papier Mitte November dem Wirtschaftsminister überreicht hat.

Drei Ansatzpunkte im Fokus

„Alle Genehmigungsverfahren gehören auf den Prüfstand, um überbordende Bürokratie zu vermeiden. So müssen beispielsweise Wohnbauvorhaben im unbeplanten Innenbereich grundsätzlich genehmigungsfrei sein. Eine Genehmigung soll nur dann erforderlich sein, wenn der Bauherr es ausdrücklich verlangt oder es von der Bauaufsichtsbehörde ausnahmsweise gefordert wird“, so Tausendpfund. Dies könne etwa bei bauplanungsrechtlich komplizierten oder denkmalschutzrelevanten Sachverhalten der Fall sein. Zudem sollten auch Änderungen bestehender Dachgeschosse zu Wohnzwecken im unbeplanten Innenbereich ohne Baugenehmigung erfolgen können.

Beim Dachgeschossausbau und bei Aufstockungen von Wohngebäuden fordert Tausendpfund generell geringere Anforderungen. „Hier liegt enormes Potenzial. Allein im Rhein-Main-Gebiet könnten rund 200.000 zusätzliche Wohnungen entstehen“, sagte er. Um diese Potenziale unbürokratisch nutzen zu können, sollten die als Entwurf bereits vorliegenden Vereinfachungen der Musterbauordnung zum Brandschutz übernommen und weitere Erleichterungen, etwa im Schallschutz, geschaffen werden.

Einen weiteren großen Hebel sieht der Vorstand des VdW südwest bei den Stellplätzen: „Die Pflicht zur Schaffung von Kfz-Stellplätzen muss entfallen, sowohl bei der Errichtung von Neubauten, als auch beim Dachgeschossausbau sowie der Umnutzung und der Aufstockung von bestehenden Gebäuden.“ Der Bauherr müsse selbst entscheiden dürfen, wie viele Stellplätze er für das jeweilige Wohnbauvorhaben vorsieht. Es dürfe nicht mehr die Verpflichtung geben, Stellplätze zu schaffen, die niemand braucht und die deswegen ungenutzt leerstehen. Insbesondere aus Kostengründen: Gerade in Innenstädten verteuerten die Baukosten für Tiefgaragenstellplätze die Wohnraummiete um bis zu 1,50 Euro pro Quadratmeter. Diese unnötige Verteuerung erschwere das Bauen von bezahlbaren Wohnungen deutlich. Deswegen mahnt Tausendpfund, den Blick auf das Wesentliche zu lenken: „Wohnen ist wichtiger als Parken.“

„Im Eckpunktepapier sind viele gute Ansätze für die notwendigen Weichenstellungen enthalten, die schnell mehr bezahlbaren Wohnraum ermöglichen. Wir appellieren an den Landtag, das Baupaket I schnell zu beschließen, damit die Umsetzung dieser Maßnahmen zügig erfolgen kann und alle Menschen ein Zuhause finden, das sie sich leisten können“, resümierte Tausendpfund. (voo)

Am Nachmittag führte die Sommertour nach Speyer 🏘️☀️ Drei Stationen, drei unterschiedliche Ansätze – und doch verbindet sie eine Frage: Wie kann Wohnen bezahlbar, nachhaltig und gemeinschaftlich gestaltet werden? Los ging’s bei der GEWO Speyer 🏗️ In der Kurt-Schumacher-Straße entstehen drei neue Mehrfamilienhäuser mit 42 Wohnungen. Fast die Hälfte wird sozial gefördert. Dank der Förderung des Landes Rheinland-Pfalz bleibt das Mietniveau auch langfristig für mittlere Einkommen bezahlbar. Klimagerechte Bauweise, fünf barrierefreie Wohnungen – davon drei rollstuhlgerecht – und ein 200 Quadratmeter großer Gemeinschaftsraum ergänzen das Konzept. GEWO-Geschäftsführer Oliver Hanneder gab Einblicke in die Umsetzung. Nächster Stopp: @[Gemeinnütziges Siedlungswerk Speyer GmbH] 🏙️ Beim Projekt „Seppelskasten“ wurde zwischen 2019 und 2024 eine ehemalige Gewerbeimmobilie in eine moderne, weitgehend barrierefreie Wohnanlage verwandelt. Neubau und teilweise erhaltene Bestandsgebäude verbinden unterschiedliche Wohnformen. Auch eine Wohngruppe des Jugendwerks hat hier ein Zuhause gefunden. Fernwärme, Photovoltaik, begrünte Dächer und zusätzliche Grünflächen machen das Projekt auch energetisch zukunftsfähig. GSW-Geschäftsführer @[Christian Rohatyn] stellte das Projekt vor. Zum Abschluss: Mehrgenerationenwohnen bei der @[Baugenossenschaft Speyer eG] 🤝 13 Wohneinheiten, ein Gemeinschaftsraum und eine Gewerbeeinheit bilden den Rahmen für ein vielfältiges Miteinander. Auszubildende, Senioren, Familien und Alleinerziehende leben hier unter einem Dach. Der GBS-Nachbarschaftsverein sorgt mit regelmäßigen Treffen und Aktivitäten für Austausch und Unterstützung. @[Oliver Pastor] und @[Bernd Reif], Vorstände der GBS Speyer, zeigten, wie soziales Management lebendige Nachbarschaften stärken kann. Drei Projekte, drei Wege – aber eine gemeinsame Perspektive: Zukunftsfähiges Wohnen braucht Bezahlbarkeit, Klimaschutz, Barrierefreiheit und lebendige Quartiere. Speyer zeigt, wie das ganz praktisch funktionieren kann. #Sommertour2026 #Wohnungswirtschaft #Speyer #BezahlbaresWohnen #Quartiersentwicklung

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