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Wohngipfel in Bremen: Norddeutsche Bundesländer unterzeichnen Erklärung für mehr Tempo beim Bauen

28. Januar 2026
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Bremen – Beim dritten Norddeutschen Wohngipfel in Bremen haben sich am 16. Januar 2026 fünf Bundesländer auf eine gemeinsame Erklärung verständigt, um dem angespannten Wohnungsmarkt im Norden entschlossen zu begegnen. Im Schulterschluss bekennen sich die Länder dazu, Planen und Bauen deutlich zu beschleunigen, Baukosten zu senken und den Neubau wie auch die Weiterentwicklung des Bestands spürbar voranzubringen.

Zentrales Ziel ist es, mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen – ohne Abstriche bei städtebaulicher Qualität, Klimaschutz, sozialer Durchmischung und lebenswerten Quartieren.

Im Zentrum der gemeinsamen Erklärung steht der feste Wille, konkrete Schritte umzusetzen und spürbare Fortschritte zu erzielen. Die Länder setzen auf schnellere und verlässlichere Planungs- und Genehmigungsverfahren, einfaches und kosteneffizientes Bauen sowie auf Förderstrukturen, die Planungssicherheit bieten und Investitionen erleichtern. Dabei geht es insbesondere um einen bewussten Fokus auf das notwendige Maß: weniger Komplexität, klare Standards und praxistaugliche Regelungen für alle am Bau Beteiligten. Ein zentrales Element ist die enge Abstimmung zwischen Bund, Ländern und Kommunen. Die Länder machen deutlich, dass gesetzliche Änderungen auf Bundesebene nur dann ihre volle Wirkung entfalten können, wenn sie mit den Ländern abgestimmt sind und im Vollzug vor Ort praktikabel umgesetzt werden können. Ziel ist es, Reibungsverluste zu vermeiden, Genehmigungen zu beschleunigen und zugleich Rechtssicherheit für Verwaltungen, Bauwirtschaft und Wohnungsunternehmen zu schaffen.

Nahmen von Länderseite am norddeutschen Wohngipfel teil: Dr. Frederik Hogrefe (Staatssekretär, Schleswig-Holstein), Karen Pein (Senatorin, Hamburg), Özlem Ünsal (Senatorin, Bremen), Grant Hendrik Tonne (Minister, Niedersachsen) und Christian Pegel (Minister, Mecklenburg-Vorpommern) (v. l.)

Foto: Bauressort

Darüber hinaus unterstreicht die gemeinsame Erklärung den Anspruch, Qualität und Tempo zusammenzudenken. Schnelleres Bauen soll dort stattfinden, wo lebenswerte, sozial gemischte und zukunftsfähige Nachbarschaften entstehen. Bezahlbare Mieten, die Stärkung des Wohneigentums als Form der Altersvorsorge sowie eine verlässliche soziale und technische Infrastruktur werden ausdrücklich als Bestandteil einer modernen Wohnraumpolitik benannt.

Die Länder betonen zudem, dass der Wandel im Bauen Ausdauer und Akzeptanz braucht. Erste Projekte und Erfahrungen sollen systematisch ausgewertet, sichtbar gemacht und für weitere Vorhaben nutzbar gemacht werden. Wissenstransfer, Kooperation und ein gemeinsames Lernen über Ländergrenzen hinweg gelten dabei als Schlüssel, um den notwendigen Strukturwandel im Wohnungsbau dauerhaft zu verankern. Mit der gemeinsamen Erklärung setzen die fünf Bundesländer ein klares Signal: Der Norden will beim Wohnungsbau vorangehen – pragmatisch, verlässlich und mit dem festen Willen, konkrete Ergebnisse für die Menschen zu erzielen.

„Bezahlbares Wohnen entscheidet ganz unmittelbar über soziale Teilhabe und über die Frage, ob unsere Städte für alle lebenswert bleiben“, sagte Özlem Ünsal, Senatorin für Bau, Mobilität und Stadtentwicklung der Freien Hansestadt Bremen. „Wenn wir schneller, einfacher und kosteneffizienter bauen, geht es nicht um Abstriche, sondern um Verantwortung: Verantwortung dafür, dass Familien, Auszubildende, Alleinerziehende und ältere Menschen eine Wohnung finden, die sie sich leisten können. Genau deshalb setzen wir auf klare Regeln, zügige Verfahren und einen engen Schulterschluss von Bund, Ländern und Kommunen. Unser Anspruch ist es, Tempo zu machen und gleichzeitig gute Quartiere zu schaffen – sozial gemischt, klimagerecht und mit einer starken Infrastruktur. Wohnen ist kein Luxus, sondern eine zentrale Voraussetzung für Zusammenhalt und Gerechtigkeit in unseren Städten.“

„Norddeutschland geht voran beim Schaffen von bezahlbarem Wohnraum. Wir setzen auf Tempo und Pragmatismus“, so Grant Hendrik Tonne, Niedersachsens Wirtschafts- und Bauminister. „Auch auf diesem 3. Norddeutschen Wohngipfel haben wir viele konkrete Maßnahmen vereinbart, um den Wohnungsbau und den Umbau günstiger und schneller zu machen. Unsere Landesbauordnungen werden wir auch weiterhin entsprechend vereinfachen. Klar ist aber auch, dass Bauen eine Gemeinschaftsaufgabe ist – daher ist es gut, dass wir in enger Abstimmung mit dem Bund und der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft vorgehen. Wenn alle weiterhin so konsequent und konstruktiv gemeinsam weiterarbeiten, besteht Grund zur Zuversicht, die Probleme auf dem Wohnungsmarkt nach und nach abzumildern.“

„Wir ziehen mit aller Kraft und mit allen verfügbaren Mitteln an einem Strang, damit Wohnen bezahlbar bleibt“, erklärte Karen Pein, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen der Freien und Hansestadt Hamburg. „Dass wir in Hamburg zum wiederholten Mal steigende Baugenehmigungszahlen verzeichnen, ist kein Zufall, sondern das Ergebnis harter Arbeit: Wir kämpfen um jede einzelne Wohnung, drehen jeden Stein um und nehmen niemanden aus der Verantwortung – auch uns selbst nicht. Wir haben viel angestoßen – im Neubau wie bei der Nachverdichtung, etwa durch erleichterten Dachgeschossausbau, Aufstockungen, Baukostensenkungen und beschleunigte Verfahren. Hamburg hat gezeigt, dass Veränderung möglich ist, wenn man nicht nur redet, sondern handelt. Und weil bei diesem Thema alle gefragt sind, stehen die norddeutschen Länder eng beieinander. Wir teilen unser Wissen, damit die Menschen sehen: Da tut sich etwas – für sie, für ihre Familien und für ihre Zukunft.“

„Die ausreichende Schaffung bezahlbaren Wohnraums ist eine der zentralen Fragen unserer Zeit. Deshalb ist es wichtig, dass wir gemeinsam mit dem Bund unsere Anstrengungen bündeln und gemeinsam auch die rechtlichen Grundlagen verbessern”, so Dr. Frederik Hogrefe, zuständiger Innenstaatssekretär Schleswig-Holsteins für das Bauen. „Dies gilt beispielsweise bei der Frage des kostengünstigen Bauens. Unser Regelstandard erleichtertes Bauen zeigt im Bereich der Sozialen Wohnraumförderung schon sehr gute Resultate. Die Herstellungskosten konnten dadurch in Schleswig-Holstein im Schnitt um 14,5 Prozent gesenkt werden. Wir müssen gemeinsam mit dem Bund die Anstrengungen verstärken, damit die rechtlichen Grundlagen geschaffen werden, damit dieser Regelstandard auch im Bereich des frei finanzierten Wohnungsbaus rechtssicher angewendet werden kann.”

Christian Pegel, Minister für Inneres und Bau Mecklenburg-Vorpommern: „Der Norddeutsche Wohngipfel in Bremen setzt ein wichtiges Zeichen: Wir wollen gemeinsam schneller, einfacher und verlässlicher bauen. Für Mecklenburg-Vorpommern ist das entscheidend, denn bezahlbarer Wohnraum ist eine Voraussetzung dafür, dass unsere Städte und Gemeinden attraktiv bleiben – für Familien, Fachkräfte und ältere Menschen gleichermaßen. Mit der Bremer Erklärung bekennen wir uns dazu, Genehmigungen zu beschleunigen, Baukosten zu senken und zugleich Qualität, Klimaschutz und lebenswerte Quartiere zu sichern. Mecklenburg-Vorpommern bringt sich aktiv in diesen Schulterschluss ein, weil wir überzeugt sind: Weniger Bürokratie, klare Standards und eine enge Abstimmung von Bund, Ländern und Kommunen sind der Schlüssel, um spürbare Fortschritte für die Menschen zu erreichen.“

„Bund und Länder eint ein gemeinsames Ziel: Wir brauchen mehr bezahlbaren Wohnraum in Deutschland. Dafür müssen wir schneller planen und genehmigen sowie kostengünstiger bauen“, sagte Dr. Olaf Joachim, Staatssekretär im Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen. „Das Positionspapier der norddeutschen Länder liefert hierbei wichtige Impulse. Und auch der Bund stellt die richtigen Weichen. Rekordmittel für den sozialen Wohnungsbau, ein Bau-Turbo für schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie die im Dezember gestartete 800 Millionen Euro schwere Förderung für Gebäude im EH55-Standard werden helfen, den Wohnungsbau voranzubringen. Und wir haben noch viel vor: Die Etablierung einer Plattform für kostengünstiges Bauen, die rechtliche Absicherung eines Gebäudetyps E für deutlich reduzierte Baukosten sowie die Novellierung des Baugesetzbuches, um Planungs- und Genehmigungsverfahren weiter zu straffen. Ich bin überzeugt, dass es uns gemeinsam gelingen wird, dem Wohnungsbau neuen Schwung zu verleihen.“

„Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum ist die große Herausforderung unserer Zeit. Angesichts gestiegener Baukosten wächst der Druck, rascher und günstiger zu bauen“, sagte Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW). „Wer heute ohne öffentliche Förderung neu baut, muss am Ende eine Nettokaltmiete von 18 bis 20 Euro pro Quadratmeter verlangen, um eine ‚schwarze Null‘ zu schreiben. Das können sich selbst gut verdienende Haushalte nicht (mehr) leisten. Genauso wichtig ist: Der Bau bezahlbarer Wohnungen braucht Vorrang vor anderen gesetzlichen Vorschriften – sozusagen eine ‚fast lane‘. Sowohl die Zeit bis zur Genehmigung als auch der Umsetzung muss kürzer werden. Hinzu kommt die Entschlackung der Landesbauordnungen. Am besten wäre es, wenn sich die fünf norddeutschen Länder auf eine entschlackte einheitliche norddeutsche Bauordnung einigen würden.“

„Bezahlbarer Wohnraum darf nicht länger ausgebremst werden. Der sozial orientierte Wohnungsbau braucht bei der Novellierung des Baugesetzbuches klar und uneingeschränkt Vorfahrt“, sagte Dr. Susanne Schmitt, Verbandsdirektorin des Verbandes der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Niedersachsen Bremen (vdw). „Gleichzeitig muss der Gebäudetyp E endlich rechtssicher ausgestaltet werden. Die norddeutschen Länder haben ihre Standards formuliert – jetzt braucht es verbindliche Regelungen, damit aus guten Ansätzen auch tatsächlich neue Wohnungen entstehen.“

Mit der gemeinsamen Erklärung unterstreichen die fünf Länder ihren Anspruch, die bestehenden Spielräume konsequent zu nutzen, Bürokratie abzubauen und den Wohnungsbau gemeinsam mit der Wohnungswirtschaft, den Kommunen und dem Bund voranzubringen. (ens/schir/schi)
https://www.senatspressestelle.bremen.de/sixcms/media.php/13/20260116_3._Norddeutscher_Wohngipfel_Bremer_Erkl%C3%A4rung.pdf

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