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BBU-Marktmonitor 2025: Differenzieren, nicht dramatisieren

Berlin – Die Debatte über steigende Mieten orientiert sich oft an Portalangeboten – doch ein großer Teil des Marktes funktioniert anders. Neue Daten des BBU Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen zeigen: Viele Wohnungen werden weiterhin deutlich günstiger vermietet, als es Berichterstattung und öffentliche Wahrnehmung vermuten lassen. Unbezweifelbar schafft der Mangel an verfügbaren Wohnungen in Ballungsräumen aber Spielräume für Fehlentwicklungen und Missbrauch. Dagegen helfen vor allem die konsequente Durchsetzung bestehender Regeln, eine Weiterentwicklung des Mietrechts zur zielgerichteten Verfolgung „schwarzer Schafe“ sowie bessere Voraussetzungen für Neubau und Modernisierung.

3. März 2026
Neuvertragsmieten Berlin_BBU-Marktmonitor 2025_
Quelle: BBU

„Der Wohnungsmarkt ist differenzierter als die Debatte. Wer nur auf die lautesten Preissignale schaut, übersieht wichtige Teile des Marktes – und riskiert Entscheidungen, die unerfüllbare Erwartungen wecken, Vertrauen beschädigen und die wohnungspolitisch wenig zielführend wären“, ordnete BBU-Vorständin Maren Kern ein. Als Beispiele nannte sie die Berliner Vergesellschaftungsdebatte sowie Entwürfe zu Wohnraumbewirtschaftungsgesetzen im Berliner Wahlkampf. Kern weiter: „Entscheidend ist, dass wir uns auf wirksame Instrumente konzentrieren. Statt neuer landesrechtlicher Experimente braucht es vor allem die konsequente Anwendung der Gesetze und eine kluge Weiterentwicklung des bundesweiten Mietrechts.“

Berlin: Zwei Mietwelten

In Berlin lagen die Neuvertragsmieten der BBU-Mitgliedsunternehmen zur Jahresmitte 2025 bei 9,54 Euro nettokalt. Auf Vermietungsportalen wurden dagegen im Schnitt 16,61 Euro aufgerufen (Anm. d. Red.: Alle Angaben zu Portalmieten in dieser Pressemeldung beziehen sich auf Analysen des BBU auf Basis von Daten der VALUE Marktdatenbank.). Diese Differenz von 74 Prozent erklärt sich auch dadurch, dass die Angebote der BBU-Mitgliedsunternehmen in den Portalen deutlich unterrepräsentiert sind. Ohne die dämpfenden Angebote der BBU-Mitgliedsunternehmen lägen die hier sichtbaren Mieten sogar bei 18,76 Euro. „Portalangebote zeigen nur die lauten Spitzen des Marktes, nicht seine Breite. Wer daraus auf das allgemeine Mietniveau schließt, bekommt ein verzerrtes Bild der Wohnwirklichkeit in Berlin“, so Kern. Das habe auch schon der Zensus von 2022 gezeigt, dem zufolge damals rund 70 Prozent der Berliner Mieten unter acht Euro lagen.  

Quelle: BBU
Quelle: BBU

Brandenburg: Auseinanderdriftender Mietenmarkt

Für Brandenburg zeigen die BBU-Daten deutlich auseinanderlaufende Entwicklungen zwischen den Teilräumen. Im Berliner Umland entwickeln sich die Wiedervermietungsmieten deutlich dynamischer als in den Städten des weiteren Metropolenraums. Mit dem wachsenden Abstand zwischen den Regionen gehen auch zunehmend unterschiedliche wirtschaftliche Spielräume der Unternehmen einher. Gleichzeitig unterscheiden sich Bau- und Finanzierungskosten regional aber kaum, wie die sich annähernden Erstvermietungsmieten im Neubau zeigen. „Wenn sich Mieten bei gleichbleibend hohen Kosten regional unterschiedlich entwickeln, entscheidet das darüber, wo Investitionen noch möglich bleiben“, so Kern.

Konsequenzen für die Wohnungspolitik

Bei aller notwendigen Differenzierung gilt gleichzeitig: „Es gibt unbestreitbar schwarze Schafe am Mietmarkt. Sie missachten die Mietpreisbremse, verfolgen intransparente Geschäftsmodelle oder betreiben profitorientierte Untervermietung. Damit untergraben sie das Vertrauen in den Wohnungsmarkt“, unterstrich Kern. Vor diesem Hintergrund sieht der BBU vier zentrale Ansatzpunkte für eine wirksame Wohnungspolitik: Erstens müssen bestehende Regeln verlässlich angewendet und kontrolliert werden, damit sie ihre Schutzwirkung entfalten. Zweitens sollte das Mietrecht dort gezielt weiterentwickelt werden, wo es Missbrauch bislang nicht ausreichend begrenzt. Drittens braucht es Rahmenbedingungen, die Neubau und Modernisierung wieder einfacher, schneller und kalkulierbarer machen. Und viertens sind mehr Information und belastbare Datengrundlagen notwendig, damit Fehlentwicklungen frühzeitig erkannt werden können. „Stabile Wohnungsmärkte entstehen nicht durch Gegeneinander, sondern durch Zusammenarbeit. Politik, Verwaltung und Wohnungswirtschaft müssen hier gemeinsam handeln – nur so lassen sich Angebot, Fairness und Vertrauen dauerhaft sichern“, so Kern. (ebe)

Alle Infos zum BBU-Marktmonitor finden Sie hier

Am Nachmittag führte die Sommertour nach Speyer 🏘️☀️ Drei Stationen, drei unterschiedliche Ansätze – und doch verbindet sie eine Frage: Wie kann Wohnen bezahlbar, nachhaltig und gemeinschaftlich gestaltet werden? Los ging’s bei der GEWO Speyer 🏗️ In der Kurt-Schumacher-Straße entstehen drei neue Mehrfamilienhäuser mit 42 Wohnungen. Fast die Hälfte wird sozial gefördert. Dank der Förderung des Landes Rheinland-Pfalz bleibt das Mietniveau auch langfristig für mittlere Einkommen bezahlbar. Klimagerechte Bauweise, fünf barrierefreie Wohnungen – davon drei rollstuhlgerecht – und ein 200 Quadratmeter großer Gemeinschaftsraum ergänzen das Konzept. GEWO-Geschäftsführer Oliver Hanneder gab Einblicke in die Umsetzung. Nächster Stopp: @[Gemeinnütziges Siedlungswerk Speyer GmbH] 🏙️ Beim Projekt „Seppelskasten“ wurde zwischen 2019 und 2024 eine ehemalige Gewerbeimmobilie in eine moderne, weitgehend barrierefreie Wohnanlage verwandelt. Neubau und teilweise erhaltene Bestandsgebäude verbinden unterschiedliche Wohnformen. Auch eine Wohngruppe des Jugendwerks hat hier ein Zuhause gefunden. Fernwärme, Photovoltaik, begrünte Dächer und zusätzliche Grünflächen machen das Projekt auch energetisch zukunftsfähig. GSW-Geschäftsführer @[Christian Rohatyn] stellte das Projekt vor. Zum Abschluss: Mehrgenerationenwohnen bei der @[Baugenossenschaft Speyer eG] 🤝 13 Wohneinheiten, ein Gemeinschaftsraum und eine Gewerbeeinheit bilden den Rahmen für ein vielfältiges Miteinander. Auszubildende, Senioren, Familien und Alleinerziehende leben hier unter einem Dach. Der GBS-Nachbarschaftsverein sorgt mit regelmäßigen Treffen und Aktivitäten für Austausch und Unterstützung. @[Oliver Pastor] und @[Bernd Reif], Vorstände der GBS Speyer, zeigten, wie soziales Management lebendige Nachbarschaften stärken kann. Drei Projekte, drei Wege – aber eine gemeinsame Perspektive: Zukunftsfähiges Wohnen braucht Bezahlbarkeit, Klimaschutz, Barrierefreiheit und lebendige Quartiere. Speyer zeigt, wie das ganz praktisch funktionieren kann. #Sommertour2026 #Wohnungswirtschaft #Speyer #BezahlbaresWohnen #Quartiersentwicklung

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